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| 19:02 Uhr

Ideen-Schmiede für Bergbaufolgen und Landschaftswandel

Katja Wolf (r.), Prof. Rolf Kuhn und Detlef Hecht (h.) arbeiten im Verein IBA-Studierhaus weiter an der Ideen-Schmiede Lausitz.
Katja Wolf (r.), Prof. Rolf Kuhn und Detlef Hecht (h.) arbeiten im Verein IBA-Studierhaus weiter an der Ideen-Schmiede Lausitz. FOTO: Klein
Der Geist der Internationalen Bau-Ausstellung (IBA) lebt in der Lausitz weiter. Ein Jahrzehnt lang ist die alte Beamtenvilla am Großräschener Sees als Geschäftssitz Brutstätte für kreative und innovative Ideen rund um Bergbaufolge und Architektur gewesen. Und das soll sie nach dem Willen des Vereins IBA-Studierhaus "Fürst Pückler Land" bleiben. Deshalb streben die Mitglieder nun nach engen Kooperationen mit Unternehmen und Hochschulen. Christiane Klein

Großräschen. "Ich mag das, wenn kreative Leute das Haus kreativ nutzen", sagt Professor Rolf Kuhn und läuft zielstrebig durch das Dachgeschoss des ehemaligen IBA-Hauptsitzes. Das frühere Großraumbüro des IBA-Teams ist jetzt mit blickdichten, weißen Vorhängen abgeteilt. Dahinter liegen kleine Schlafnischen.

Bis zu 30 Gäste kann der historische Klinkerbau in der Nähe der IBA-Terrassen beherbergen. Zu den ersten Gästen in diesem Jahr gehörten Studenten der Berliner Universität der Künste. Für Anfang Februar hat sich bereits eine Gruppe Landschaftsplaner angemeldet. Auch in den kommenden Monaten wollen sich verschiedene Studentengruppen und Fachbesucher in das Haus einmieten, haben Vereine und Institutionen dort Workshops und Tagungen geplant. "Der Klinkerbau lebt", und genauso soll es nach dem Willen des IBA-Studierhaus-Vereins auch sein. Die Studenten und Fachbesucher könnten hier den Geist des Ortes spüren, die IBA als Instrument des Städtebaus und der Landschaftsplanung erleben sowie den Wandel der Region und die Folgen des Bergbaus sehen, wirbt Kuhn für die Möglichkeiten, die das Studierhaus bietet. "Die Kombination aus Arbeiten, Übernachten, Selbstversorgung inklusive der Inputs, die durch den IBA-Wissensspeicher und die Exkursionen kommen, ist einmalig", zeigt sich der ehemalige Geschäftsführer und Vereinsvorsitzende überzeugt. Genau mit diesen Vorteilen will der Studierhaus-Verein jetzt punkten und strebt Kooperationsverträge mit Hochschulen und Unternehmen an, um das Haus langfristig auf stabile Beine stellen zu können. Ziel ist es Kuhn zufolge, die Einnahmesituation des Studierhauses dauerhaft zu verbessern, um so unter anderem dringend benötigtes Personal für die fachliche Begleitung finanzieren zu können. Denn von den Fachgruppen würden immer wieder Exkursionen in die Region und die Vernetzung mit einstigen Partnern der IBA nachgefragt. "Wir bekommen keine staatliche Förderung", betont Kuhn. Zwar werde das Gebäude dem Verein mietfrei von der Stadt Großrä schen zur Verfügung gestellt, allerdings müssten Personal- und Betriebskosten erwirtschaftet werden. Der Verein sucht nun Wege, um seine Einnahmen langfristig kalkulieren und sichern zu können. Gelingen soll das einerseits über einen neuen Masterstudiengang zum Thema "Post Mining Development", der mit der Brandenburgisch-Technischen Universität (BTU) in Vorbereitung ist. Zum anderen strebt der Verein Kuhn zufolge Dreier-Verträge zwischen Hochschulen, Unternehmen und dem Studierhaus an. Erste Interessensbekundungen gebe es bereits schriftlich. Angedacht sei beispielsweise eine Kooperation zwischen der BASF Schwarzheide und der Brandenburgischen Technischen Unisversität (BTU) Cottbus - Senftenberg zum Thema schwimmende Architektur. "Wir haben mit dem Großräschener See das Experimentierfeld vor der Haustür", betont Kuhn. Erste Gespräche gebe es auch mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Hochschule Osnabrück zu verschiedenen Projekten rund um die Schwerpunkte Bergbaufolge und Städtebau. In Vorbereitung seien auch Workshops mit den Fränkischen Rohrwerken und eine Zusammenarbeit mit Envia sowie der Hochschule Zittau/Görlitz zum Forschungsschwerpunkt regenerative Energien, so der Professor. "Es ist uns signalisiert worden, dass die Möglichkeiten, die wir hier im Haus bieten, zusammen mit dem, was in der Region zu Themen wie Landschaftswandel und Bergbaufolge erlebbar ist, ein Alleinstellungsmerkmal sind", erklärt Katja Wolf vom Studierhaus-Verein, die die fachliche Begleitung organisiert. Dieses Potenzial will der Verein nutzen, um auch nach Auflösung der IBA-Gesellschaft ein Lausitzer Zentrum für Ideen und Forschungen rund um Bergbaufolge und Landschaftswandel zu bleiben.