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In Senftenberg kommen die langsamsten Motorradfahrer der Welt ins Fernsehen

Hier werden die Fahrer, vorn der Spremberger Ronny Schulz, von den TV-Leuten und Grip-Journalisten auf dem Senftenberger Markt umringt.
Hier werden die Fahrer, vorn der Spremberger Ronny Schulz, von den TV-Leuten und Grip-Journalisten auf dem Senftenberger Markt umringt. FOTO: T. Richter-Zippack/trt1
Senftenberg. Ein abgesperrter Markt, vier Motorradfahrer und zahlreiche Kameras: Rund 100 Zuschauer haben in Senftenberg die Dreharbeiten für das RTL II-Magazin "Grip" verfolgt. Dort ging es um die Weltmeisterschaft im Langsamfahren. trt1

"Ich kann gar nicht genau sagen, was meine Maschine so bringt. Bei 300 Stundenkilometern ist zumindest der Tacho am Ende", sagt Matti Seidel aus Erfahrung. Der 29-jährige Motorradfahrer aus dem Erzgebirge ist Teil eines vierköpfigen Teams, das in seinen Reihen einen Weltmeister küren will. In Senftenberg geht es allerdings nicht um neue Geschwindigkeitsrekorde. "Mit 300 Sachen über den Markt zu donnern, ginge ja auch gar nicht", sagt Seidel schmunzelnd. Worum es in der Seestadt wirklich geht, erfahren die Motorradpiloten erst kurz vor Beginn des Wettkampfes. Gesucht wird nämlich der langsamste Motorradfahrer. Der auch noch die zahlreichen Kegel, die auf dem Pflaster stehen, unversehrt lässt. "Das ist eine größere Herausforderung, als Vollgas zu geben", erklärt Redakteur Dirk Endter. Der junge Mann will mit seinem insgesamt 16-köpfigen Team den historischen Moment per Kamera festhalten. Denn solch eine Aktion bekämen die Zuschauer im Fernsehen höchst selten geboten. Daher habe sich "Grip - Das Motormagazin" auf RTL II dieses Themas angenommen. Doch warum gerade Senftenberg? Nun, Moderator Matthias Malmedie ist in der Lausitz beileibe kein Unbekannter. Auf dem Lausitzring geht er öfter ein und aus. Und im vergangenen August moderierte er das Jetski-Rennen auf dem Partwitzer See. "Die Gegend hat was: viel Natur und nicht so überlaufen", bringt Malmedie seine Sympathie auf den Punkt.

Die Crew weiß, wovon sie spricht. Schließlich habe sie in den vergangenen Monaten für ihre Weltmeisterschaft unter anderem bereits in Texas, Abu Dhabi, Schweden, Hamburg und München gedreht. Und jetzt eben in Senftenberg.

Im Fahrerteam befindet sich übrigens ein waschechter Lausitzer. In persona Ronny Schulz aus Spremberg. Der Motorsportler mit Leib und Seele vertritt mit seiner Maschine die Vereinigten Staaten. Die Konkurrenzmaschinen, auf denen durchweg deutsche Fahrer sitzen, stammen aus Deutschland, Italien und Japan.

Indes tuckern die Zweiradpiloten mit vielleicht fünf, sechs Stundenkilometern über das Senftenberger Marktpflaster. Manch unmotorisierter Passant ist schneller unterwegs. Damit alles mit rechten Dingen zugeht, wurde eigens ein Schiedsrichterduo herangezogen. Tom und Udo Zimmermann vom FSV Lauchhammer pfeifen sonst in der Fußball-Kreisoberliga und in der Kreisklasse, doch heute dürfen sie Teil des WM-Teams sein. "Der Kontakt kam über den Fußballkreis Südbrandenburg zustande", sagt Tom Zimmermann.

Wer nun in Senftenberg am langsamsten fuhr? Das erfahren alle Fans am 10. Mai um 18 Uhr auf RTL II im Motormagazin "Grip". Die TV-Leute rechnen laut ihren Erfahrungen mit bis zu 800 000 Zuschauern.