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| 18:30 Uhr

Trockenheit
Verkrautete Elster ist derzeit eher von Vorteil

 Die Schwarze Elster ist in Höhe des Hochhauses am See in Senftenberg kaum mehr als solche erkennbar. Immerhin wird das wenige noch vorhandene Wasser durch das üppig wachsende Schilf im Gebiet gehalten.
Die Schwarze Elster ist in Höhe des Hochhauses am See in Senftenberg kaum mehr als solche erkennbar. Immerhin wird das wenige noch vorhandene Wasser durch das üppig wachsende Schilf im Gebiet gehalten. FOTO: LR / Torsten Richter-Zippack
Senftenberg. Der Fluss ist in Senftenberg nicht nur trocken gefallen, sondern teilweise komplett zugewachsen. Daran wird sich vorerst nichts ändern. Von Torsten Richter-Zippack

Die Schwarze Elster präsentiert sich in Senftenberg seit Wochen in zwei Extremen. Zwischen Kleinkoschen und Buchwalde ist der Fluss auf über vier Kilometer trockengefallen. Ursache bildet der anhaltende Wassermangel. Ab dem Buchwalder Wehr befindet sich aufgrund der Einleitung der Rainitza zwar wieder Wasser in der Schwarzen Elster – als ein Gewässer ist diese dennoch kaum noch erkennbar. Die Elster wächst zu. Beispielsweise im Abschnitt am Hochhaus am See existieren so gut wie keine offenen Wasserstellen mehr.

An diesem Zustand wird sich kurzfristig auch nichts ändern. Denn nach Angaben von Volker Lehmann vom Gewässerverband Kleine Elster-Pulsnitz erfolgt die entsprechende Krautung laut Plan erst im Herbst. Allerdings könne bei Bedarf zumindest die Mittelwasserrinne schon früher gekrautet werden.

Derzeit jedoch wirke sich der Pflanzenwuchs in der Elster allerdings sogar positiv aus, sagt der Verbandstechniker. „Zum einen wird das Wasser zurückgehalten. Zum anderen würde eine Krautung zum jetzigen Zeitpunkt für die Wasserlebewesen den Tod bedeuten.“

Falls es zu einem Elster-Hochwasser käme, brauche sich dennoch kein Senftenberger Sorgen machen. „Eine solche Wetterlage kommt nicht über Nacht. Hier gibt es entsprechende Vorwarnzeiten, um zu reagieren. Kleinere Hochwasserwellen werden über mehrere Tage über den Senftenberger See (Speicher Niemtsch) abgeführt“, erklärt Volker Lehmann.

Die Flussmahd erfolgt in aller Regel per Boot. Das Kraut schwimmt dann bis zur Brücke Niemtsch und wird dort entnommen. Im vergangenen Jahr hatte dieser Prozess später als sonst begonnen. Grund war der Wassermangel aufgrund der Dürre, die rund ein halbes Jahr andauerte. Damals stellte das Land Brandenburg für die Unterhaltungsarbeiten an der Schwarzen Elster und an der Pulsnitz als Gewässer erster Ordnung rund 2,2 Millionen Euro zur Verfügung. Hinzu kamen 1,2 Millionen Euro für die Beräumung von Schäden, die das Sturmtief Xavier versursacht hatte. Das schwere Unwetter hatte Anfang Oktober 2017 auch über der Lausitz und Senftenberg gewütet.

 Die Schwarze Elster ist in Höhe des Hochhauses am See in Senftenberg kaum mehr als solche erkennbar. Immerhin wird das wenige noch vorhandene Wasser durch das üppig wachsende Schilf im Gebiet gehalten.
Die Schwarze Elster ist in Höhe des Hochhauses am See in Senftenberg kaum mehr als solche erkennbar. Immerhin wird das wenige noch vorhandene Wasser durch das üppig wachsende Schilf im Gebiet gehalten. FOTO: LR / Torsten Richter-Zippack