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| 13:11 Uhr

Lausitzer Wetterbilanz
Dürre in der Lausitz: Mais und Kartoffeln wachsen nicht

 RUNDSCHAU-Wetterfrosch Rudolf Kupfer.
RUNDSCHAU-Wetterfrosch Rudolf Kupfer. FOTO: privat
Senftenberg/Lindenau. Rudolf Kupfer schaut auf das Wetter im Juli in der Lausitz. Das Niederschlagsdefizit ist erneut größer geworden. Von Rudolf Kupfer

Die anhaltende Sommerdürre im Juli 2019 hinterlässt in der Lausitz allerorts auf den Feldern und in den Wäldern Brandspuren. Das seit 2018 bestehende Niederschlagsdefizit vergrößerte sich weiter und beträgt insgesamt für den Zeitraum vom 1. Januar 2018 bis 31. Juli 2019 in Lindenau immerhin 266 mm. Das sind etwa fünf Monatsmengen. Allein im Juli 2019 gab es hier mit nur 19 mm ein Minus von 62 mm zur Norm.

Anhaltende überdurchschnittliche Temperaturen verschärften die Lage weiter durch die extrem hohe Verdunstung, die täglich bis zu 5 mm Wasserverlust pro Quadratmeter beträgt. In beiden Jahren fehlte besonders in der Hauptvegetationszeit von April bis Juli den Pflanzen das Wasser.

Das führte auf den leichten Sandböden der Region zu erheblichen Ertragsausfällen und Schäden in der heimischen Landwirtschaft, im Gartenbau, in der Teichwirtschaft und den Wäldern und Alleen. Der zweite Wiesenschnitt ist in diesem Jahr fast ganz ausgefallen. Das Gras ist auf dem Halm vertrocknet. Nach Einschätzung von Ronny Sommer aus Buchwalde ist in dieser Zeit das Grundwasser vom Standort abhängig bis zu 50 Zentimeter gefallen.

In der staubtrockenen Ackerkrume haben Mais, Kartoffeln und andere Kulturen ihr Wachstum eingestellt. Landwirte wie Günter Kockro aus Großräschen schätzen nach Abschluss der diesjährigen Getreideernte ein, das zwar noch mehr geerntet wurde als erwartet. Trotzdem stehen bereits das zweite Jahr in Folge niedrige Erträge zu Buche. Die geernteten Körner sind in sehr guter Qualität ins Lager gekommen. Vor 30 Jahren wären die 40 Dezitonnen vom Hektar geernteten Winterweizen akzeptabel gewesen. In der Gegenwart wird damit nicht mehr die Rentabilität der landwirtschaftlichen Unternehmen gesichert.

Der 80-jährige Landwirt Wolfgang Sawade aus Zinnitz/Calau stellt fest, die Getreideernte wurde auch in diesem Jahr im Landkreis bereits wieder im Juli abgeschlossen. Früher begann sie erst zu diesem Zeitpunkt und zog sich oft bis zum September hin. Heiße Sommer und der Anbau früher Sorten haben zu diesen Veränderungen geführt.

Wärmeliebende Pflanzen, denen über Zusatzberegnung ausreichend Wasser zur Verfügung steht, bringen 2019 Rekorderträge. Kleingärtner Hartmut Dalichau aus Senftenberg setzt aufgefangenes Regenwasser sparsam mit der Gießkanne ein. Die unter Trockenheit stark gelittene Rasenfläche erhält bei ihm kein Zusatzwasser mehr. Allerdings ist das gesammelte Regenwasser schon länger aufgebraucht. „Leider hatten wir in Senftenberg am 31. Juli nur vier mm Himmelswasser, während im benachbarten Großräschen ein Wolkenbruch zur gleichen Zeit 32 mm brachte,“ so der Gartenfreund.

Wetterbeobachter Günter Kobel aus Ortrand sagt: „Auf einen sonnigen Juli, folgt ein sonniger August“, schließt deshalb aber den heiß ersehnten Niederschlag nicht aus.

Auf internationalen Parkett war im Juli 2019 in den USA Dr. Alexander Haußmann aus Hörlitz unterwegs. Dort beschäftigte sich eine Tagung mit aufs Wetter bezogenen Licht und Farben in der Natur. Auch Luftspiegelungen waren ein Thema. Auf der Jahrestagung der Senftenberger Hobbymeteorologen am 27. Dezember wird er davon berichten.

 RUNDSCHAU-Wetterfrosch Rudolf Kupfer.
RUNDSCHAU-Wetterfrosch Rudolf Kupfer. FOTO: privat