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Hitzefahrten mit Hindernissen

Luisa Gerber aus Malschwitz in Sachsen kommt mit ihren Shettys am schnellsten in Fahrt. Das Zweier-Pony-Gespann absolviert den Parcours mit dem neuen Wassergraben in der Bestzeit des Fahrturniers in Schwarzbach.
Luisa Gerber aus Malschwitz in Sachsen kommt mit ihren Shettys am schnellsten in Fahrt. Das Zweier-Pony-Gespann absolviert den Parcours mit dem neuen Wassergraben in der Bestzeit des Fahrturniers in Schwarzbach. FOTO: Steffen Rasche/str1
Schwarzbach. Der Wassergraben, der zweimal zu durchfahren ist auf dem Parcours, fordert Kutscher, Beifahrer (Groom) und Pferde im Wettbewerb der Fahrsportgespanne in Schwarzbach am Sonnabend heftig. Der Schlamm spritzt meterweit auf alle, die dem Wettstreit nah am Streckenrand begeistert folgen. Kathleen Weser

In rasanter Fahrt absolvieren die von stattlichen Pferden und schönen Ponys gezogenen Sportkutschen die Hindernisse. Enge und kurvenreiche Wege sind schnell zu durchfahren. Die Fahrer müssen bis zu vier Zügel fest in den Händen behalten, um die stolzen Tiere richtig anzuweisen. Der Beifahrer hinter dem Kutscher auf dem Wagen hat die Aufgabe, das Gefährt vor allem in den Kurven stabil in der Spur zu halten - allein durch Gewichtsverlagerung. Das ist ein Kraftakt, den Luisa Gerber aus Malschwitz und Marcel Brungart aus Hoyerswerda am besten meistern. Der Pony-Zweispänner mit den Shettys der 18-Jährigen durchfährt den anspruchsvollen kleinen Parcours in beachtlichen 2:53:98 Minuten. Das ist die Bestzeit des heißen Tages.

Für Luisa Gerber ist das Schwarzbacher Fahrturnier eine Premiere. "Dies ist der erste Wettbewerb der Saison. Die Shettys haben noch ihre Probleme. Aber das ist normal. Wir fahren viele Wettbewerbe in Sachsen. Hier sind wir selten", sagt sie. Das Shetlandpony ist von den namensgebenden Inseln erst während der industriellen Revolution auf das britische Festland gebracht und dort im Bergbau unter Tage als Grubenhelfer eingesetzt worden. Die robusten kleinen Pferde werden heute gern für die ersten Reitstunden von Kindern eingesetzt. Als kräftige und ausdauernde Fahrpferde liebt Luisa Gerber die Tiere. Auch als Vierer-Gespann sind sie mit ihr und Marcel Brungart (19) sowie Beifahrerin Antonia Röher (17) aus Malschwitz in Fahrt. Der dunkle Wassergraben erscheint den Pferden aus ihrem Blickfeld sehr groß und gefährlich. "Sie nehmen ihn als Abgrund wahr", erklärt Marcel Brungart, der im Wittichenauer Reitverein aktiv ist.

Nadin Schramm aus Wiednitz zeigt sich zufrieden mit einem zweiten Platz ihres Ponys. Das hatte schon einen schweren Ritt von Radeberg nach Schwarzbach hinter sich am Wettkampftag. Die Anreise über Waldwege fernab der aufgeheizten Pflasterstraßen war trotzdem eine Hitzeschlacht - für Tier und Mensch, bestätigt die Wiednitzerin. Durch den Opa, ein Schmiedemeister mit goldenen Händen, ist die Liebe zu Pferden bei Nadine Schramm geweckt worden. Auch Ralf Münnich (55) aus Schwarzheide ist von Kind an mit den Tieren vertraut und mit einem Zweispänner Großpferde am Start. Carina und Gandhi können sich nicht nach vorn kämpfen. Aber das ist zweitrangig, sagt Günther Münnich (81), der schon viele Pokale geholt hat. Gemütlich kutschieren die Männer nach dem Wettstreit auf dem kurzen Weg durch den Wald nach Hause.

Frank Seidling aus Lauchhammer lenkt seine Zweispänner sowohl mit Ponys als auch Großpferden lautstark auf zweite und dritte Plätze.
Frank Seidling aus Lauchhammer lenkt seine Zweispänner sowohl mit Ponys als auch Großpferden lautstark auf zweite und dritte Plätze. FOTO: str1