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| 16:00 Uhr

Erste Weinlese bei Lauchhammer verspricht edlen Tropfen
Jungfernlese im Weingarten Grünewalde

Hobby-Winzer Torsten Arlt bei der Jungfernlese in seinem Weingarten. Der Solaris ist in der Gluthitze bei Sonne satt und wenig Regen der vergangenen Wochen hervorragend gereift. Das durchschnittliche Mostgewicht liegt bei erstaunlichen 94 Oechsle. Die Aussichten für einen guten ersten Tropfen aus dem Grünewalder Weingarten sind damit vielversprechend.
Hobby-Winzer Torsten Arlt bei der Jungfernlese in seinem Weingarten. Der Solaris ist in der Gluthitze bei Sonne satt und wenig Regen der vergangenen Wochen hervorragend gereift. Das durchschnittliche Mostgewicht liegt bei erstaunlichen 94 Oechsle. Die Aussichten für einen guten ersten Tropfen aus dem Grünewalder Weingarten sind damit vielversprechend. FOTO: Mirko Sattler
Grünewalde. Der Wein vom steilsten Weinberg Brandenburgs unterhalb der IBA-Terrassen in Großräschen und vom historisch verbrieften Anbaugebiet auf der Raunoer Höhe in Senftenberg bekommt Konkurrenz. Torsten Arlt hat den Wein nach Grünewalde gebracht. Mit der Jungfernlese ist er sehr zufrieden. Von Andrea Budich

Der erste Wein aus Grünewalde. Für den Ortsteil von Lauchhammer mit dem Erholungsgebiet Grünewalder Lauch, mit 170 Ferienhäusern, Badesee mit FKK-Strand, Mühlenhofmuseum und vier flankierenden Naturschutzgebieten ist der Wein jetzt das Sahnehäubchen schlechthin.

Ins Dorf gebracht hat ihn Torsten Arlt. Der Prüfsachverständige für Lüftungs- und  Entrauchungsanlagen mit dem Rebrecht für einen Viertel Hektar ist auf dem besten Wege, ein Winzer und Kellermeister zu werden. Eine Berufsbezeichnung, die es so im Ort noch nie gab.

Zwei Jahre Vorlauf waren notwendig bis zur Jungfernlese im Grünewalder Weingarten. In ihm stehen in Reih und Glied 400 Rebstöcke. Zu den weißen Rebsorten gehören der Solaris, Johanniter und Phönix. Bei den Roten hat sich Torsten Arlt für Regent und Rondo entschieden.

Die ersten Trauben der frühen Rebsorte Solaris konnte Grünewaldes Winzer schon am Sonntag vom Stock nehmen. Die erreichten 94 Grad Oechsle beim Mostgewicht sprechen für eine 1 A-Qualität gleich im Premierenjahr.

Wie der Grünewalder Wein auf der Zunge liegt, davon können sich Bewohner und Gäste des Traktorentreffens am 2. September überzeugen. Für das von den Grünewalder Technikfreunden LPG „Krumme Furche“ organisierte Treffen setzt Arlt extra einen ordentlichen Schub Federweißen an. Der Rest des Brandenburger Landweins aus Grünewalde kann dann in Ruhe reifen bis zur Jungweinprobe im Frühjahr 2019.

Nachdem der erste Federweiße noch in diesem Herbst fließen wird, hält Torsten Arlt an seinen Plänen unbeirrt fest. Sobald er mit der Lese durch ist, will er weiter ackern in seinem 3000 Quadratmeter großen Weingarten. Für weitere 200 Stöcke will der 56-Jährige den Boden vorbereiten. Am Ende sollen hier einmal bis zu 700 Rebstöcke stehen.

Damit nicht genug, träumt Arlt von einer Wein- und Fruchtmanufaktur. Dafür will er ein ungenutztes Nebengelass auf dem Grundstück flottmachen. Darin soll ein Wein-Atelier mit Hofladen Platz finden. Später könnten darüber auch noch Ferienzimmer ausgebaut werden - so sein Plan.

Für sein Wein-Atelier und den Bau eines Bewässerungsystems für den Weingarten ist es ihm gelungen, den europäischen Fördertopf für die ländliche Region anzuzapfen. Ob die Fördertaler für das 100 000 Euro-Projekt aber tatsächlich ausgezahlt werden, steht nach neuerlichen Problemen mit dem Bauantrag noch in den Sternen. „Das Weinatelier kommt so oder so - notfalls auch ohne Förderung“, hält der Hobby-Winzer an seinem Plan fest.

Auch für die geplante Fruchtmanufaktur gibt es schon einen beachtlichen fruchtigen Vorlauf. Auf der Streuobstwiese duftet es nach Äpfeln und Birnen, die in bester Gesellschaft von Blaubeeren, Brombeeren, Himbeeren und Johannisbeeren reifen.

Mit der Weinlese soll es schon an diesem Wochenende weitergehen. Freiwillige Helfer sind dazu herzlich in den Grünewalder Weingarten eingeladen.

Für Torsten Arlt indes hat sich mit der ersten Lese ein langer Traum vom eigenen Weingarten erfüllt. Damit ist auch sein ursprüngliches Ansinnen, mit einem Freund einen Weinberg in Meißen zu kaufen, zu den Akten gelegt. Wie der erste Jahrgang des Grünewalder Weins schmecken wird, bleibt auch für ihn noch ein Geheimnis. „Genug Sonne gab es ja. Ich hoffe auf einen edlen Tropfen“, macht der Neu-Winzer schon mal neugierig auf die erste Grünewalder Jungweinprobe im nächsten Frühjahr im Dorf.