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| 02:43 Uhr

Hoher Aufwand für Tierschau nicht belohnt

Tettau. Die Vogelgrippe wirbelt den Ausstellungskalender der Kleintierzüchter durcheinander. In Tettau musste die 26. Rassegeflügel-Regionalschau Brandenburg-Süd am Wochenende in eine Taubenschau umgewandelt werden. Das sagen die Organisatoren und Züchter dazu: Mirko Sattler/sam1

Veit Rentsch, Vorsitzender Kleintierzüchterverein Tettau und Umgebung: "Die Ausstellung ist gut gefüllt. Wir sehen nur Tauben. Wegen der Vogelgrippe sind Enten, Hühner und Gänse gesperrt. Sie haben Stallpflicht. Wäre die Vogelgrippe eine Woche früher gekommen, hätten wir unsere Ausstellung absagen müssen. So ist es anderen Vereinen ergangen. Solch eine Veranstaltung ist extrem schwer zu organisieren. Eineinhalb Jahre dauern die Vorbereitungen. Die aktuellen Auflagen sahen so aus, dass nur Tauben aus OSL und den angrenzenden Landkreisen ausgestellt werden dürfen. Somit fallen rund 100 Tauben weg. Normal sind bei einer Ausstellung mit allen Tieren rund 800 Stück. Jetzt sind es nur 500.

Als Vorsichtsmaßnahme darf nur in der Halle ausgestellt werden. Eine Desinfektionsmatte ist auszulegen. Jeder Aussteller muss ein allgemeines Impfzeugnis vorlegen, eine zwölfstellige Veterinärnummer besitzen, und bei Erkrankungen ist ein Quarantänebereich auszuweisen."

Gerald Schäfer (55) aus Kostebrau: "Ich habe Exoten, Geflügel und Kaninchen. Durch die Stallpflicht darf ich nun nicht ausstellen. Alle meine Tiere sind eingesperrt. Ich hoffe, dass die Vogelseuche bald abklingt. Alle Zuchten werden heruntergefahren. Ich glaube, man übertreibt etwas. Vor 100 Jahren sind auch Tiere gestorben. Zu DDR-Zeiten hat man einmal geimpft und dann war gut. Ich kann mich noch daran erinnern, dass wir früher den Hühnerstall mit Karbidschlamm ausgekalkt haben. Das hat gereicht. Die Tiere waren gesund. Heute soll das schädlich sein."

Ulrich Engelhardt (61) aus Golßen: "Ich bin schon seit 20 Jahren mit meinen Zwerghühnern bei dieser Ausstellung. Immer habe ich Pokale geholt. Es ist traurig, dass jetzt die Stallpflicht herrscht. 2006 hatten wir das schon einmal. Jene Tiere, die nicht in die eigene Zuchtlinie passen, werden bei solch einer Schau verkauft."

Dietmar Köhler (68) aus Klipphausen: "Leider darf ich nicht ausstellen, weil ich nicht aus einem angrenzenden Landkreis komme. Meine Perückentauben leben im Stall und kommen mit Wildvögeln nicht in Kontakt."