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| 18:48 Uhr

Schulpolitik
Kampf um Grundschule der Erstklässler

Frauendorf. Frauendorfer Eltern ringen um Einschulung in Großkmehlen. Das Schulamt besteht auf effizienter Klassenbildung. Von Kathleen Weser

Für die Frauendorfer Abc-Schützen steht erstmals statt der angestammten Grundschule Großkmehlen eine Einschulung nach Ortrand zur Debatte. Das kommt völlig überraschend für die Eltern. Das bestätigen Katja und Marco Bennewitz ebensow wie Denise und Jan Mantai, Madlen Scheibe und Jonella und Marco Wachtel. Die jungen Familien sind nach Frauendorf zurückgekehrt, haben neu gebaut oder Gehöfte übernommen und aufgemöbelt. Im guten Glauben, dass auch die Kinder im nahen Kindergarten und in der Schule einen sorgenfreien Start ins Leben haben würden. Doch die erste Klasse ihrer bisher niemals in Frage gestellten Wahlschule ist jetzt überfüllt. Der Nachwuchs soll nach Ortrand umgelenkt werden. Dafür haben die Familien keinerlei Verständnis. Denn Frauendorf gehört ausschließlich zum Schulbezirk Großkmehlen. Und die Familien der Abc-Schützen gehen daher davon aus, dass ihre Kinder einen Anspruch darauf haben, hier eingeschult zu werden. Zudem verweisen sie auf das Brandenburgische Schulgesetz, das in Paragraf 8 festlegt: Die Teilnahme an Schulversuchen ist freiwillig. Als einen solchen betrachten die Frauendorfer die flexible Schuleingangsphase (Flex), in der in Ortrand unterrichtet wird. Da auch hier nur eine erste Klasse gebildet werden soll, ist die Wahl der alternativen Beschulung in einer Regelklasse nicht gegeben. Auch das lehnen die Frauendorfer für ihre Kinder ab.

Das Staatliche Schulamt Cottbus sieht einen Anspruch auf eine Beschulung im festgelegten Grundschulbezirk ebensowenig für rechtlich haltbar wie die strikte Ablehnung des Flex-Modells. Eine effiziente Klassenbildung ist bei 50 Einschülern nur in zwei ersten Klassen – einer in Großkmehlen und einer in Ortrand – möglich. Das erklärt Dagmar Kittel, die Schulrätin für Oberspreewald-Lausitz. Ursprünglich war von 64 Kindern ausgegangen worden, die in drei Klassen eingeschult worden wären. Die Verwaltungsvorschriften seien eindeutig. Die Kinder mit dem kürzeren Schulweg, also die Frauendorfer, seien umzulenken.

In den Schulen für gemeinsames Lernen wie in Großkmehlen ist eine maximale Klassenstärke von 25 Schülern angestrebt. Dort werden nun sogar 26 eingeschult. Nach RUNDSCHAU-Informationen ist bisher kein Kind mit besonderem Förderbedarf darunter. Vier Kinder aus Frauendorf sind in Großkmehlen noch nicht aufgenommen. In sonstigen ersten Klassen dürfen in Brandenburg 28 bis 30 Kinder eingeschult werden.