ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:49 Uhr

In Reppist soll wieder Leben einkehren

Torsten Häusler vor seinem künftigen kulturellen Zentrum in Reppist. Den Gedenkstein haben bereits vor Jahren ehemalige Einwohner aufgestellt.
Torsten Häusler vor seinem künftigen kulturellen Zentrum in Reppist. Den Gedenkstein haben bereits vor Jahren ehemalige Einwohner aufgestellt. FOTO: T. Richter-Zippack/trt1
Senftenberg. Im Jahr 1986 ist der größte Teil von Reppist für den Tagebau Meuro überbaggert worden. Fast 600 Einwohner wurden umgesiedelt. Einige wenige Gebäude blieben jedoch erhalten. Unter anderem das alte Kulturhaus. Dort soll jetzt ein Feriendomizil entstehen. Torsten Richter-Zippack/trt1

Wer als Ortsfremder heute nach Reppist will, hat es nicht einfach. Der Ort, oder besser, was davon übrig blieb, ist auf keiner Landkarte mehr verzeichnet. Kein Wunder, gibt es dort nicht einen Einwohner mehr. Auf den ersten Blick wirkt das Areal nördlich des Reppister Bahntunnels ziemlich trostlos. Mehrere alte, längst verlassene Häuser stehen dort. Das frühere Reichsbahnambulatorium ist erst vor ein paar Tagen abgerissen worden. Doch dann taucht ein Farbtupfer auf. Und zwar im wahren Sinne des Wortes - das frühere Kulturhaus.

Frisch gepflegte Anlagen deuten nicht gerade auf Abriss und Verfall hin. Und tatsächlich: Rund um den einstigen kulturellen Mittelpunkt der Reppister tut sich etwas. "Ich möchte hier eine Begegnungsstätte und ein kulturelles Zentrum errichten", bringt es Eigentümer Torsten Häusler auf den Punkt. Damit will sich der Senftenberger Unternehmer einen Lebenstraum erfüllen. Das Kulturhaus habe ihm sein Schwager übertragen, der nunmehr in Süddeutschland lebt. Der wiederum habe das Anwesen vom Landkreis OSL gekauft. Zwar verfügt Torsten Häusler über keine familiären Verbindungen nach Reppist, doch kenne er den Ort bereits aus Kindertagen, so der 43-Jährige. Heute schätze er an Reppist vor allem die Ruhe und die bizarre Romantik der Bergbaufolgelandschaft. "Wissen Sie, wenn hinter dem Windrad am Lausitzring die Sonne glutrot versinkt, das ist Romantik pur", schwärmt der Unternehmer. Diese Stimmung wolle er künftig auch weiteren Menschen präsentieren.

Geplant seien acht etwa 50 Quadratmeter große Apartments, teilweise über zwei Etagen. Die Hälfte der Unterkünfte solle barrierefrei gestaltet werden. Mittels eines Aufzuges und eines Galeriegangs seien die Zimmer problemlos erreichbar. Darüber hinaus würden ein Verpflegungsraum und ein Weinkeller entstehen. Und im Saal könnten wieder größere Veranstaltungen stattfinden. So wie früher.

Außerdem, so kündigt Häusler an, sollen vier weitere Zimmer geschaffen werden. Diese könnten als Unterkünfte für Radwanderer dienen. Schließlich werde perspektivisch der Rundweg um den Großräschener See direkt am Anwesen vorbeiführen. Den alten Reppistern sei ein Vereinszimmer zugesichert worden, wo ihre Vereinstreffen wieder in ihrer alten Heimat möglich seien. Das frühere Kulturhaus stehe wegen seines geschichtlichen Hintergrundes übrigens unter Denkmalschutz.

Wann alles komplett vollendet sei, kann Torsten Häusler, der als selbstständiger Industriemeister im Akustik- und Trockenbau tätig ist, zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Schließlich seien für die Umsetzung seines Lebenstraums zahlreiche Genehmigungen erforderlich. Er äußert sich aber sehr positiv über die gute Zusammenarbeit und Unterstützung durch den Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB) und die Stadt Senftenberg, die ihn bei der schwierigen Durchsetzung der Baugenehmigungen tatkräftig unterstützten.

"Trotz aller Schwierigkeiten habe ich mir folgendes Ziel gesetzt", so der rührige Senftenberger: "Wenn der Großräschener See fertig geflutet ist, soll auch mein altes Kulturhaus wieder in neuem Glanz erstrahlen." Nach Angaben der LMBV wird die geflutete Grube des Tagebaus Meuro im Jahr 2017 nutzbar sein.