Als Günther Schuster seine Lehre auf dem Bahnhof Hohenbocka (heute Hosena) absolviert hatte, war in Deutschland gerade der Zweite Weltkrieg zu Ende. Trotz aller Wirren der Kriegszeit und der Nachkriegsjahre und kaum Berufsschulausbildung brachte es der gebürtige Hosenaer zunächst zum Bahnfacharbeiter, später sogar zum Bahnhofsvorsteher.

Die Hosenaer Bahngeschichte und mehr steckt in der Chronik

Im Alter von rund 90 Jahren hat Günther Schuster sein Wissen niedergeschrieben. Und zwar im druckfrischen Werk „600 Jahre Hosena - Eine Chronik“, das Anfang März erschienen ist. Der Autor listet in seinem achtseitigen Artikel die Geschichte der Eisenbahn und des Bahnhofes auf, der erst seit der Jahrtausendwende den Namen Hosena trägt. Die vorige Bezeichnung Hohenbocka ging auf den dortigen Gutsbesitzer und ehemaligen Hoyerswerdaer Landrat von Götz zurück.

Auch Günther Schusters Sohn Hagen (63) hat sich in die druckfrische Ortschronik eingebracht. „Das war mit Vater ein Gemeinschaftswerk“, berichtet der selbstständige Lackierer, der zudem als Hosenaer Ortsvorsteher fungiert. In diesem Beitrag geht es um die 90-jährige Historie der Kleintierzucht im Oberlausitzer Ort. „Vater war über viele Jahre im Vereinsvorstand tätig. Sein gesammeltes Zahlenmaterial haben wir gemeinsam in Textform gebracht“, berichtet Hagen Schuster.

Neu gefundene Urkunde zu Hosena ist die große Überraschung

Als größte Überraschung bei der Recherche für das insgesamt 240 Seiten umfassende Buch bezeichnet Hagen Schuster die Entdeckung einer Quelle, die besagt, dass der Ort 19 Jahre eher urkundlich erwähnt wurde als ursprünglich angenommen. „Mit diesem Fakt gehen wir offensiv um. Als wir vor vier Jahren mit unseren Recherchen begonnen hatten, wussten wir es einfach nicht besser“, kommentiert Schuster. Die lange geplante 600-Jahr-Feier soll vom 19. bis 21. Juni 2020 stattfinden.

An der ersten gedruckten Hosenaer Ortschronik haben neben Günther und Hagen Schuster 15 weitere Autoren ihren Anteil. Weitere Protagonisten stellten umfangreiches Bildmaterial zur Verfügung. Für das entsprechende Lektorat zeichnet Germanist Michael Peter Schadow verantwortlich. Die Chronik ist an neun Verkaufsstellen in Hosena, Hohenbocka, Senftenberg, Lauta und Hoyerswerda zu haben.