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| 19:07 Uhr

Industriekathedralen gelten als gefährdete Denkmäler

Senftenberg. "Die beiden Denkmäler machen mir Sorgen", sagt Dr. Matthias Baxmann vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege. Heidrun Seidel

"Ich sehe sie als gefährdet an." Gemeint sind Waschkaue und Kraftzentrale in Brieske, an die derzeit der ehemalige Senftenberger Hochschulprofessor Erik von Grawert-May in Potsdam öffentlich Alarmglocken schrillen lässt.

Beide Gebäude stehen leer und sind lediglich so gesichert, dass von ihnen keine Gefahr ausgeht. Dabei, so erklärt Baxmann, sind sie wichtige und imposante Zeugnisse der Bergbaugeschichte im Senftenberger Revier. Sie waren im Zuge des Aufbaus der Brikettfabriken vor und nach dem Ersten Weltkrieg entstanden.

Die 1915 erbaute Kraftzentrale stehe für die Elektrifizierung der Braunkohlenverarbeitung. Auch wenn im Innern des mächtigen Baus kaum noch Maschinen vorhanden sind, so sei er ein einzigartiges Zeugnis für die Industriegeschichte in der Region.

Eigentümer beider Bauten, die Grawert-May wegen ihrer Größe auch gern Industriekathedralen nennt, ist die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV). Sie hat, so Pressesprecher Volker Krause, immer wieder versucht, die Gebäude zu vermarkten. Das unterstützt auch die Senftenberger Stadtverwaltung, so Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD), doch bisher habe sich kein Interessent gefunden. "Natürlich haben wir Interesse daran, dass sie erhalten bleiben. Aber dazu brauchen wir einen Investor", so Friedrich. Grawert-May will nun für die leerstehenden Gebäude die Werbetrommel rühren. Dazu nutzt er ein Aufsehen erregendes Glockengeschenk an den Landtag, das dieser nicht haben will. Mit der öffentlichen Debatte um dieses Thema will er die Gebäude ins Licht holen.