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| 15:43 Uhr

Nach dem Tod eines Gastwirtes
Zwei Traditionsgaststätten bleiben zu

Das Tiroler Stadl in Senftenberg ist seit Ende August geschlossen.
Das Tiroler Stadl in Senftenberg ist seit Ende August geschlossen. FOTO: LR / Catrin Würz
Senftenberg. Nach dem Tod eines Gastwirtes sind zwei bekannte Senftenberger Lokale geschlossen. Von Catrin Würz

Die Gaststättenlandschaft von Senftenberg ist seit wenigen Tagen abrupt um zwei beliebte Traditionslokale ärmer geworden. Schwarz umrahmte Schilder mit der Aufschrift „Wegen eines Trauerfalls bis auf weiteres geschlossen“ prangen bereits seit dem 31. August in der Speisegaststätte „Kumpelklause“ an der Otto-Nuschke-Straße und im „Tiroler Stadl“, dem alpenländisch gestalteten Restaurant in direkter Nachbarschaft zur Skihalle Snowtropolis. In beiden Gaststätten sind die Tore geschlossen, seit der Inhaber und Gastwirt Ronald Cornelsen vor zwei Wochen urplötzlich verstorben ist.

Das war ein Schock für viele Stammkunden und für die insgesamt 15 Angestellten, die der 66-jährige Gastronom zuletzt in seinen beiden Gaststätten beschäftigt hat. Beide Restaurants waren bei der Senftenberger Bürgerschaft seit Jahrzehnten beliebt und für Familienfeiern, Vereinstreffen sowie Betriebs- und Weihnachtsfeiern gern gebucht. Besonders das Tiroler Stadl, zu dem auch eine Bowlingbahn gehört, war durch die Nachbarschaft zur Snowtropolis-Skihalle und zu einer Ferienhaussiedlung besonders für größere Gesellschaften und Partys geeignet.

„Stadl“ und „Kumpelklause“ waren zwei Gastlokale, die seit Jahrzehnten zu Senftenberg gehören. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich Einwohner der Stadt nun fragen: Was wird mit den beiden Gaststätten? Haben sie eine Zukunft? Oder geht eine Ära zu Ende?

Eine Frage, die nach derzeitigem Stand der Dinge allerdings alles andere als einfach zu beantworten ist. Nach Recherchen der RUNDSCHAU hat das Amtsgericht Senftenberg für die Regelung und Abwicklung der Geschäftsbeziehungen des verstorbenen Gastwirtes einen Nachlasspfleger eingesetzt. Nachlasspflege kommt immer dann zur Anwendung, wenn der Verstorbene keine Erben hat und der Nachlass nicht geregelt ist. Auf Anfrage der RUNDSCHAU erklärte der amtlich bestellte Nachlasspfleger, der ungenannt bleiben will, die Arbeit am 7. September aufgenommen zu haben. „Es ist noch zu früh, um etwas Verbindliches sagen zu können“, erklärte er. Nachlasspflege-Verfahren können teils mehrere Jahre dauern.

Er bestätigt jedoch: Interessenten, die den Gaststättenbetrieb schnell fortführen wollen, haben sich bis jetzt noch nicht gemeldet. So bleibt die Aufgabe, die bestehenden Pacht- und Gewerbemietverträge für beide Gaststätten mit den Eigentümern der Immobilien abzuwickeln.

Für die „Kumpelklause“ ist dies die Kommunale Wohnungsgesellschaft Senftenberg (KWG). Sprecher Ralf Weide kann auf Anfrage derzeit noch keine Aussagen zur weiteren, mittelfristigen Nutzung des bislang unsanierten Objektes Otto-Nuschke-Straße 2-10 machen, in dem sich die „Kumpelklause“ befindet. „Vom Grundsatz her ist dieses Objekt in der Stadtumbaukulisse ,Nordstadt’ verankert, welche als Umstrukturierungsgebiet ausgewiesen ist. Im Rahmen des Stadtumbaus werden zukünftig regelmäßig wiederkehrend verschiedene Handlungsstrategien bis hin zum Abriss geprüft“, teilt der KWG-Sprecher mit.

Ob die Ära der „Kumpelklause“ zu Ende ist, bleibt bislang also offen. Für Senftenberg ist die Schließung der beiden Gaststätten auf jeden Fall ein Verlust. Insgesamt verzeichnet die Stadt gegenwärtig 94 gastronomische Einrichtungen – vom Restaurant bis zum Imbiss am Strand oder Café. „Eine Zahl, die sich über die Jahre auf einem gleichbleibenden Niveau bewegt“, teilt die Stadt Senftenberg mit.