Er schnalzt ein kleinwenig mit der Zunge und ruft seine Schwarzwälder Füchse und die beiden Reitpferde beim Namen. Felix, Peter, Max und Moritz spitzen die Ohren, scharren einmal kurz mit den Hufen über das Weidegras, schnauben durch die Nüstern und traben dann ganz friedlich zum Koppelzaun schnurstraks auf Armin Dausel zu. Er klopft seine vier Lieblinge ab, streichelt durch ihre Mähnen. Sein Blick streift dabei über die Koppel. Etwas Auffälliges würde er sofort registrieren.

Ohne seinen Kontrollgang beginnt für Armin Dausel kein Tag. Die erste Runde führt ihn gleich frühmorgens hinter zu seinen Pferden. Erst danach kann er beruhigt zur Arbeit zum Lausitzer Stahlbau Ruhland fahren. Abends überprüft er erneut, ob auf der Koppel alles seine Ordnung hat. Die Pferde sind seine ganz große Leidenschaft. Solange er denken kann, war es sein Wunsch, sich irgendwann einmal selbst Pferde zu kaufen. Schon als Dreikäsehoch bestaunte er die Pferde auf dem Nachbarhof.

Klar, dass so einer wie Armin Dausel die Chance beim Schopfe gepackt hat, den Pferdemarkt nach Arnsdorf zu holen. Zu DDR-Zeiten hatte der Pferdemarkt im Nachbardorf Jannowitz sein angestammtes Revier. Irgendwann gaben die Jannowitzer in den Wendewirren auf. Nach einem Jahr Pause und nur vierwöchiger Vorbereitungszeit fand dann unter Regie von Armin Dausel vor 21 Jahren der erste Arnsdorfer Pferdemarkt statt. In den besten Zeiten mit bis zu 100 Pferden. "Heute bin ich glücklich, wenn 40 Pferde antraben", sagt Dausel. Der heute notwendige Pferdepass hat die Teilnehmerzahlen schrumpfen lassen. Für ein betagtes Tier, das verkauft werden soll, wollen viele Eigentümer diese Investition nicht tätigen.

Der Arnsdorfer Pferdemarkt ist inzwischen eine Institution weit und breit. Dafür wirbeln Armin Dausel und seine Mitstreiter vom Dorfklub schon Wochen vorher. Schwere Warmblüter, Haflinger, Schwarzwälder, Apfelschimmel und Ponys gibt es zu bewundern. Sie kommen aus den Nachbardörfern und aus Nordsachsen. Der Handel und Tausch ist über die Jahre allerdings in den Hintergrund getreten. Für die Besitzer ist die Fachsimpelei wichtiger. Sie tauschen sich aus, was zu tun ist, wenn das Pferd nicht mehr richtig zieht oder lahmt. "Ein Schnäppchen kann man bei uns aber immer machen", freut sich Armin Dausel auf den samstäglichen Pferdehandel. Er selbst hat vor zwei Jahren seine Stute Lene auf dem Pferdemarkt verkauft. Natürlich nur in gute Hände. Das ist Ehrensache. Wenn ihm das mit seinem alten Wallach Felix diesmal auch gelingt, hat er gegen einen Verkauf nichts einzuwenden.

Die Pferde-Liebe ist in Arnsdorf nicht nur bei Dausels eingekehrt. Es gibt ein gutes Dutzend Pferde auf einigen Höfen.

Zum Thema:
Aus dem Programm:Freitag, 19 Uhr - Eröffnung des Schaustellerbetriebes 20 Uhr - 80er-/90er-Jahre-Party21.30 Uhr - FeuershowSonnabend, 10 Uhr - Eröffnung des Pferde- und Bauernmarktes mit buntem Markttreiben11 Uhr - Wettbewerbe und Handwerksvorführungen13 Uhr - Kutschengeschicklichkeitsfahren und HahnreitenSonntag, 11 Uhr - Frühschoppen mit Traktortreffen15 Uhr - Unterhaltung mit den "Original Bierhähnen" aus dem Radeberger Biertheater