| 02:43 Uhr

Hoch zu Roß ins Mittelalter galoppiert

Bei den Ritterspielen wurden die Besucher ins Mittelalter zurückversetzt. Heinrich, der Löwe, kämpfte tapfer gegen Albrecht, dem Bär (in rot, l.).
Bei den Ritterspielen wurden die Besucher ins Mittelalter zurückversetzt. Heinrich, der Löwe, kämpfte tapfer gegen Albrecht, dem Bär (in rot, l.). FOTO: Mirko Sattler/sam1
Lauchhammer. In einen mittelalterlichen Markt mit allerlei Attraktionen hatte sich der Schlosspark im Westen der Stadt am Wochenende verwandelt. Gaukler, Ritter und Handelsleute waren ebenso vertreten wie Marktfrauen, Bier, Wein und Met. sam1

Filzen, Kerzen ziehen, Papierschöpfen oder Armbrustschießen waren nur einige der vielen Möglichkeiten, an denen sich die Kinder ausprobieren konnten. Die Renner bei den Kleinen waren jedoch das Eselreiten oder die Kinder-Ritterspiele.

Wie aus einem Stück Wolle ein Faden und später ein Kleidungsstück entsteht, konnten die Besucher am Stand von Ute Gaudlitz entdecken. Zu Hause hat die engagierte Hobbyspinnerin neun Spinnräder zu stehen. Im Oktober möchte die Falkenbergerin aus dem Elbe-Elster-Land eine Ausbildung zur Handweberin anfangen. Nur wenige Meter entfernt zeigt "Rothar, der Feuergaugler" alias Manuel Lerche zusammen mit seinen Mitstreitern von "Flammen im Zwielicht" atemberaubende Ritterspiele und Feuer-Kunststücke.

Auf dem Turnierplatz nebenan war der Machtkampf der Ritter um hiesige Ländereien hautnah mitzuverfolgen. Der Herold "Ludwig der Enterbte" alias Lutz Lehmann moderierte die Wettkämpfe hoch zu Roß. Unterstützung bekam er dabei von den Mitgliedern der Kunstreitergruppe "Ompah" aus Cottbus. Zurzeit proben die Kunstreiter für das legendäre Pferdetheater am 23. und 24. April.

Ins mittelalterliche Spektakel eingetaucht ist Familie Ringo Horwath aus Klettwitz. "Das Ritterturnier war richtig spannend", zeigt sich der Familienvater beeindruckt. Zu den Besuchern gehört auch der 68-jährige Günter Reute, der einst am Schlosspark Lauchhammer wohnte. "Hier müsste viel öfter etwas los sein", freut er sich über das dichte Gedränge rund um die Schlosskirche. Das Mittelalterspektakel passe zum historischen Hintergrund. Erste urkundliche Erwähnungen der Burg Mückenberg gehen schließlich bis ins Mittelalter um das Jahr 1278 zurück.