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Jugendlich frisch in die Politik

Josefine Kieliba (23) will im Kreistag für junge Leute und das Theater streiten.
Josefine Kieliba (23) will im Kreistag für junge Leute und das Theater streiten. FOTO: Steffen Rasche/str1
Senftenberg. Mit 24 Kandidaten geht die Unabhängige Wählergemeinschaft Senftenberg (UWS) in die Kreistagswahl. Für ein Miteinander der Menschen und eine transparente Kommunalpolitik steht die Wählergruppe. Das sagt Spitzenkandidatin Ilona Nicklisch aus Brieske. Josefine Kieliba (23) aus Senftenberg will mitreden und mitgestalten – vor allem für junge Leute. Kathleen Weser

Josefine Kieliba ist eine echte Senftenberger Pflanze. Die 23-Jährige ist in der Stadt aufgewachsen, lebt hier und will bleiben. "Ich bin politisch interessiert und sage sehr direkt, was ich denke", erzählt die angehende Bankkauffrau. Dies sind wohl auch die nachvollziehbaren Gründe dafür, dass die Nicklisch-Zwillingsschwestern aus Brieske die Senftenbergerin sofort als geeignete Kandidatin für die Unabhängige Wählergemeinschaft gesehen und auch sehr direkt angefragt hatten. Für die Stadtverordnetenversammlung Senftenberg und den Kreistag Oberspreewald-Lausitz tritt die 23-Jährige an. Gemeinsam mit Juliane Birkholz ist sie damit die jüngste Bewerberin der Wählergruppe um ein Mandat als Volksvertreter.

Die Generation 50 plus stellt auch auf dieser Liste für die Wahl zum Kreistag die Mehrheit. Das bildet praktisch auch die Alterspyramide im Landkreis ab.

"Ich kann nicht behaupten, dass ich weiß, wie das kommunalpolitische Geschäft läuft", erklärt Josefine Kieliba. "Aber ich bin sicher, dass ich auch in diese neue Aufgabe schnell hineinwachse", ergänzt sie selbstbewusst. Die Themen Jugend, Soziales und Bildung seien für sie von besonderem Interesse. Und die Kultur. "Ich liebe unseren See, den Hafen und das Theater. Unsere Region hat schon viel zu bieten", sagt die Senftenbergerin. Mit den Inline-Skatern umrundet sie gern den Senftenberger See.

Als Schülerin hat sie ein Austauschjahr in Amerika, anschießend ihr Abitur am Senftenberger Gymnasium gemacht und die Ausbildung zur Bankkauffrau bei der Volks- und Raiffeisenbank begonnen. Im Sommer will sie die dreijährige Lehre abschließen und dann in ihrem Beruf arbeiten. Der Kontakt mit den Kunden liegt Josefine Kieliba besonders. Die junge Frau ist ein Menschen- und Tierfreund, wie sie lachend bestätigt. Neben der anspruchsvollen Ausbildung nimmt sie sich Zeit für ihren Pudel und die große Leidenschaft, das Theater.

Über das darstellende Spiel in der Schule hat sie die Liebe zur Neuen Bühne - "Wir haben wirklich ein tolles Theater. Das ist nicht selbstverständlich und muss dringend weiter gefördert werden." - und zum Brecht-Theater in Berlin entdeckt.

"Ich bin ein sehr sozial eingestellter Mensch", erklärt die junge Frau. Ihre Mutter arbeitet als Friseuse und ihr Vater ist als Angestellter im Fleischerhandwerk tätig. Durch den Kontakt mit vielen Menschen in der Region hat sie ein gutes Gespür für deren Befindlichkeiten, Sorgen und Nöte, aber auch die Wünsche und Hoffnungen entwickelt. "In die Kommunalpolitik will ich jetzt richtig reinschnuppern", sagt Josefine Kieliba. Selbstverständlich werde sie auch beide Mandate annehmen, wenn sie die erforderlichen Wähler-Stimmen im Mai erhalte.

"Als Klassensprecherin und Mitglied der Schulkonferenz habe ich schon mal geübt, meine Meinung zu sagen und auch zu vertreten", versichert sie. "Ich bin noch jung und auch gern bereit, weiter dazu zu lernen", sagt sie. Politik zu machen für Stadt und Kreis, das reize sie sehr.

Zum Thema:
Die Brandenburger Vereinigte Bürgerbewegungen/Freie Wähler geht als Listenvereinigung mit der Unabhängigen Wählergemeinschaft Senftenberg (UWS) und der Familienpartei in die Kommunalwahl. Für den Kreistag Oberspreewald Lausitz treten 24 Kandidaten an (siehe Tabelle). Als bürgerorientierte und programmatische Alternative sieht sich die Wählergruppe UWS. Eine transparente Politik und eine noch bessere und verständliche Information an die Bürger haben sich die Mitglieder auf die Fahne geschrieben. Zentrale Themen sind die Integration der Vereine, eine höhere Qualität und Vielfalt der Angebote für Kinder, Jugendliche und Senioren sowie die Förderung der touristischen Infrastruktur im Lausitzer Seenland. Der Ordnung und Sauberkeit in den Städten und Gemeinden gelte die Aufmerksamkeit ebenso wie der Stärkung des Ehrenamtes.