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| 01:38 Uhr

Jungvögel leiden keinen Hunger

Brieske. Mancher erinnert sich gern an seine Kindheit auf dem Bauernhof zurück, wo jeden Sommer unterm Dach oder in der Scheune das „wid wid“ der Schwalben erschallte. Noch heute leben in der Lausitz viele dieser Vögel mit den tief gegabelten Schwänzen, so auch in einem alten Viehstall in Brieske. Torsten Richter

Die RUNDSCHAU wird zusammen mit dem Sedlitzer Ornithologen Heiko Michaelis das Leben der Briesker Schwalben begleiten, bis sich im Herbst die gefiederten Freude verabschieden.Schon seit Jahren wird die alte Scheune in Brieske von den Landwirten nicht mehr genutzt. Richtig "leer" steht das Gebäude dennoch keineswegs. Überall ist das "wid wid" der Schwalben zu vernehmen. Die Vögel können durch die kaputten Fensterscheiben problemlos ein- und ausfliegen. Imposant wirken die kleinen, meist aus Lehmkügelchen gebauten Nester. Insgesamt 24 von ihnen hat Ornithologe Heiko Michaelis in diesem Jahr gezählt. 65 Jungvögel sind seinen Angaben zufolge im Zuge der ersten Brut im Frühjahr geschlüpft. Der größte Teil der jungen Schwalben aus der ersten Brut ist bereits ausgeflogen. "Über die Hälfte war bereits im Mai fort. Das ist recht zeitig", hat Heiko Michaelis beobachtet. Die ersten Altvögel seien auch schon bereits Anfang April aus ihren Überwinterungsquartieren in die heimatliche Scheune zurückgekehrt. Der Sedlitzer Vogelkundler muss es wissen, schließlich beringt er schon seit mehreren Jahren die gefiederten Tiere.Jetzt, Anfang Juli, beginne in der Briesker Scheune die zweite Brutperiode. Diese werde bis Mitte August andauern. Die Chancen, dass auch diese Vögel problemlos großgezogen werden können, stünden nicht schlecht. "Denn durch das feuchtwarme Wetter gibt es viele Insekten. Damit dürfte genügend Nahrung vorhanden sein", resümiert Heiko Michaelis. Torsten Richter