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| 18:25 Uhr

Hosena
Hosenaer zahlen keinen Eintritt

Das Hosenaer Waldbad befindet sich versteckt, aber idyllisch gelegen. Allerdings wächst der Teich zu.
Das Hosenaer Waldbad befindet sich versteckt, aber idyllisch gelegen. Allerdings wächst der Teich zu. FOTO: Christian Wilke
Hosena. Der neue Waldbad-Pächter will die Einheimischen mit besonderen Aktionen locken. Von Torsten Richter-Zippack

Eintritt frei heißt es in dieser Saison für die Einwohner von Hosena. Die übrigen Besucher zahlen 1,70 Euro normal und 70 Cent jedes Kind. „Mit dieser Aktion will ich die Einheimischen wieder verstärkt für ihr Bad begeistern“, erklärt der neue Pächter der Einrichtung, Christian Wilke. Es scheint zu funktionieren: „Die Saison 2018 ist sehr gut angelaufen. Daran hat auch das warme und trockene Wetter einen erheblichen Anteil“, sagt Wilke. Mit Besucherzahlen könne er derzeit noch nicht dienen. Aber es könnten eben immer noch mehr sein.

Das sei nicht einfach, zumal der Senftenberger See keine zwei Kilometer entfernt liegt. „Ins Waldbad kommen neben den Einheimischen vor allem Gäste, die die Ruhe suchen. Zudem brauchen sie für ein Eis oder eine Bratwurst nicht anzustehen“, zählt Wilke mehrere Vorzüge auf. Der Unternehmer bietet außerdem einen Campingplatz mit 22 Stellflächen an. Zurzeit ist aber kein Camper vor Ort. „Wir sind leider noch zu unbekannt“, vermutet Christian Wilke. Immerhin: Sollte der Platz im Familienpark Großkoschen knapp werden, vermittele die Einrichtung die Gäste nach Hosena.

Vom Waldbad allein könnte der Senftenberger aber nicht leben. Christian Wilke betreibt bereits seit 17 Jahren den Irish Pub am Jüttendorfer Anger in Senftenberg. Da er fünf Jahre lang zusätzlich den Imbiss im Hosenaer Waldbad betreute, sei ihm die Entscheidung, die komplette Einrichtung zu übernehmen, nicht allzu schwer gefallen. Zunächst über drei Jahre hat der gelernte Elektromeister und heutige Gastronom einen Pachtvertrag mit der Stadt Senftenberg unterschrieben. „Die erste Saison ist für mich zum Lernen“, sagt Wilke. Mehr noch: „Das Bad bietet mir einen Ausgleich zum Pub“, lautet seine Begründung.

Der gebürtige Kamenzer setzt vor allem auf Veranstaltungen. Bereits diesen Sonnabend, 14. Juli, steigt ab 19 Uhr die traditionelle Hawaii-Party, diesmal mit Müller-Mugge und der Diskothek Ungewiss. Für September plant Wilke einen Tanzabend. Möglicherweise könnte es im Spätsommer einen weiteren kulturellen Höhepunkt geben. Das Waldband werde sogar von Hochzeitsgesellschaften gebucht. Noch im Juli werde eine solche Feier stattfinden. Darüber hinaus wolle Wilke die Internet-Präsenz seiner Einrichtung auf den neuesten Stand bringen und verstärkt in Werbung investieren.

Sorgen bereitet dem Senftenberger indes der eigentliche Badeteich. Bereits zwei Drittel der rund anderthalb Hektar großen Wasserfläche sind zugewachsen. Lediglich das Areal rund um den drei Meter hohen Sprungturm ist noch frei. Das Wasser präsentiert sich sauer, Kalk müsste zur Neutralisation hinein. „Die Stadt Senftenberg hat dafür bei der Wasserbehörde einen Antrag gestellt, der noch läuft“, erklärt Stadtsprecher Andreas Groebe. Es sei bislang offen, wie die Entscheidung ausfallen wird.