Ausschreibung veröffentlicht

Hotel-Investor für Hafen gesucht

Die Wiesenflächen direkt am Senftenberger Stadthafen sind jetzt erneut für einen Beherbergungskomplex ausgeschrieben worden. FOTO: LR / Jan Augustin

Senftenberg. Für einen Hotelbetrieb am Senftenberger Stadthafen sind jetzt erneut Flächen ausgeschrieben worden. Auch ein alter Bekannter will ein Angebot abgeben.

Neuer Anlauf für die Vermarktung von Grundstücken direkt am Senftenberger Stadthafen: Der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB) hat sechs Jahre nach der ersten Runde nun erneut ausgeschrieben. „Erste Interessenten gibt es bereits“, bestätigt LSB-Vorsteher Volker Mielchen. Wegen des laufenden Verfahrens könne er allerdings keine genaue Anzahl nennen. „Der Bau eines Beherbergungsbetriebes ist der letzte Baustein im Gesamtkonzept des Stadthafens Senftenberg“, stellt er klar. Die Ausschreibungsfrist endet am 15. Oktober dieses Jahres. Den Zuschlag für das „Schlüsselprojekt mit höchster Priorität“ soll ein Bewerber mit vorhandenen Referenzen erhalten, der ein schlüssiges Konzept anbietet, das zum Standort passt und auch die bestehenden Beherbergungseinrichtungen in der Nähe berücksichtigt, erläutert Mielchen. Um das „große Potenzial neuer Zielgruppen sinnvoll zu erschließen“ und zu erweitern, sei ein Konzept als Aparthotel beziehungsweise Ferienappartment-Komplex oder ein Hotel mit spezieller Ausrichtung vorstellbar.

Insgesamt geht es um vier Flurstücke, auf denen neben Hotel und Gastgewerbe auch Platz sein soll für Terrassen, Grünflächen und Parkplätze. Zugelassen sind Beherbergungsbetriebe einschließlich Ferienappartments, auch mit Gesellschaftsräumen und Konferenz- sowie Wellnessbereich, Schank- und Speisewirtschaften, einschließlich freigastronomischer Nutzungen und Imbissbereich sowie Läden mit den Sortimenten „maritimer Bedarf“ und „Souvenierartikel“ im Erdgeschoss des Baukörpers. 5300 Quadratmeter stehen zur Verfügung, wobei die eigentliche Bebauungsfläche 1800 Quadratmeter umfasst.

Sein Angebot erneut in den Ring werfen will auch der Senftenberger Lutz Köhler. Der Bau-Unternehmer hatte sich schon vor sechs Jahren beworben und damals auch den ausgelobten Wettbewerb gewonnen – mit der Absicht, die Grundstücke kaufen zu können. Doch Senftenbergs Stadtverordnete schoben dem Vorhaben kurzerhand einen Riegel vor, in dem sie den kommunalen Grund und Boden für unverkäuflich erklärten. Nur über einen Erbbaupachtvertrag kann ein Investor seitdem aktiv werden. Auch der im März von Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD) eingebrachte Antrag, den alten Erbbauapachts-Beschluss wieder aufzuheben, ist von der Ratsrunde bei 15 Gegenstimmen und zwölf Befürwortern abgelehnt worden. Lutz Köhler kann nicht nachvollziehen, dass Abgeordnete von Filetgrundstücken sprechen, die im städtischen Eigentum bleiben sollen. Ein guter Fleischer verkauft ja seine Filets auch frisch und lässt sie nicht vergammeln, kontert er.

Verärgert ist der 67-Jährige auch über die Art und Weise, wie mit ihm nach dem Gewinn des Wettbewerbes umgegangen worden sein soll. Eine verbindliche Absage habe er in den letzten sechs Jahren jedenfalls nicht erhalten. Erst jetzt, kurz vor der Veröffentlichung der neuen Ausschreibung, flatterte bei Lutz Köhler ein Brief vom Zweckverband ein, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass die alte Ausschreibung förmlich aufgehoben wurde. Gern könne er sich aber erneut bewerben. „Es wird so werden, aber mit der Bedingung, die Grundstücke kaufen zu können“, sagt Köhler. Dennoch: Gemeinsam mit seinem Rechtsanwalt werde er mögliche Schadens- und Aufwandsersatzansprüche prüfen.