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"Ich liebe es, Menschen zum Lachen zu bringen"

Der junge Österreicher Michael Zehentner kommt frisch von der Schauspielschule in Graz an die Neue Bühne nach Senftenberg.
Der junge Österreicher Michael Zehentner kommt frisch von der Schauspielschule in Graz an die Neue Bühne nach Senftenberg. FOTO: Rasche/Theater
Senftenberg. Christina Berger, Anna Schönberg, Patrick Gees und Michael Zehentner sind die vier Neuen an der Neuen Bühne, die mit Beginn der Spielzeit 2017/18 zum Senftenberger Schauspielensemble gehören. In ihren Antworten auf jeweils zehn RUNDSCHAU-Fragen stellen sie sich vor. hsd1

Heute: Michael Zehentner. Der junge Österreicher kommt frisch von der Schauspielschule in sein erstes Engagement.

Bitte stellen Sie sich kurz vor: Woher kommen Sie, wie alt sind Sie, wie ist Ihr bisheriger beruflicher Werdegang?
Zehentner: Mein Name ist Michael Zehentner, ich bin 24 Jahre alt, komme ursprünglich aus Weißenstein in Kärnten und habe in Graz an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Schauspiel studiert und dieses Jahr das Studium abgeschlossen. Ich darf jetzt offiziell den Titel "Magister der Künste" tragen, aber darauf lege ich nicht sehr viel Wert. Nach der Schule habe ich meinen Zivildienst beim Roten Kreuz geleistet und dann gleich zu studieren begonnen.

Was bedeutet Ihnen die Schauspielerei? Warum haben Sie sich dafür entschieden?
Zehentner: Schauspielerei bedeutet für mich, immer etwas zu sagen zu haben, also ein persönliches Statement abgeben. In der Schule ist das nicht immer gut angekommen... Schauspielerei ist eine Kunst - und Kunst gehört mit Liebe und Sport zu den drei Sprachen der Menschheit. Ich denke, ich kommuniziere einfach gerne durch die Schauspielerei, und ich liebe es, Menschen zum Lachen zu bringen.

Welches künstlerische Ereignis hat sich bei Ihnen besonders eingeprägt?
Zehentner: Meine prägendste Erfahrung war die Stückentwicklung "Club Fiction" für das Schauspielschultreffen (Bern 2016) im dritten Studienjahr. Die Arbeit mit dem Regisseur wurde vorzeitig beendet und wir als (Studierenden-)Ensemble haben die Kontrolle übernommen - zwei Wochen vor der Premiere. Im Rahmen dieser Produktion wurde es uns ermöglicht, viel zu riskieren und mutig zu sein. In Bern hätte ich nie gedacht, dass wir den Max-Reinhardt-Ensemble-Preis bekommen würden. Für mich künstlerisch eine prägende Zeit, weil ich viel Neues gelernt habe.

Welches Theaterstück haben Sie wo zuletzt gesehen?
Zehentner: Nellie Goodbye, im Juli im Studio der Neuen Bühne.

Haben Sie den Namen Senftenberg schon jemals zuvor gehört? Wie kam es zum Engagement an der Neuen Bühne?
Zehentner: Ich habe vorher noch nie etwas von Senftenberg gehört.

Ich wurde angerufen und zu einem Vorsprechen eingeladen, wie das eben so passiert im vierten Studienjahr. Bei dem Vorsprechen im Januar mit Herrn Soubeyrand und seinem Team lernten wir uns kennen. Es wurde viel gelacht. Ein paar Monate später beschlossen wir die gemeinsame Zukunft an der Neuen Bühne in Senftenberg.

Werden Sie in der Stadt leben?
Zehentner: Ich werde in Senftenberg leben.

In welcher Rolle werden Sie die Senftenberger zuerst sehen - und gefällt Sie Ihnen?
Zehentner: Einige SenftenbergerInnen haben mich schon beim letzten Dämmerschoppen im Juni gesehen. Ein wunderschöner Auftakt, wie ich finde. In der nächsten Spielzeit werde ich im Eröffnungsspektakel BlutMorDrache als Dankwart die Machenschaften meines Bruder Hagen unterstützen. Es ist eine kleine Nebenrolle, aber sie gefällt mir, weil die Figur viele Gedanken haben darf, die hinter einer kalten Fassade bleiben.

Wie ist Ihr erster Eindruck vom Ensemble?
Zehentner: Mein Ensemble hier habe ich als herzlich und menschlich kennengelernt. Das wird auch so bleiben, denk ich ...

Haben Sie eine Traumrolle?
Zehentner: Eine Traumrolle habe ich keine, so sehr ich auch darüber nachdenke ...

Worauf freuen Sie sich besonders?
Zehentner: Ich freue mich erst einmal, als Schauspieler arbeiten zu können und mich selbst zu versorgen. Ganz besonders freue ich mich beim Dämmerschoppen mitmachen zu dürfen. Ich finde dieses Format an einem Theater unglaublich wichtig - für uns SchauspielerInnen aber auch für das Publikum.

Mit Michael Zehentner

sprach Heidrun Seidel