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| 18:06 Uhr

Treffen ehemaliger Studenten
Wolf-Rüdiger Döring erhält Ehrendoktor-Titel

Bei ihnen liefen in diesem Jahr die Fäden des jährlich durchgeführten Klassentreffens der 68er Ingenieur-Ökonomie-Studenten zusammen: Helmut und Christel Müller aus Gommern sowie Christina und Klaus Schober aus Brieske (v. l.). Kennengelernt haben sich beide Paare während des Studiums an der damaligen Bergbau-Ingenieurschule „Ernst Thälmann“ in Senftenberg.
Bei ihnen liefen in diesem Jahr die Fäden des jährlich durchgeführten Klassentreffens der 68er Ingenieur-Ökonomie-Studenten zusammen: Helmut und Christel Müller aus Gommern sowie Christina und Klaus Schober aus Brieske (v. l.). Kennengelernt haben sich beide Paare während des Studiums an der damaligen Bergbau-Ingenieurschule „Ernst Thälmann“ in Senftenberg. FOTO: Uwe Hegewald
Senftenberg. Senftenberger Ex-Studenten nehmen Jubiläum zum Anlass, um ihren Ex-Klassenlehrer zu ehren. Von Uwe Hegewald

In einer Feierstunde ist Wolf-Rüdiger Döring aus Kleinkoschen am Samstagabend der Ehrendoktor-Titel verliehen worden. Zwar nicht „in echt“ – aber von Herzen kommend und zu einem besonderen Anlass. Bei den Initiatoren und aussprechendem Gremium handelt es sich um ehemalige Studenten, deren Immatrikulation sich am Montag zum 50. Mal jährte.

„Das Jubiläum war für uns der Anlass, das jährliche Klassentreffen im ehemaligen Studienort durchzuführen und unseren hochgeschätzten Klassenlehrer zu ehren“, begründet Helmut Müller die etwas ausgefallene Aktion. Bei ihm laufen die Fäden der Treffen zusammen, die mit wenigen Ausnahmen jedes Jahr nach der Exmatrikulation im Jahr 1971 durchgeführt werden. „Für 41 Treffen können wir das belegen. 1989 ist die Zusammenkunft aufgrund der politischen Lage abgesagt worden. Für eine Handvoll weiterer Treffen in früheren Jahren fehlen uns Unterlagen. Wir können nicht zurückverfolgen, ob diese im kleineren Rahmen oder gar nicht stattgefunden haben“, erklärt Helmut Müller.

Aus Gommern bei Magdeburg stammend zählte er zu den damaligen Internatsbewohnern, die am 9. September 1968 in Senftenberg Quartier bezogen. Später in seinen Heimatort zurückgekehrt und noch immer im Jerichower Land lebend, sah auch er sich bereits in der Rolle des Ausrichters. „Wir wechseln die Treffpunkte regelmäßig, hatten uns schon auf Usedom getroffen, in Dresden, in der Sächsischen Schweiz, Lüneburg oder 2008 in Lübbenau“, berichtet er.

Christina Schober ergänzt: „Im vergangenen Jahr ging es zu einer ehemaligen Kommilitonin, die heute in Bonn lebt.“ Sie und ihr Ehemann Klaus Schober waren in diesem Jahr gefordert, die bis zu 30 angereisten Gäste an drei Tagen zu unterhalten. „Damit alle in einem Hotel unterkommen, empfiehlt es sich, Zimmer bereits zwei Jahre im Voraus zu buchen. Das Rahmenprogramm wird dann drumherum gestrickt“, fasst Christina Schober zusammen.

Das von ihr geschnürte Programm umfasste einen Besuch des BTU-Geländes inklusive Führung, einen Busausflug durchs Lausitzer Seenland, einen Halt in der Senftenberger Likörfabrik „Scharfes Gelb“ und die gesellige Feierstunde.

Dass Wolf-Rüdiger Döring geehrt wurde, wusste er vorher natürlich nicht. Talar, Hut und Ehrenurkunde wurden besorgt für den festlichen Moment. „Er war bei vielen unserer Klassentreffen dabei, die uns allen sehr am Herzen liegen“, sagt Christina Schober und macht das an Beispielen fest. So wurden frühzeitig Lebens- oder Ehepartner mit einbezogen und in den Anfangsjahren sogar der eigene Nachwuchs mitgebracht. „Die Treffen sind familiär gewachsen, wodurch wir Kontinuität hinbekommen haben. Die immer wieder neuen Treffpunkte sorgen zusätzlich für Attraktivität“, begründet Helmut Müller. Er und seine Ehefrau Christel genossen die Tage in der Lausitz, zumal das letzte Treffen im Senftenberger Revier viele Jahre zurückliegt. 2001 hatten die Ingenieur-Ökonomie-Studenten im Familienpark Großkoschen Quartier bezogen. „Senftenberg und das Lausitzer Seenland haben eine beachtliche Entwicklung vollzogen. Campus, Schloss und Festung, der Hafen, eigentlich die gesamte Stadt. Wir haben das alles aus der Ferne verfolgt“, fasst Helmut Müller zusammen.

Was in der zwischenzeitlichen Heimat oder in den Familien von ehemaligen Mitstudenten passiert, sei auch dadurch mitzubekommen, dass ein Großteil der eingeschworenen Truppe in einer WhatsApp-Gruppe kommuniziert. Kontakte werden gepflegt – von Bonn bis Weißwasser, von Zinnowitz bis Wurbis im Oberlausitzer Bergland. Dort könnte das Klassentreffen im kommenden Jahr stattfinden – gerne auch mit „Ehrendoktor“ Wolf-Rüdiger Döring, der die aufgeweckte Klasse dann als 80-Jähriger in Schach halten muss.

Wolf-Rüdiger Döhring hat beim Klassentreffen seiner ehemaligen Studenten den (fiktiven) Ehrendoktor-Titel erhalten.
Wolf-Rüdiger Döhring hat beim Klassentreffen seiner ehemaligen Studenten den (fiktiven) Ehrendoktor-Titel erhalten. FOTO: Christina Schober