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| 18:37 Uhr

Schweizer Unternehmer investiert in Senftenberg
Hotel-Umbau verzögert sich

Trotz Verzögerung wollen Investor Peter Tellini (r.) und der hiesige Architekt Hendrik Just den Hotel-Plan in Senftenberg umsetzen.
Trotz Verzögerung wollen Investor Peter Tellini (r.) und der hiesige Architekt Hendrik Just den Hotel-Plan in Senftenberg umsetzen. FOTO: LR / Jan Augustin
Senftenberg. Ein Schweizer Ehepaar will das alte Realschulhaus in Senftenberg zu einem Hotel umbauen. Doch die Umsetzung stockt. Von Jan Augustin

Das altehrwürdige Realschulhaus in der Mitte von Senftenberg wird noch einige Monate im Dornröschenschlaf liegen. Eigentlich sollten in diesem Sommer die ersten Bauarbeiten starten. Doch der geplante Hotel-Umbau verzögert sich um etwa zwei Jahre. „Ich war da vermutlich ein bisschen unvorsichtig aus Unkenntnis der Situation. Ich hätte das gern anders gesehen“, räumt der Schweizer Investor Peter Tellini ein. Grund für die unfreiwillige Pause sei der noch geschlossene Fördertopf des Landes. Erst im Haushaltsjahr 2020/2021 soll dieser sich öffnen können. „Es ist frustrierend für alle“, ärgert sich der Schweizer. Ans Aufgeben denken der 68-Jährige Unternehmer und seine Frau, die Architektin Salome Tellini, aber nicht.

Der grundsätzliche Plan stehe nach wie vor. Wenn auch leicht verändert. Im ehemaligen Küchenanbau und im Pförtnerhaus sollen nicht, wie ursprünglich vorgesehen, diverse Läden untergebracht werden. Vielmehr soll der einsturzgefährdete Turnhallenanbau abgerissen und zu einer Ausstellungshalle für Kunst umgebaut werden. Spannend wird die Untersuchung des Bodens in diesem Bereich – denn „der ist in an mehreren Stellen eingesackt“, erläutert der Senftenberger Architekt und Projektleiter vor Ort, Hendrik Just. Im angrenzenden Pförtnerhaus soll eine Art Museumsshop einziehen. Für dieses Projekt rechnet Investor Tellini mit einem Baustart in den nächsten Monaten.

Das ehemalige Pförtnerhaus (r.) soll eine Art Museumsshop werden, der Küchenanbau eine Ausstellungshalle für Kunst.
Das ehemalige Pförtnerhaus (r.) soll eine Art Museumsshop werden, der Küchenanbau eine Ausstellungshalle für Kunst. FOTO: LR / Jan Augustin

Der etwa zweijährige Umbau des denkmalgeschützten Schulgebäudes und der Turnhalle soll indes erst voraussichtlich im Jahr 2020 beginnen. Im Schulhaus stehen jeweils etwa 450 Quadratmeter Grundfläche auf drei Etagen und im Dachgeschoss bereit. Die Klassenzimmer sollen zu 56 Quadratmeter großen Studios mit gehobenem Standard umgewandelt werden. Komfort und Ästhetik ja, aber kein Luxus – wie zunächst kolportiert. Das will Peter Tellini richtiggestellt wissen. Der erfahrene Unternehmer rechnet für das Mammut-Projekt mit Gesamtkosten etwa zwischen vier und fünf Millionen Euro.

Salome Tellini versichert, der Eingriff wird so gering wie nur möglich sein. Schließlich habe sie sich in das historische Schulhaus mit Baujahr 1899 verliebt. Das Umnutzen zum Hotel sei gut möglich. Zwei Treppenaufgänge, die Flure und die Größe der Klassenzimmer, die noch ein modernes Bad und eine kleine Küche bräuchten, seien dafür sehr geeignet. Für maximal vier Gäste soll ein Loft ausgelegt sein. Das Hotel könnte so bis zu 88 Leute aufnehmen. Die Turnhalle soll künftig eine Gastronomie mit Café, Restaurant und Lounge beherbergen.

Die Tellinis hatten das rund 7000 Quadratmeter große Grundstück mit Gebäuden nach einer Ausschreibung vor zwei Jahren von der Stadt erworben. Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD) hofft, dass das Projekt so schnell wie möglich umgesetzt werden kann. „Dann wäre der letzte Schandfleck der Stadt weg. Ich hoffe, das klappt“, sagt er. Das hofft das Ehepaar aus Zürich natürlich auch für sein selbst ernanntes Projekt „PS 1“. PS steht für Public School (öffentliche Schule). Ob das auch der Hotelname wird, lässt Peter Tellini noch offen.