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Investitionspaket ist geschnürt

Die Regenwasserkanäle in den Senftenberger Wohngebieten Süd und am See geben vielfach den Geist auf. Die Stadt investiert schrittweise weiter in die Niederschlagsentwässerungsanlagen, damit Hindernisse wie in der Henneckestraße (im Bild) nicht zur Regel werden.
Die Regenwasserkanäle in den Senftenberger Wohngebieten Süd und am See geben vielfach den Geist auf. Die Stadt investiert schrittweise weiter in die Niederschlagsentwässerungsanlagen, damit Hindernisse wie in der Henneckestraße (im Bild) nicht zur Regel werden. FOTO: Steffen Rasche/str1
Senftenberg. Die Stadt Senftenberg hat den Ausschreibungskatalog offengelegt. Handwerker fordern eine Parkkarte für die beruhigte Innenstadt. Kathleen Weser

Die Reparatur von kommunalen Straßen und Investitionen in das marode Kanalnetz für die Regenentwässerung schlagen in der Stadt Senftenberg weiter kräftig ins Kontor. Das zeigt der aktuelle Ausschreibungskatalog, den die Rathaus-Spitze zum Handwerkerforum am Mittwochabend vorgelegt hat. Das Papier weist auch viele weniger große Brocken aus, die für die kleinen und mittelständischen Unternehmen am Ort interessant sein dürften. Doch die Hürde, die für freihändige und Vergaben in beschränkter Ausschreibung seit dem vergangenen Jahr zu nehmen ist, scheuen Handwerker und Gewerbetreibende offensichtlich. In das erforderliche Bieterverzeichnis, die Grundvoraussetzung für Anfragen der Verwaltung bei Dienstleistern, sind derzeit nur 68 Senftenberger Firmen eingetragen. Ständige potenzielle Bewerber um städtische Aufträge sind aktuell 231 Unternehmen. Eindringlich wirbt Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD) darum, dass die heimischen Betriebe den einmalig aufwendigen Akt abarbeiten. Der frisch vorlegte Ausschreibungskatalog mit dem Investitionsprogramm des laufenden Jahres wird nicht - wie bisher - auf der Stadtseite im Internet veröffentlicht. Interessierte Unternehmer bekommen den Katalog von den Mitarbeitern um Wirtschaftsförderer Frank Neubert gern persönlich ausgehändigt. Denn die Rathaus-Spitze sucht sehr bewusst das Gespräch mit den Handwerkern und Dienstleistern, um die lokale Präsenz im Bieterverzeichnis schnell deutlich zu erhöhen. Den dringlichen Wunsch der Handwerker nach einer Parkkarte - vor allem für die weiträumig vom motorisierten Verkehr frei gehaltene Senftenberger Innenstadt - unterstützt die Stadtverwaltung mit aller Kraft. Das versichert der Wirtschaftsförderer. Städte wie Sömmerda und Sohlingen haben das Sonderparkrecht, das auch die Brandenburger Verkehrsbehörden erlauben können, mit Erfolg eingeführt.

Rüdiger Geißler, Inhaber eines Fachbetriebes für Heizung und Sanitär in der Stadt, erhofft sich dazu ein Machtwort aus dem Rathaus. "Wir können unsere Werkstattwagen nicht auf einem Parkplatz abstellen und dann mehrere Hundert Meter weit laufen, um Material für die Reparaturen zu holen. Im Innenstadtbereich ist das für Handwerker eine Katastrophe", stellt der Unternehmer fest. Die Leute würden sogar abgestraft, wenn sie im städtischen Auftrag arbeiteten. Eine Handwerkerparkkarte für das Stadtgebiet, die keinen Einzelantrag bei der Straßenverkehrsbehörde des Kreises erfordert, wird gefordert.

Gemeinsames Ziel ist es, den Handwerkerparkausweis in Senftenberg für das ganze Stadtgebiet einzuführen. Im eingeschränkten Halteverbot und auch in Bereichen mit Parkvorrechten von Bewohnern sollen Dienstleister im Arbeitseinsatz künftig den unverzichtbaren Werkstattwagen abstellen dürfen, ohne Knöllchen zu riskieren. Dies soll auch für verkehrsberuhigte und Fußgängerzonen sowie außerhalb markierter Flächen und über festgelegte Höchstparkdauern hinaus gelten.

Zum Thema:
Das Handwerkerforum in Senftenberg ist vor nunmehr zehn Jahren ins Leben gerufen worden, um die heimischen Unternehmen über die städtischen Investitionsvorhaben frühzeitig in Kenntnis zu setzen. Damit soll der regionale Wirtschaftskreislauf gestärkt werden, ohne den Wettbewerb zu beeinträchtigen. Wegen geänderter Anforderungen an Ausschreibungen hat die Stadt auch das Bieterverzeichnis eingeführt.