Von Andrea Budich

Eine Zahnärztin, eine Gynäkologin und eine Allgemeinmedizinerin unter einem Dach, das sich harmonisch anschmiegt an das Ensemble der historischen Gartenstadt Marga. Der 650 Quadratmeter große Praxisbau in Massivholzbauweise ist nachhaltig für Umwelt und Mensch. Gesund von innen und außen – das ist die Grundidee für das neue Ärztinnenhaus am Eingang zur Gartenstadt. Mit der Kinderarztpraxis und Physiotherapie in der Nachbarschaft wird damit der Grundstein gelegt für ein kleines Gesundheitszentrum, von dem vor allem die 2500 Bewohner des Ortsteiles profitieren. „Jetzt fehlt uns nur noch ein Augenarzt“, freut sich Ortsvorsteherin Christina Nicklisch über das Bauprojekt.

Die Frau hinter der Idee ist Dr. Christiane John (37), eine geborene Senftenbergerin. Nach dem Studium und langjährigen Erfahrungen in einer renommierten Berliner Zahnarztpraxis, ist die Heimat für sie inzwischen wieder zu einem festen Ankerplatz geworden. Angestellt in der Zahnarztpraxis von Hagen Schulz, will die junge Ärztin sich jetzt den Traum von einer eigenen Praxis erfüllen. Die Suche nach geeigneten Räumen bleibt aber lange erfolglos. „Irgendwann haben wir uns gesagt: Dann machen wir es einfach selber!“, erinnert sie sich an den Entschluss, den sie mit ihrem Mann, dem Holzbauer Matthias John aus Niemtsch, gemeinsam gefasst hat.

Die Grundstückssuche war dabei von Beginn an auf Brieske fokussiert. „Unser Herz schlägt für die Gartenstadt“, begründet das Paar. Ihre Kinder gehen hier in den Kindergarten, die Großeltern von Matthias John haben sich in der Briesker Kirche die ewige Treue geschworen. Sein Opa Gerhard John gehörte zu den legendären Fußball-Haudegen, die mit Glückauf Brieske-Senftenberg die Oberliga aufmischten.

Die Grundstücks-Suche in Brieske war also gesetzt. Von der ersten Idee bis zum ersten Spatenstich dauerte es dann aber doch noch zwei Jahre. Den Grund und Boden haben die Johns an der Briesker Straße gefunden und von einer Eigentümer-Gemeinschaft abgekauft. Dort, wo früher die Teppichhalle stand, wächst in den nächsten Wochen das Ärztinnenhaus in die Höhe.

Der Kran hat bereits Stellung bezogen, die Baugenehmigung ist da, die Gründungsarbeiten sind erledigt. Die Bodenplatte wird in zwei Wochen gesetzt, die Montage des vier Meter hohen Gebäudes in kompletter Holzbauweise beginnt im Sommer. Passend zur späteren Nutzung hat Zimmerermeister Matthias John für den Neubau ein ökologisches Gesamtkonzept entwickelt. Der Massivholzbau mit einer Fassade aus Lärchenholz ist konsequent natürlich. Ohne Bauchemie und ohne die Umwelt schlechten Gewissens zu belasten. Drinnen wird Ehefrau Christiane das Zepter übernehmen. Zu ihrem Konzept gehört, dass die Praxisräume weder nach Zahnarzt aussehen noch so riechen. Für die kleinen Patienten wird es ein Kinderbehandlungszimmer im Dinosaurier-Stil geben.

Das neue Ärztinnenhaus soll Anfang des nächsten Jahres eröffnet werden. Ihre Entscheidung für Brieske hat Dr. Christiane John indes nicht bereut. „Es können ja nicht immer mehr Schaufenster in der Gartenstadt dunkel bleiben“, sagt sie mit Blick zum Markt. Eine Initialzündung für eine Neubelebung des Margahofes mit Bäcker und Fleischer – es gibt nichts, was sie sich lieber wünschte.