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| 06:00 Uhr

Der Rundschau Adventskalender
Kapellen-Portal als Scharnier zwischen den Zeiten

Gemeindemitglied Enrico Kretschmer deutet auf den Mauervorsprung als Sitznische am Portal der Schlosskapelle in Guteborn, das einst zum inzwischen gesprengten Schloss gehörte.
Gemeindemitglied Enrico Kretschmer deutet auf den Mauervorsprung als Sitznische am Portal der Schlosskapelle in Guteborn, das einst zum inzwischen gesprengten Schloss gehörte. FOTO: LR / Daniel Roßbach
Guteborn. Die RUNDSCHAU öffnet täglich eine Tür in der Adventskalender-Serie: Heute die der Schlosskapelle Guteborn. Von Daniel Roßbach

Kaum eine Tür kommt ohne Scharniere aus. Doch die Tür der Schlosskapelle in Guteborn hat nicht nur Scharniere, mit denen sie in ihren Angeln schwingt, sondern ist, im übertragenen Sinne, auch ein Scharnier zwischen Vergangenheit und Gegenwart des geschichtsträchtigen Anwesens in der Gemeinde Guteborn.

Denn der Bogen der Tür aus dunklem Teak-Holz gehörte einst eigentlich nicht zu der Kapelle, die um 1750 errichtet wurde. Bauen ließ sie damals Graf Siegfried von Hoym, angeblich, weil er sich mit dem Pfarrer der Gemeinde in Ruhland über dessen Tätigkeit als Taubenzüchter überworfen hatte. „Der Torbogen gehörte damals noch zum Hintereingang des Schlosses“, sagt Enrico Kretschmer, ein Mitglied der Guteborner Kirchgemeinde.

Dass der Torbogen nicht – wie das gesamte Schloss im Jahr 1948 – gesprengt wurde, ist einem anderen Umstand zu verdanken: Denn schon 1913 wurde zwischen dem Schloss und seinem Wirtschaftstrakt eine überdachte Verbindung gebaut. Das damit überflüssig gewordene Türportal wurde danach in die Kapelle versetzt. Bei den Bauarbeiten fand man außerdem ein Relief, das die biblische Szene des Salomonischen Urteils zeigt und wohl aus dem abgerissenen katholischen Kloster in Doberlug-Kirchhain stammte. Dessen Steine bediente  man sich bei der Erbauung des Schlosses Guteborn wohl im 16. Jahrhundert.

Dass die Kirche jetzt in einem guten Zustand bleibt und der in Ruhland, Hermsdorf und eben Guteborn angesiedelten Kirchgemeinde alle drei Wochen zum Gottesdienst dienen kann, darum kümmert sich vor allem die Familie Pohling aus Guteborn, wie Pfarrer Karl Neumann betont.