ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 09:15 Uhr

Jugend forscht
Energiespeicher und Supraleiter

 Lilli Rauhut, Lea Kerstan und Nadine Reichelt (v.l.n.r.) vom Gymnasium Senftenberg haben den Adsorptionsprozess in Zeolithen untersucht.
Lilli Rauhut, Lea Kerstan und Nadine Reichelt (v.l.n.r.) vom Gymnasium Senftenberg haben den Adsorptionsprozess in Zeolithen untersucht. FOTO: LR / Daniel Roßbach
Senftenberg/Schwarzheide. Mit Studienprojekten über innovative Wärmespeicher und Lebensmittelchemie beteiligen sich Schüler der Gymnasien in Schwarzheide und Senftenberg am Jugend forscht-Wettbewerb. Von Daniel Roßbach

Wenn am 28. Februaur in Eberswalde der Regionalwettbewerb von Jugend forscht stattfindet, werden auch Schüler aus dem Seenland vier Forschungsprojekte präsentieren. Mit ihren Arbeiten haben die Schüler der Gymnasien in Schwarzheide und Senftenberg sich schon länger  als einem Jahr befasst.

An innovativen Methoden zur Speicherung von Wärme forschten Lea Kerstan (15), Lilli Rauhut (15) und Nadine Reichelt (17) aus Senftenberg. In der porösen Oberfläche von Zeolithen können Wassermoleküle aus darüber geführter Luft gespeichert werden. Bei diesem Prozess entsteht Wärme. Das demonstrierten die jungen Forscherinnen anschaulich am Beispiel von Atemluft, die man etwa mit einem Strohhalm in die Kügelchen des Zeolith-Materials bläst um dann zu messen, wie dieses sich teils um knapp 100 Grad Celsius erwärmt. Ein Effekt, der nicht nur schon jetzt in Geschirrspülern eingesetzt wird, sondern sich auch für Energiespeicher eignen könnte.

Um an ihrem Projekt zu arbeiten,  trafen sich die drei Schülerinnen länger als ein Jahr lang regelmäßig in ihrer Freizeit, um Experimente zu planen und durchzuführen. Und nahmen sogar Kontakt zum Dresdner Leibniz-Institut für Polymerforschung in Dresden auf. Dort wiederholten sie ihre Experimente noch einmal mit aufwendigeren Messgeräten – und kamen zu überraschenden Ergebnissen. Auch diese werden sie in Postern und einer schriftlichen Arbeit beim Regionalwettbewerb für Ostbrandenburg in Eberswalde präsentieren. Hilfe von Dresdner Forschern bekam auch Marius Albrecht vom Emil-Fischer-Gymnasium in Schwarzheide im Rahmen seines Jugend forscht-Projekts. Darin stellte der 17-Jährige in aufwendiger Arbeit einen Supraleiter her. Supraleiter sind Stoffe, die Strom widerstandslos leiten. Dass die bisher bekannten Supraleiter diese Eigenschaft nur bei sehr niedrigen Temperaturen oder hohen Drücken gewinnen, macht Versuchsaufbauten, um sie zu testen, kompliziert – vor allem im Rahmen der Physik-Kabinette einer Schule.

 Die „Jugend forscht“-Teilnehmer des Gymnasiums Schwarzheide, Paul Klauber, Jenny Loche, Florian Krowiorz und Marius Albrecht,  mit ihrer Lehrerin Elke Gutsch (2.v.l) vor dem Seecampus Niederlausitz.
Die „Jugend forscht“-Teilnehmer des Gymnasiums Schwarzheide, Paul Klauber, Jenny Loche, Florian Krowiorz und Marius Albrecht,  mit ihrer Lehrerin Elke Gutsch (2.v.l) vor dem Seecampus Niederlausitz. FOTO: LR / Daniel Roßbach

Deren Möglichkeiten nutzte Marius Albrecht zwar unterstützt von Lehrerin Elke Gutsch aus, vollständig gelingen konnte der Versuch aber trotzdem nicht. Also wandte Marius sich an Forscher des Instituts für Festkörper und Werkstoffforschung. Mit flüssigem Stickstoff und einem leistungsfähigeren Ofen gelang es dort, die supraleitenden Eigenschaften des Materials zu demonstrieren. In Schwarzheide beschäftigten sich außerdem die Zwölftklässler Paul Klauber (16) und Florian Krowiorz (17) mit dem Effekt, den Koffein auf Kleinstlebewesen hat. Jenny Loche, ebenfalls 17 Jahre alt, untersuchte, wie sich Geschmackswahrnehmungen aus verschiedenen Sinnen zusammensetzen – und wie leicht sie sich von ungewöhnlichen Präsentationsformen täuschen lassen: „Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass viele Menschen Fruchtsäfte nur einer Frucht zuordnen können, wenn sie entsprechend beworben werden.“

Für die Schüler aus dem Lausitzer Seenland ist der Weg zum Brandenburger Landeswettbewerb nur sprichwörtlich weit, denn dieser findet am 2. und 3. April im Kulturhaus der BASFn Schwarzheide statt.