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Im Erzählsalon spielt die Musik

Im Erzählsalon Lauchhammer nimmt eine illustre Runde Platz.
Im Erzählsalon Lauchhammer nimmt eine illustre Runde Platz. FOTO: sb
Lauchhammer. In den Lausitzer Erzählsalons berichten Bürger aus dem Leben. Der Verlag Rohnstock Biografien aus Berlin hält die Geschichten fest – auch die sehr unterhaltsamen zum Thema "Streiche aus meiner Kindheit" aus Lauchhammer, versichert Sebastian Betram. Kathleen Weser

"Man hatte als Kind eigentlich immer ein schlechtes Gewissen", erzählte die 80-jährige Käthe Beier. "Es gab kein Kino, kein Fernsehen, wir haben uns immer draußen bewegt. Manches kam raus, anderes nicht." Zur Strafe habe es oft Prügel gegeben. Viel schlimmer sei es aber gewesen, "wenn einen in der Familie alle verachteten", sagte Beier. Denn: "Verachtung bedeutete, dass man die Aufmerksamkeit erst wiedergewinnen musste." Käthe Beier erinnerte sich auch daran, wie sie als Mädchen das Klavierspiel auf einem Flügel probte, der heute noch im Mehrgenerationenhaus steht. "Nach dem Krieg hat es kein Radio gegeben", erzählte sie. "Die Musik musste von Hand gemacht werden." Von ihrem Konfirmationsgeld habe sie sich ihr erstes Akkordeon geleistet. Mit Freunden gründete sie als Jugendliche eine Band. Von der Feuerwehrkappelle hatten die jungen Musiker ein Schlagzeug geschenkt bekommen. Neben diesem gab es noch ein weiteres Akkordeon, zwei Geigen und ein Klavier. "Im Haus von Fleischer Wende konnten wir beim Üben ordentlich Krawall machen", berichtete sie. Sie boten Tanzmusik in Lauchhammer und Umgebung: in der Turnhalle, in Gasthäusern, im Kulturhaus. "Jede Woche spielten wir auf", berichtete sie. "Nur einen Bandnamen hatten wir nicht."

Weitere Informationen und Geschichten aus den

Erzählsalons der Lausitz unter:

www.lausitz-an-einen-tisch.de

Zum Thema:
Das Projekt "Die Lausitz an einen Tisch" feiert einen weiteren Etappenerfolg: Die Initiatoren präsentieren die zweite Geschichten-Broschüre zum Thema Gegenwart und ziehen eine Bilanz am Montag, dem 4. April, von 17.30 bis 21 Uhr im IBA-Studierhaus am Großräschener See (Seestraße).