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Jede Blutspende hilft drei Mal

Die Koordinatorin für Blutspenden im DRK-Kreisverband Lausitz, Martina Grobba (M.), überreicht Ulrike Schreiber und Hendrik Wetterling Urkunde und goldene DRK-Anstecknadel für 50 Blutspenden.
Die Koordinatorin für Blutspenden im DRK-Kreisverband Lausitz, Martina Grobba (M.), überreicht Ulrike Schreiber und Hendrik Wetterling Urkunde und goldene DRK-Anstecknadel für 50 Blutspenden. FOTO: Aswendt
Senftenberg. Ohne das uneigennützige und kontinuierliche Engagement der Blutspender läuft in Kliniken und Arztpraxen nichts. Sie geben das Wertvollste, was Menschen zu geben in der Lage sind – ihr Blut. Am Donnerstag hat der DRK-Kreisverband Lausitz Blutspender, die 50- und 75 Mal unentgeltlich gespendet haben, mit einer Feierstunde im Senftenberger Hotel Lido geehrt. Peter Aswendt

In Deutschland stellen die Blutspendedienste des DRK jährlich etwa 3,8 Millionen Vollblutspenden für die Versorgung der Kliniken bereit. Mit verantwortlich für die beeindruckenden Zahlen sind auch die "stillen Lebensretter" aus dem Altkreis Senftenberg. Regelmäßig führt der DRK-Kreisverband Lausitz Auszeichnungsveranstaltungen durch, um zumindest einen kleinen Dank für uneigennütziges Handeln der Spender auszusprechen. Für 2013 hat die Blutspendekoordinatorin des DRK-Kreisverbandes Lausitz, Martina Grobba, 67 Spenderinnen und Spender für ihre 50. oder 75. Spende in das Senftenberger Lido eingeladen. "Ich bin schon gespannt auf viele bekannte Gesichter, die ich über viele Jahre in der Blutspende begleiten konnte", sagt sich Martina Grobba. Mit Blumenstrauß und Ehrennadel erwartet sie ihre Gäste. Neben Spender-Jubilaren sorgten auch Kinder der DRK-Kita "Zwergenhand" aus Großräschen mit einem kleinen Programm für gute Laune. Beeindruckt zeigt sich auch die Präsidentin des DRK-Kreisverbandes Lausitz, Germana Grehn, vom uneigennützigen Engagement der Anwesenden: "Die große Anzahl der Ehrungen ist erfreulich", sagt die Präsidentin. Warnend fügt sie hinzu: "Blut spenden kann man nicht ewig. Die Spender werden immer älter. Auch hier trifft uns der demografische Wandel in der Region."

Was mit dem gespendeten Lebenssaft beim DRK passiert, der im Gegensatz zu kommerziellen Vermarktern in der Region bleibt, erläuterte Oberärztin Irene Sopivnik: "Jede Vollblutspende wird dreimal genutzt: das Plasma, die roten Blutkörperchen und eine entstehende Trennschicht (Thrombozyten). Sie helfen also mit einer Spende dreimal", erklärt die Ärztin vom DRK-Blutspendedienst Nord-Ost aus Cottbus. Hochgerechnet auf das 50-malige Spenden von Ulrike Schreiber (61) aus Senftenberg hat diese schon 150 Mal mit ihrem Blut, fremden Menschen geholfen. Die leidenschaftliche Eisbaderin hat als 19-Jährige während des Studiums mit dem Blutspenden begonnen. "Ich fühle mich beim DRK gut aufgehoben", sagt die selbstständige Reha- und Präventionstherapeutin. "Ich kann immer zum selben Ort gehen, an die Briesker Straße. Dort sind wir schon eine kleine Familie", merkt Ulrike Schreiber lachend an. Die 75. Spende möchte sie aber noch erreichen. Sie erklärt: "Durch meine drei Kinder musste ich oft pausieren, sonst hätte ich schon mehr Spenden."

Auch Hendrik Wetterling (68) aus Senftenberg kann auf 50 Spenden zurückblicken. "Meine Mutter hat mich vom Blutspenden überzeugt", erinnert er sich. "Ich war gerade am Ende meiner Lehrzeit als Chemiefacharbeiter in Staßfurt", ergänzt Wetterling. Für den engagierten Blutspender, der 1970 in das DRK eintrat, hat auch die ehrenamtliche Tätigkeit sehr große Bedeutung: "Ich helfe im DRK-Ortsverein Senftenberg mit, Blutspenden durchzuführen", erzählt er. "Im Kreisauskunftsbüro bin ich auch dabei", fügt Wetterling hinzu. Im Januar hat er schon seine erste Blutspende für 2014 abgeliefert. Und wer einen Erste-Hilfe-Kurs beim DRK in Senftenberg absolviert, kann Hendrik Wetterling als Ausbilder haben.

Zum Thema:
Sechs regionale Blutspendedienste des DRK zeichnen verantwortlich für die flächendeckende Versorgung der Patienten in der Bundesrepublik. Für den DRK-Kreisverband Lausitz ist die DRK-Blutspendedienst Nord-Ost gGmbH in Cottbus zuständig. Der Großteil der Blutspenden wird in der Region zur Behandlung von Krebspatienten während der Chemotherapie, bei Erkrankungen des Herzens, Magen- und Darmkrankheiten, für Organtransplantationen und bei Sport- und Verkehrsunfällen eingesetzt. Nur Überschüsse werden überregional weitergegeben. Eine Ausnahme bilden Katastrophen. In der Region Berlin, Brandenburg, Hamburg, Sachsen und Schleswig-Holstein, die der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost versorgt, werden etwa 2250 Blutspenden täglich benötigt