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| 16:16 Uhr

Neujahrsempfang Großräschen
In Großräschen taucht das Glück auf

Gläserklingen im Kurmärkersaal. 180 Gäste haben am Dienstagabend auf den Kurs der Seestadt für 2018 angestoßen. Darunter auch zahlreiche Kameraden der Feuerwehr, denen nach 126 Einsätzen im Vorjahr großer Dank gezollt wurde.
Gläserklingen im Kurmärkersaal. 180 Gäste haben am Dienstagabend auf den Kurs der Seestadt für 2018 angestoßen. Darunter auch zahlreiche Kameraden der Feuerwehr, denen nach 126 Einsätzen im Vorjahr großer Dank gezollt wurde. FOTO: Steffen Rasche
Großräschen. Hafen ist zum Entwicklungsmotor geworden. Neuer Kindergarten wird gebaut. Neue Klassenräume für die Oberschule. Von Andrea Budich

Draußen fehlen im See noch anderthalb Meter bis zum Endwasserstand. Drinnen hat schon eine komplette Schiffsparade die berühmte Handbreit Wasser unterm Kiel. Wenn Großräschen mit Zuversicht aufs neue Jahr anstößt, dann kommt keiner der 180 Gäste im Kurmärkersaal um das Thema Wasser herum. Dafür hat der Großräschener Nachwuchs aus dem Hort  „Am See“ schon gesorgt. Zwischen Sektgläsern und Häppchen liegen die von ihnen gebastelten Hausboote, Dampfer, Solarboote, Segler, Yachten, Kutter und Kreuzfahrtriesen vor Anker.

Großräschen freut sich auf den See, der jetzt schon tatsächlich wie einer aussieht. Alle stehen in den Startlöchern, um möglichst bald auf der 767 Hektar großen Wasserfläche in See zu stechen. Das lange Warten hat noch im ersten Halbjahr ein Ende. „Dann ist die Wanne voll und der Endwasserstand von 100 Metern über Normalnull erreicht“, verspricht LMBV-Sanierungsberechsleiter Manfred Kolba im vollen Kurmärkersaal. Nutzbar sein wird der Großräschener See als öffentliches Gewässer aber erst im Sommer 2019. Bis dahin haben die Bergbausanierer noch Arbeiten zu erledigen, die erst im gefüllten Gewässer erledigt werden können. Dazu gehören das Beseitigen von Untiefen und das Bergen von Totholz.

In Lauerstellung stehen in Großräschen aber nicht nur die Freizeitkapitäne. Damit die Angelfreunde  gleichfalls auf ihre Kosten kommen, hat der Sanierungsbereichsleiter auch einen ersten vorsichtigen Blick auf den künftigen Fischbesatz geworfen. Barsch, Hecht, Rotfeder, Schleie, Plötze, Bleie und Maränen werden eingesetzt, sobald  der See  mindestens ein jahr lang  im neutralen pH-Bereich gehalten werden kann.

Während wöchentlich eine Handbreit Wasser mehr ins Hafenbecken schwappt, entdecken immer mehr junge Familien die Seestadt für sich. Mit 66 Babys hat Großräschen im Vorjahr ein Geburtenhoch erlebt. Die Einwohnerzahl hat sich  seit drei Jahren stabilisiert. Kindergärten und Schulen sind so gut gefüllt, dass zusätzliche Klassenräume ausgebaut und ans Kunterbunt-haus  angebaut wwerden muss. für den Kindergarten „spatzennest“ soll es sogar einen Ersatzneubau geben. Ein passender Standort wird bereits gesucht. Das Land hat die Förderung des Neubaus in Assicht gestellt.

Verschwinden soll demnächst auch der letzte „Stachel“ im Großräschener Stadtbild, der marode und völlig überproportionierte Büroturm im Gewerbegebiet Woschkower Weg. Einst für die Kombinatsleitung des Klinkerkombinates der DDR gebaut, will die Stadt den Schandfleck jetzt kaufen, um ihn später abreißen zu können. Auf der Fläche könnte ein Parkplatz für Lkw entstehen. Bestes Beispiel dafür, dass in Großräschen die Musik nicht ausschließlich am Hafen spielt, ist die Nordstadt. Die Stadtväter haben dort die Weichen gestellt für das neue Wohngebiet „Am Hugoschacht“ und für die Erweiterung des DRK-Seniorenheims. Neu gebaut wird zudem ein Netto-Markt, um die Nahversorung zu sichern.

Die Tisch-Deko stammt in Großräschen aus Kinderhand. Die Schulkinder aus dem Hort „Am See“ haben 18 Schiffsmodelle gebastelt.
Die Tisch-Deko stammt in Großräschen aus Kinderhand. Die Schulkinder aus dem Hort „Am See“ haben 18 Schiffsmodelle gebastelt. FOTO: Steffen Rasche