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Hochwasserforum für Elster-Gebiet

Lauchhammer. Der Landtagsabgeordnete Ingo Senftleben (CDU) agiert als Vermittler. Bürger bangen um Wert ihrer Häuser. Land Brandenburg stellt Allgemeinwohl in den Vordergrund. Kathleen Weser

Für die Schwarze Elster und deren Zuflüsse ist im vergangen Jahr das Überschwemmungsgebiet rechtsverbindlich festgesetzt worden. Vor allem Hausbesitzer, deren Grundstücke dadurch auch teilweise entwertet werden, zeigen sich wehrhaft. Für das Land Brandenburg hat der Hochwasserschutz an den Flussläufen in Südbrandenburg in den nächsten Jahren oberste Priorität. Viele Aufgaben stehen dabei an, die zügig und koordiniert zum Wohle der Region umgesetzt werden müssen, betont Ingo Senftleben (CDU). Deshalb habe er das "Hochwasserschutzforum Schwarze Elster" initiiert. Hier werde mit Vertretern der betroffenen Kommunen, der beteiligten Behörden und Mitgliedern von Bürgervertretungen regelmäßig beraten "und der anstehenden Prozess gemeinsam fachlich begleitet", erläutert er.

Das erste Zusammentreffen kürzlich in Lauchhammer hat die für den Hochwasserschutz für Brandenburg verantwortlichen Vertreter des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft und des Landesamtes für Umwelt vereint. Beide Behörden haben regionale Pläne für die Städte Ortrand, Ruhland, Schwarzheide und Lauchhammer, den Ausbau der B 169 als Hochwasserschutzdeich und die Nutzung der Restloch-Seenkette im Hochwasserfall vorgestellt. Im Rahmen des Nationalen Hochwasserschutzprogrammes werden bis zum Jahr 2027 mehr als 300 Millionen Euro für die brandenburgischen Projekte zum präventiven Hochwasserschutz zur Verfügung gestellt. So sollen unter anderem mittels gesteuerten Hochwasserrückhalts in Flutungspoldern und durch Deichrückverlegungen entlang der Schwarzen Elster den Flüssen mehr Raum gegeben werden. Dazu wurden eine Fläche von etwa 5900 Hektar untersucht und 30 Teilprojekte festgelegt. "Diese sollen in den kommenden Jahren abschnittweise umgesetzt werden", kündigt der Abgeordnete an. Durch die Nutzung der Restloch-Seenkette wäre im Hochwasserfall zusätzlich ein Wasserabschlag von bis zu 60 Millionen Kubikmeter Wasser möglich. Vertiefende Gutachten zu Bewirtschaftungszielen, Niedrigwasserausgleich und Wassergüte sollen bis zum nächsten Jahr erstellt werden, so dass voraussichtlich ab 2019 die Vorplanungen und Abstimmungen mit dem Freistaat Sachsen beginnen können. Zudem sind die Abstimmungen mit der Straßenbaubehörde zur neuen Höhenlinie der B 169 zwischen Ruhland und Plessa erfolgt, so dass mit der Realisierung dieses Straßenprojektes der nördliche Bereich, insbesondere die Bebauung von Lauchhammer, vor Hochwasser gesichert werden könnte. Der Hochwasserschutz für Ort rand durch Neubau von Deichen, Spundwänden und Geschiebefang an der Pulsnitz sei vorgeplant und das Planfeststellungsverfahren auf den Weg gebracht. "Jedoch müssen vor einem möglichen Baubeginn im Rahmen des laufenden Planfeststellungsverfahrens noch einige Unwägbarkeiten in Ortrand gelöst werden", sagt Senftleben. "Viele Konfliktlagen insbesondere in der unteren Pulsnitzniederung müssen noch betrachtet und mögliche Lösungsansätze gefunden werden. Zahlreiche Planungs- und Bauvorhaben zum präventiven Hochwasserschutz unserer Region sind erforderlich", erklärt er.

In der nächsten Zusammenkunft im Herbst werde unter anderem auch über die Prioritäten der Gewässerunterhaltung gesprochen.