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Baumaßnahme
Hosenaer vom Straßenbau-Start überrumpelt

Die L 58 zwischen Hosena und Lauta Dorf wird ausgebaut. Die Anwohner erhielten vorab kaum Informationen darüber.⇥Foto: Josephine Japke
Die L 58 zwischen Hosena und Lauta Dorf wird ausgebaut. Die Anwohner erhielten vorab kaum Informationen darüber.⇥Foto: Josephine Japke FOTO: Josephine Japke
Hosena. Ab Montag wird gebaut. Anwohner tappen ohne vorherige Einwohnerversammlung im Dunkeln. Von Josephine Japke

Mit Verwunderung und Ärger haben die Anwohner an der Ortsdurchfahrt Hosena auf den in der Vorwoche vom Landesbetrieb Straßenwesen verkündeten Baustart reagiert. Die Stadt Senftenberg lässt straßenbegleitend neue Geh- und Radwege errichten und das Straßenlicht auf Vordermann bringen. Die vom Bürgermeister im Vorfeld versprochene Einwohnerversammlung mit Informationen zu den Bauetappen hat es nicht gegeben. Kein Anwohner weiß, wann was gesperrt ist und welche Ausbaubeiträge auf ihn zukommen. Ein Mitspracherecht hat es nicht gegeben.

Seit die 174 Alleebäume im Februar der Säge zum Opfer fielen, war den Anwohnern klar, dass es losgeht mit dem Straßenausbau. Doch was und wann genau, darüber gibt es kaum Informationen aus erster Hand. „Wir wissen eigentlich nichts“, bestätigt Bäckerei-Verkäuferin Annett Lehmann.

Die Inhaberin der Flora-Apotheke in Hosena, Christina Heyde, sorgt sich um die Auswirkungen des Straßenbaus auf ihr Geschäft.⇥Foto: Josephine Japke
Die Inhaberin der Flora-Apotheke in Hosena, Christina Heyde, sorgt sich um die Auswirkungen des Straßenbaus auf ihr Geschäft.⇥Foto: Josephine Japke FOTO: Josephine Japke

Dabei müssen Anwohner und Unternehmer in der 18-monatigen Bauzeit mit gravierenden Einschränkungen rechnen. Das zwei Kilometer lange Teilstück soll gesperrt werden, die Umleitung führt über Bernsdorf und Lauta. Nicht nur Christina Heyde, Inhaberin der örtlichen Flora-Apotheke, sondern auch andere Unternehmer machen sich Sorgen. „Natürlich haben wir Angst, dass sich der Bau auch auf das Geschäft auswirkt. Lieferanten können uns nicht mehr erreichen. Viele Kunden kommen auch von außerhalb und werden den kilometerlangen Umweg nicht auf sich nehmen.“

Dass der Bau bitter nötig ist, versteht auch Geschäftsfrau Constanze Holtschke: „Die Fahrbahn ist kaputt und es gibt keine Wege für Radfahrer und Fußgänger. Bei den vielen Brummis auf der Straße ist das gefährlich, der Ausbau ist überfällig. Allerdings haben wir noch keine Informationen über Kosten, Umleitungen und Ablauf erhalten. Eine offene und ehrliche Kommunikation hätte ich mir gewünscht und erwartet.“

Diese Kommunikation wurde zwar von Anfang an versprochen, fand aber bis heute nicht statt. Erst am kommenden Mittwoch, 18. Oktober, wird um 18 Uhr im Speiseraum der Firma Züblin eine Einwohnerversammlung stattfinden. Zu spät, meinen die Anwohner, wenn doch schon ab Montag gebaut werden soll.