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| 13:50 Uhr

Aufregung über Forstarbeiten
Vorwurf über Kahlschlag am Grünewalder Lauch

 Einen „schrecklichen Kahlschlag“ nennt ein Beobachter die Arbeiten rund um den Grünewalder Lauch.
Einen „schrecklichen Kahlschlag“ nennt ein Beobachter die Arbeiten rund um den Grünewalder Lauch. FOTO: LR / Daniel Roßbach
Grünewalde. Stadtverwaltung Lauchhammer spricht von notwendigen Forstarbeiten im Naherholungsgebiet.

„Ein schrecklicher Kahlschlag“, ein „rücksichtsloser Eingriff in die Natur“, bei dem „ganz schön abgeholzt worden“ sei. So beschreiben Bürger, die den Wald um den See Grünewalder Lauch nordwestlich von Lauchhammer zur Erholung nutzen, die Forstarbeiten, die dort seit Ende Dezember stattfinden. 

Dagegen stellt die Stadt Lauchhammer die Arbeiten als deutlich weniger dramatisch dar. Ihr gehört der Waldabschnitt zwischen dem Ostufer des Sees und der Bungalowsiedlung, und sie hat ein Unternehmen mit den Arbeiten beauftragt, die dort nun stattfinden. Dabei handelt es sich um „Durchforstungsarbeite“, die durch „vermehrt auftretenden Windbruch“ notwendig geworden sind, so Stadt-Sprecherin Rotraud Köhler.

Mit den Bauarbeiten zur Verlegung der Europäischen Gasanbindungsleitung“ (Eugal) stehen die Waldarbeiten demnach in keinem Zusammenhang. Sie sollen vielmehr, so Köhler weiter, „zur Gefahrenabwehr und -beseitigung und zur Wahrung der Verkehrssicherungspflicht“ vorgenommen werden.

In der Tat sehen nicht alle, die gern am Grünewalder Lauch spazieren gehen, die Arbeiten so dramatisch. Luise Thiemig aus Lauchhammer-Ost kommt regelmäßig an den See, um mit ihrem Hund Gassi zu gehen. „Die Stürme im Herbst haben hier durchaus viele Bäume umknicken lassen. Mir leuchtet ein, dass da Aufräumarbeiten notwendig sind.“ In jedem Fall wird der Wald am Ufer des Grünewalder Lauch durch die Arbeiten lichter. Das führt etwa dazu, dass die Bungalowsiedlung von dem Weg, der um den See führt, leichter einzusehen ist - ebenso wie andersherum der See von der Siedlung aus.

Der Grünewalder Lauch liegt am Ostrand des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft und entstand, als ein Restloch des Tagebaus in der Plessaer Heide geflutet wurde. Bis zum Jahr 1976 wurde er zu einem Badesee umgestaltet, an dem heute ein Campingplatz und eine Minigolfanlage liegen.

 Einen „schrecklichen Kahlschlag“ nennt ein Beobachter die Arbeiten rund um den Grünewalder Lauch.
Einen „schrecklichen Kahlschlag“ nennt ein Beobachter die Arbeiten rund um den Grünewalder Lauch. FOTO: LR / Daniel Roßbach