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| 01:10 Uhr

In drei Jahren erste Holzernte

Elbe-Elster-Kreis.. Mit Hackschnitzeln aus jungen Pappeln könnte in ein paar Jahren einiges zu verdienen sein: Landwirte, Wissenschaftler, eine Baumschule und ein Unternehmer haben sich deshalb zu einer Erzeugergemeinschaft zusammengeschlossen, um den neuen Erwerbszweig auf die Beine zu bringen. Bernd Töpfer

Dazu haben sie Fördermittel angezapft und einen wissenschaftlichen Beistand mit ins Boot genommen.
Auf den Versuchsflächen des Instituts für Bergbaufolgelandschaft Finsterwalde (FiB) wurde in der Vergangenheit viel an schnell wachsenden Holzsorten geforscht. Elf Pappelsorten sind vegetativ vermehrt und die Bedingungen erforscht worden, unter denen sie gut und zügig wachsen. Sieben Sorten stehen zur Verfügung. Jetzt haben sich Landwirte zusammengeschlossen, um einen Großversuch zu starten. Unter dem Namen Erzeugergemeinschaft Biomasse Schraden befindet sich der Verein in Gründung. „Die Eintragung in das Vereinsregister ist beantragt, der Notartermin steht bereits“ , erklärt der Vorstandsvorsitzende Martin Wunderlich. „Damit sind wir faktisch der Interessenvertreter für alle, die holzartige Biomasse produzieren“ , ergänzt er.
Mehrere Kurz-Umtriebs-Plantagen, kurz KUP genannt, sollen jetzt zwischen Spreewald und Schradenland wachsen. Als Baumsorten seien Pappeln, Schwarzerlen, Weiden, aber auch teilweise Robinien vorgesehen, erklärt Dirk Landgraf vom Institut für Bergbaufolgelandschaften Finsterwalde. Insgesamt 25 Hektar sollen angepflanzt werden. „Genutzt werden dazu die Stilllegungsflächen“ , erläutert Sabine Büchner, Gründungsmitglied des Vereines und Geschäftsführerin der Agrargenossenschaft Oppelhain.
Drei Jahre dauert es, bis die jungen Bäume einen Stammdurchmesser von etwa sieben Zentimetern erreicht haben. Dann startet die Ernte mit einem Häcksler. Doch bevor die Landwirte die Holzernte einfahren können, müssen sie erstmal investieren. Rund 3000 Euro pro Hektar kostet es, immerhin 25 Cent pro Steckling sind zu berappen. Und da das Ganze erst anlaufen soll, hat der Verein über das Leader -Plus-Programm Fördermittel beantragt. 45 Prozent sollen fließen. Die Baumschule „Fürst Pückler“ Zeischa steht ebenfalls bereit, um die Stecklinge zu liefern.
Allerdings ist Eile geboten: „Wir wollen so schnell wie möglich die Stecklinge in den Boden bekommen, damit sie die Feuchtigkeit aus dem niederschlagsreichen Winter noch aufnehmen können“ , sagt Dirk Landgraf von dem Finsterwalder Institut, das die wissenschaftliche Begleitung übernommen hat.
Mit Michael Pötzsch aus Prösen sitzt ein Unternehmen mit im Boot, das sich um die Vermarktung der Hackschnitzel kümmern wird. Außerdem hat die Herzberger Firma Preuß die Entwicklung einer Erntemaschine auf dem Vorhabenplan, mit der künftig die jungen Stämmchen gehäckselt werden könnten. Die Hackschnitzel könnten auch künftig Biomasse-Heizwerke in der Region füttern, blickt Dirk Landgraf voraus. Ebenso für die Zellulose-Herstellung und für Designer-Kraftstoffe sei das Holz geeignet. Als veredelter Baustoff werden schnell wachsende Hölzer für die Industrie zunehmend interessanter, denn es ist beliebig formbar.

Kontakt: Martin Wunderlich, Großthiemig, Tel.035343 586