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| 16:18 Uhr

Kassensturz für Stadthafen perfekt

Der fertige Stadthafen Senftenberg. Am Ergänzungsplan für das Hafen-Ensemble wird noch gearbeitet.
Der fertige Stadthafen Senftenberg. Am Ergänzungsplan für das Hafen-Ensemble wird noch gearbeitet. FOTO: Mario Hambsch/LSB
Senftenberg. Mit dem letzten Kassensturz ist die Großbaustelle Stadthafen Senftenberg jetzt offiziell geschlossen. Der Drei-Millionen-Euro-Deckel der Stadt, die den kommunalen Eigenanteil zur Landesförderung beigesteuert hat, hat perfekt dicht gehalten. 23 000 Euro hat Volker Mielchen, der Vorsteher des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB), an Stadt-Kämmerin Teresa Melzer zurückgegeben. Kathleen Weser

Mit 12,5 Millionen Euro weist die Endabrechnung die Baukosten für den Stadthafen Senftenberg aus. 9,8 Millionen Euro sind aus den Fördertöpfen beschafft worden. Mit drei Millionen Euro hatte die Stadt Senftenberg die kommunale Finanzspritze knallhart begrenzt. Das Budget ist leicht unterschritten worden. Das weist der Kassensturz des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB) aus, der im Auftrag der Stadt Senftenberg als Bauherr fungiert hat. Und das nahezu perfekt. "Alle Achtung für diese Leistung. Hut ab vor dem Zweckverband", sagt Kämmerin Teresa Melzer. Mit einem symbolischen Scheck hat Verbandsvorsteher Volker Mielchen die unverbrauchte Summe des "großen Vertrauensvorschusses" im jüngsten Finanzausschuss am Dienstagabend an die Stadt Senftenberg zurückgegeben. Die Chef-Finanzerin hat diesen erfreut und erleichtert entgegen genommen.

Korrekt erklärt Teresa Melzer aber auch unverzüglich: "Wir haben die drei Millionen Euro natürlich nicht in einer Summe ausgereicht." Die ständige Kostenkontrolle habe das Großvorhaben begleitet - vom Fällen des Hochzeitswaldes und der Rettung von vier markanten Bäumen bis zum letzten Schwimmsteg.

Der Waldgürtel, der den See vom Stadtgebiet abgeschirmt hat und auch den mächtig in die Jahre gekommenen Fahrgastschiffsanleger versteckte, ist gefallen. Die vier seltenen Bäume am See, die aufwendig umgepflanzt wurden, "wachsen ausnahmslos gut", sagt Volker Mielchen. Besonders die italienische Erle aus dem Hochzeitswald. Der Ersatz für das abgesägte Grün ist rund um den Senftenberger See in den Boden gebracht worden. Auch die alten Bäume haben schließlich in Erholungsflächen gestanden, erklärt der Verbandsvorsteher.

"Wir haben auch großes Glück gehabt", sagt Volker Mielchen. Während der Bauphase, vor allem beim Spundwandbau, sei kein Hochwasser zu verzeichnen gewesen. Der Wasserspeicher musste damit nicht hoch angestaut werden, die Baustelle konnte weitgehend trocken gehalten werden. Auf hohe Auflagen der Wasserbehörden blickt der Verbandsvorsteher zurück. Die Regenwasserversickerung nahe der Uferkante sei eine besondere Herausforderung gewesen. Laut Gesetz darf nur Niederschlagswasser von nicht befahrenen Flächen, also den Holzdecks, direkt in den See geleitet werden.

"Wir haben Qualität gebaut", versichert Volker Mielchen. Sehr stabile Profile seien gewählt worden. Die Betonpontons sind mit Ketten an Pfählen befestigt. Bewusst haben die Senftenberger auf Betonanker verzichtet. In Geierswalde und am Bärwalder See haben die Schiffsanleger und Bootsliegeplätze diese. "Am Seegrund ist mächtig Bewegung", erzählt der Verbandsvorsteher. Taucher haben nach dem Rechten gesehen, berichtet er.

Die ständige Kostenkontrolle hat beim Hafenbau die avisierte Punktlandung gebracht. Frühzeitig seien Umplanungen auch während der Bauphase erfolgt. Das Meisterstück ist die Seebrücke geworden. Wegen der schwierigen Baugrundverhältnisse konnte sie nicht als fest gegründetes Bauwerk errichtet werden. Der Verzicht auf den Holzbelag auf der Hafenmole wird teilweise bedauert. Der Betonweg sehe unfertig aus, sagen Senftenberger. Doch der Stolz auf das vollbrachte Werk wird davon nicht getrübt. Der Stadthafen wird von den Menschen angenommen wie kein zweiter Ort in der Stadt.

"Absolut bewährt hat sich das kleine Projektmanagement", schätzt Volker Mielchen abschließend ein. Ein Kümmerer für alles, das waren die Strategie des Bauherren und der Wunsch der Senftenberger Ratsrunde. Gern biete sich der Seenland-Verband auch künftig als Partner der Stadt am See an.

Zum Thema:
Das Bautagebuch des Stadthafens Senftenberg ist geschlossen. Am Anfang stand der gemeinsam von der Internationalen Bauausstellung (IBA) "Fürst Pückler Land" und der Stadt Senftenberg ausgelobte Architekturwettbewerb. Im August 2009 wurden die wasserseitigen Baugrunduntersuchungen durchgeführt. Die erste Entwurfsplanung ist im Jahr 2010 angefertigt worden. Ende des Jahres war vorzeitiger Baubeginn. Im September 2011 ist die Plangenehmigung erteilt worden. Zuletzt war vor dem Baufinale im März 2013 noch die Seebrücke von einem fest gegründeten Bauwerk auf die nunmehr umgesetzte schwimmende Variante umgeplant worden.