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| 17:08 Uhr

Erste Trauung im sanierten Gutshaus
Hochzeitspremiere in Schwarzbach

Hochzeits-Premiere im Gutshaus Schwarzbach: Am Samstag haben Justine Richert-Hergesell (27) und Norbert Richert (28) als erstes Paar im restauriertem Gutshaus in Schwarzbach geheiratet. Sie wurden von Standesbeamtin Sandra Peschel getraut.
Hochzeits-Premiere im Gutshaus Schwarzbach: Am Samstag haben Justine Richert-Hergesell (27) und Norbert Richert (28) als erstes Paar im restauriertem Gutshaus in Schwarzbach geheiratet. Sie wurden von Standesbeamtin Sandra Peschel getraut. FOTO: Mirko Sattler
Schwarzbach. Im sanierten Gutshaus wurde die erste Eheschließung vollzogen - ohne Pannen und bei Traumwetter. Von Mirko Sattler

Bei herrlichem, fast schon sommerlichem Wetter, ist die Premiere der Trauung im restaurierten Schwarzbacher Gutshaus ohne Zwischenfälle über die Bühne gegangen. Ab sofort hat das Amt Ruhland neben dem Trausaal in der Ruhlander Amtsverwaltung noch drei Orte, an denen sich Heiratswillige das Ja-Wort geben können. „Neben dem Schloss Lipsa und dem Gutshof Ruhland wird es nun auch im Gutshaus Schwarzbach möglich sein zu heiraten. Seit 1. Januar bieten wir diese Möglichkeit an, die jetzt zum ersten Mal genutzt wurde“, erzählt Standesbeamtin Sandra Peschel. Für sie war es auch etwas Neues. „Auf Grund er Räumlichkeiten und der damit verbundenen anderen Möglichkeiten war für mich die Trauung auch etwas anders an sonst“, sagt die 36-Jährige.

Das Hochzeitspaar Justine Hergesell und Norbert Richert haben sich bewusst für dieses Gebäude entschieden. „Wir haben beide ein Faible für altes Zeug. Daher lieben wir Oldtimer und haben sofort zugestimmt, als wir erfahren haben, dass im Gutshaus Schwarzbach geheiratet werden kann. Es hat uns imponiert, was aus diesem alten Haus geworden ist. Es passt einfach zu uns“, meint das Brautpaar, das daheim in Ruhland ebenfalls ein altes Haus umbaut. Es ist ein emotionaler Moment, als die Braut in den restaurierten blauen Biedermeiersaal geführt wird. Gutshausbesitzer Martin Giersch aus Wien, der die Zeremonie am Rande mit verfolgt, ist begeistert: „Schön, wenn das Gutshaus so angenommen wird.“

Das 1727 erbaute Gebäude ist aufwendig für 160 000 Euro, inklusive 48 000 Euro Fördergeld vom Land Brandenburg und dem Leader-Projekt, restauriert worden. Das Haus soll zukünftig für Hochzeiten und anderen Veranstaltungen zur Verfügung stehen. „Ab 2018 steht das Gutshaus Schwarzbach für private und öffentliche Veranstaltungen zur Verfügung. Über das Standesamt Ruhland können sich Heiratswillige im Biedermeiersalon auch trauen lassen. Der Verein Arenum bemüht sich rege um Tagungen im Energiebereich. Anspruchsvolle Literatur und Kammermusik werden ebenfalls hier angeboten. Ab Sommer wird dann auch die Teeküche, wo heute nur noch die technischen Geräte fehlen, den Charterern zu Verfügung stehen, erzählt der 42-jährige Österreicher weiter. Mit je 45 Quadratmetern sind der zentrale Biedermeiersalon und das Treppenhaus Beletage für Empfänge die größten Räume, die von der insgesamt 300 Quadratmeter großen öffentlichen Nutzfläche zur Verfügung stehen.

Zwei Stockwerke wurden für eine öffentliche Nutzung restauriert, wobei überwiegend die Fassung aus der Entstehungszeit (1727) Umsetzung fand. Das Treppenhaus aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert, mit Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wieder hergestellt, wird dabei integriert. Die Fenster wurden im Zuge der Fassadenrekonstruktion in Unterstützung durch Förderungen mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und dem ILE-Dorferneuerungsprogramm der EU als Kreuzstockfenster mit glasteilenden Sprossen in Kastenbauweise auf Grundlage historischer Zeichnungen und Fotos wieder rekonstruiert, wobei in Erd- und Dachgeschoss eine Sechserteilung, in der Beletage eine Achterteilung der Fester umgesetzt wurde.

Die nächsten Hochzeiten sind für Juni, August und Oktober schon angemeldet. Am Tag des offenen Denkmals im September kann das Gebäude im Rahmen eines Tages der offenen Tür besichtigt werden.