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Hosenaer fordern eine umweltschonendere Sanierung der Restlöcher

Die Verbindung von der Senftenberger Straße in Hosena, vorbei am Restloch 3 (r.), zum Erholungsgebiet Koboldmühle ist zwar grundwasserfern aufgebaut, jedoch recht schmal und steilen Böschungen.
Die Verbindung von der Senftenberger Straße in Hosena, vorbei am Restloch 3 (r.), zum Erholungsgebiet Koboldmühle ist zwar grundwasserfern aufgebaut, jedoch recht schmal und steilen Böschungen. FOTO: Feller
Hosena. Die Bergbausaniererin LMBV bearbeitet in Hosena ein Restloch nach dem anderen. Immer mehr Sperrgebiete werden aufgehoben. Trotzdem stapeln sich in dem Ort die Fragen. Eine Vor-Ort-Begehung sollte Abhilfe schaffen. Manfred Feller

Der Hosenaer Ortsvorsteher Hagen Schuster ist ein wenig neidisch auf die Ärztin Dr. Claudia Richartz. Wenn genauso viele Einwohner in die öffentlichen Sitzungen des Ortsbeirates kämen, wie Patienten mit kommunalen Fragen in die Arztpraxis, dann wäre er sehr zufrieden. Und es gäbe weniger Unwissenheit. Zum Beispiel über den Fortgang der Restlochsanierung in dem Ort. So manch ein angeblicher Aufreger entpuppe sich bei ausreichender Information schnell als Luftblase.

Eine Vor-Ort-Begehung bei heftigem Graupelschauer und Winterdonner am Mittwochnachmittag unter anderem mit Vertretern der LMBV und der Stadt Senftenberg sollte wenigstens ein paar Hosenaer Irritationen ausräumen.

So ist es nicht nur für Karlheinz Kaufmann vom Vorstand des Erholungsgebietes Koboldmühle unverständlich, warum für die Restlochbearbeitung "hektarweise Wälder abgeholzt werden". "Wir holzen nicht ab, weil wir Wälder nicht leiden können", entgegnet Frank Mönnig, LMBV-Projektmanager für Paragraf-3-Maßnahmen (Gefahrenabwehr im Zuge des Grundwasserwiederanstieges) im Raum Senftenberg. Bäume würden nur dort fallen, wo laut Gutachten eine geotechnische Gefährdung vorliege. Die Verdichtung der Uferbereiche könne auch nicht in jedem Fall umfeldschonender vom Wasser aus erfolgen. Für Laien seien die Eingriffe sicher schwer nachvollziehbar.

Karlheinz Kaufmann bleibt dabei: Er fordert eine umweltfreundlichere Sanierung.

Dr. Claudia Richartz verweist auf den Schilfteich neben der Senftenberger Straße. Nicht wenige Spaziergänger hätten sich nach dem Abschluss der Teichsicherung gefragt, was aus den geholzten Brachflächen werden soll? Inzwischen ist das Areal aufgeforstet. Doch davon habe angeblich niemand etwas gewusst.

Frank Mönnig von der LMBV versichert, dass bei allen Maßnahmen die zumeist privaten Flächen- und Gewässereigentümer, die Stadt Senftenberg und der Ortsbeirat sowie bei größeren Projekten auch die breite Öffentlichkeit informiert werden. Deswegen verstehe er Unwissenheit und Unmut nicht. Hagen Schuster möchte wissen, wo die Fische im Schilfteich geblieben sind? Dieser sei einer der wenigen, wenn nicht der einzige kleine Restsee in Hosena, der ein halbwegs lebewesenfreundliches Wasser besitze. Alle anderen Seen seien sauer. "Wir haben keine Fische herausgeholt", sagt Manager Frank Mönnig. "Im Herbst waren sie noch drin."

Dr. Claudia Richartz interessiert, ob durch die vielen Rütteldruckverdichtungen der natürliche Abfluss des Grundwassers gestört wird? "Das Abflussmodell liegt vor. Es gibt keine negativen Erkenntnisse", antwortet ihr der LMBV-Projektmanager.

Bedenken hat die Ärztin hinsichtlich des Aufbaus der Verbindung von der Senftenberger Straße zum Erholungsgebiet Koboldmühle. Der aufgeschüttete Straßenkörper mit den steilen Böschungen ragt mächtig heraus und ist für den Begegnungsverkehr nicht geeignet. Aus Sicherheitsgründen sollte es eine Einbahnstraße werden. Der LMBV-Manager sagt nur so viel, dass der vorhandene Weg, der auch von Sanierungsfahrzeugen genutzt wird, eine sogenannte Trockenüberdeckung erhalten musste. Ansonsten wäre er im aufsteigenden Wasser untergegangen. Zudem, so ergänzt der Ortsvorsteher Hagen Schuster, habe die Feuerwehr nun eine sichere Zufahrt zu dem Erholungsgebiet. Sehr schmal ist sie trotzdem.

Fertig saniert sind in Hosena die Restlöcher 3, 4, 6, 7, 8, das Waldbad und das Waldbad Süd, auch die Restlöcher 9 und 10 sowie der Germania-, der Post- und der Clubteich. In Arbeit sind 11 und 12. Die Planungen laufen für den Dorfteich, Neumanns Grube, das Restloch 5, den Kleinen und den Großen Sandschacht. Die Sanierung begann etwa 2007 und soll laut der LMBV noch in diesem Jahrzehnt abgeschlossen werden.