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| 11:27 Uhr

Hohe Hürden für Abriss
Ende Juni gibt es Entscheidung zum Blauen Wunder

 Denkmalschützer Matthias Baxmann sagt, dass die Hürden für die Aufhebung als Denkmal brandenburgweit sehr hoch seien. Das gelte auch für den Bagger am Lausitzring.
Denkmalschützer Matthias Baxmann sagt, dass die Hürden für die Aufhebung als Denkmal brandenburgweit sehr hoch seien. Das gelte auch für den Bagger am Lausitzring. FOTO: Rasche Fotografie / STEFFEN RASCHE
Hörlitz. Voraussichtlich noch im Juni werden die Brandenburger Denkmalschützer über das Schicksal des Blauen Wunders vom Lausitzring entscheiden. Dabei geht es um die Aufhebung als Denkmal des früheren Schaufelradbaggers. Denkmalschützer sehen hohe Hürden für den Abriss. Von Torsten Richter-Zippack

Die drei Kommunen Schipkau, Senftenberg und Großräschen als Eigentümergemeinschaft wollen weiterhin die Aufhebung des Denkmalschutzes für den ehemaligen Braunkohle-Schaufelradbagger 1473. Sie haben einen entsprechenden Antrag eingereicht. „Das Papier auf Löschung aus dem Denkmalsverzeichnis liegt uns vor“, bestätigt Dr. Matthias Baxmann vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum. Er stellt klar, dass die Hürden für ein solches Prozedere sehr hoch seien. Zudem hätten die Eigentümer bislang keinen Abbruchantrag gestellt. Baxmann sagt, dass es in Brandenburg immer wieder Auseinandersetzungen über den dauerhaften Erhalt von Industriedenkmälern gebe. Konkrete Beispiele will er indes keine nennen.

Keine Vertragsregelung über Lebenszeit des Baggers

Im Vertrag über die Zukunft des Baggers als Landmarke am Lausitzring aus den Jahren 2002/2003 gibt es indes keine fest definierte Zeitbegrenzung zur verbleibenden Lebenszeit des Gerätes. Ursprünglich waren von der Eigentümergemeinschaft 15 bis 20 Jahre angegeben worden. Es bestehe, so sagt der Schipkauer Bauamtsleiter Martin Konzag, aber kein Gebot zum Erhalt des Blauen Wunders.

„Für uns gelten Aussagen von Fachleuten. Das Großgerät wurde für einen Zeitraum von 60 bis 80 Jahren bei regelmäßiger Wartung konzipiert und eben nicht länger. Der Bagger wurde also nicht für die Ewigkeit hergestellt“, sagt Konzag. Gebaut wurde die Konstruktion im Jahr 1964 in Lauchhammer.

Die Eigentümergemeinschaft will das Blaue Wunder möglichst zeitnah verschrotten, da von ihm erhebliche Gefahren ausgehen, wie es aus den Rathäusern heißt. Herum fliegende Teile, eine marode Gesamtkonstruktion und der nicht enden wollende Vandalismus bereiten den Kommunen erhebliche Probleme. Der Bagger befindet sich unweit von Hörlitz inmitten des bergbauliches Sperrgebietes.