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Das Wasser steigt im Großräschener See
Jede Woche eine Handbreit Wasser mehr im Räschener Hafenbecken

Romantische Abendstimmung  am Stadthafen Großräschen. Die besondere Atmosphäre am beleuchteten Hafen hat Leser Wolf-Dietrich Lüdeke  am 14. Dezember eingefangen.
Romantische Abendstimmung am Stadthafen Großräschen. Die besondere Atmosphäre am beleuchteten Hafen hat Leser Wolf-Dietrich Lüdeke am 14. Dezember eingefangen. FOTO: Lüdecke / Stadt Großräschen
Großräschen. Aktueller Wasserstand liegt bei 40 Zentimetern. Stadt plant 2018 kleine Hafeneinweihung. Von Andrea Budich

Die Wanne ist noch nicht voll, aber das Wasser im Großräschener See steigt spür- und sichtbar mit jedem Tag der Endlinie entgegen. Nachdem am 7. November die ersten Pfützen auf dem trockenen Hafengrund gesichtet wurden, präsentiert sich das Hafenbecken jetzt schon mit einer geschlossenen Wasserdecke. „Mit einem Schlauchboot könnten wir schon in See stechen“, freute sich Großräschens Bürgermeister Thomas Zenker (SPD) bei der Stadtverordnetenversammlung. Im jüngsten Gewässer der schiffbaren Seenkette leisten die Bergbausanierer ganze Flutungs-Arbeit. Innerhalb einer Woche steigt das Wasser im Hafen zehn bis zwölf Zentimeter an. Der aktuelle Wasserstand liegt bei 40 Zentimetern.

Neben dem Fluten läuft auch das Bekalken auf Hochtouren. 7000 Tonnen Kalkhydrat sind bereits eingebracht, um den See in den neutralen Bereich zu bringen. Der ph-Wert des Seewassers liegt inzwischen bei fünf. Im Sommer waren es noch saure 3,3. Das Bekalkungsschiff dreht bis zu den Feiertagen auf dem Großräschener See seine Runden.

Der See wird 2018 gefüllt sein und seinen Flutungsendstand von 100 Metern über Normalnull erreicht haben. Als öffentliches Gewässer  wird der Großräschener See im nächsten Sommer aber noch nicht nutzbar sein. Bürgermeister Thomas Zenker spricht von einem Übergangsjahr. Er verweist dabei auf die Übertragung des Sees vom Berg- in Landesrecht und auf Arbeiten, die erst in dem gefüllten Gewässer erledigt werden können: Ein Schwimmbagger müsse ganzjährig noch Untiefen beseitigen. Zwei Meter Wassertiefe wird überall verlangt, um die Sicherheit der Nutzer zu gewährleisten.

Wenngleich das Stadtoberhaupt die ganz große See-Euphorie für 2018 noch bremst, wird eine kleine Hafeneinweihung mit eingeschränktem Betrieb ab Ende Juni vorbereitet. Großräschen will dafür eine Teilfläche mit privatrechtlicher Schiffbarkeit nutzen. Mit der anvisierten eingeschränkten Sondernutzung könnten auch die ersten Boote aufs Wasser.

Liegeplatz-Verträge für den Räschener Seehafen indes werden im kommenden Jahr noch nicht wasserdicht gemacht, räumt Zenker ein. Damit müssten die Freizeitkapitäne noch bis zur Saison 2019 warten, wenn der komplette Großräschener See erlebbar ist. Die begehrten Liegeplätze werden auf keinen Fall „unter der Hand“ vergeben. Zum Verfahren wird noch entschieden. 140 Vormerkungen für Liegeplätze im Hafen stapeln sich jetzt schon im Rathaus.