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| 20:51 Uhr

Wetterbilanz für den August
Hitzetage und Tropennächte im Katastrophensommer

Die Schwarze Elster ist in diesem Sommer ausgetrocknet.
Die Schwarze Elster ist in diesem Sommer ausgetrocknet. FOTO: Renate Kupfer
Senftenberg. Die regionale Wetterbilanz für den August 2018: Mit einer so beispiellosen Hitzewelle kamen weder Mensch, Tier noch Natur klar. Von Rudolf Kupfer

Mit so einem extrem heißen und trockenen Sommerfinale im August hatten selbst die Senftenberger Hobbymeteorologen nicht gerechnet. Dieses Wetter brachte auch sie in Erklärungsnot und sorgte für manche schlaflose Nacht. Am schlimmsten war das ständige Warten auf die ausbleibenden Niederschläge bei den ungewöhnlich lange anhaltenden hohen Temperaturen.

„Zu den Rekorden, auf die wir gern verzichtet hätten“, so Michael Wesnigk aus Klettwitz, „gehört unter anderem, dass es vom 24. Juli bis 4. August zwölf aufeinander folgende Hitzetage mit über 30 Grad gab.“ Das spitzte sich noch zu mit zwei Tropentagen, bei denen es nachts nicht unter 20 Grad fällt.

Die seit Mai anhaltende Hitze und Trockenheit hat allerorten regelrechte Brandspuren in der Lausitz hinterlassen. Nur 90 Millimeter Niederschlag waren im ganzen Sommer gefallen. Die Norm liegt bei  219 Millimetern.

Hinzu kommt dabei noch die schlechte Verteilung der Niederschläge. So hat Roland Nicklisch in Tettau am 18. August nach einem Wolkenbruch immerhin 41 Millimeter registriert. Demgegenüber steht, dass die gesamte ermittelte Monatsmenge von Ingo Nowak aus Schipkau nur 16 Millimeter betrug.Am 18. August fiel hier kein einziger Regentropfen.

In vielen Gesprächsrunden wurden diese gewaltigen Unterschiede von Ort zu Ort immer wieder ausgewertet. Das Interesse, selbst den Niederschlag zu messen, wurde damit bei vielen geweckt, um schneller über eigene Daten zu verfügen. Für Klaus Hirsch aus Großkoschen ist es ein Dilemma, dass die Schwarze Elster in diesem Sommer bis Senftenberg trocken gefallen ist. Was wäre die Region bei solcher Trockenheit nur ohne den Senftenberger See und die anderen Gewässer in den ehemaligen Tagebauen? Dass ständig ausreichend Trinkwasser bei diesen extremen Bedingungen vorhanden war, verdient höchste Anerkennung.

Bemerkenswert sind die Beobachtungen, dass Tiefwurzler die Trockenheit besser überstanden haben als die anderen Pflanzen. Beispiele dafür sind zum Beispiel die Luzerne, die mit ihren Wurzeln zwölf Meter in die Tiefe geht, Sonnenblumen (drei Meter) oder Ringelblumen und Buchweizen mit bis zu 80 Zentimetern, die damit ihre Wasserversorgung in Dürrezeiten absichern.

Blühmischungen, die in diesem Jahr von der Agrargenossenschaft Frauendorf auf 300 Hektar als Gründüngung und Bienenweiden ausgebracht wurden, bestätigen diese Erkenntnis eindrucksvoll. Nur die Tiefwurzler sind gewachsen und wurden jetzt staatlicherseits für die Futternutzung freigegeben, informierte der Geschäftsführer dieses Betriebes, Walter Beckmann.

Dass mit dem Monatswechsel der Dauersonnenschein und Temperaturen über 30 Grad ein Ende gefunden haben, bringt Mensch und Natur Erleichterung und Entspannung. Damit zieht wettermäßig wieder die gewohnte Normalität im Alltag ein, stellt Gabriele Haußmann in Hörlitz fest. Aber: Den notwendigen Regen, der den extrem gefallenen Grundwasserstand wieder anhebt und das große Defizit in den offenen und fließenden Gewässern wieder ausgleicht, sehen die Wetterfrösche vorerst nicht.

Relative Einigkeit besteht jedoch in den Vorhersagen zum bevorstehenden Winter. Es wird dabei auf folgende Wetterregeln verwiesen: „Ist die erste Augustwoche heiß, bleibt der Winter lange weiß“; „Wenn es im August nicht regnet, ist der Winter mit Schnee gesegnet.“ und „Ziehen die Störche zeitig fort, ist der Winter bald vor Ort.“

Gegenwärtig blüht das Heidekraut zwar spärlich, aber bis in die Spitzen – ein weiteres Zeichen für einen kalten Winter.

Zu hoffen ist, dass die bisherigen Wetterextreme des Jahres 2018 in einen versöhnenden, ausgeglichenen „Goldenen Herbst“ münden.

RUNDSCHAU-
Wetterfrosch Rudolf Kupfer.
RUNDSCHAU- Wetterfrosch Rudolf Kupfer. FOTO: privat