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| 16:24 Uhr

Offener Brief zeigt Wirkung
Hilferuf des Traditionsvereins aus Brieske hinterlässt Eindruck

Teilweise tummeln sich bis zu sechs Mannschaften auf dem Trainingsplatz des FSV „Glückauf“ Brieske/Senftenberg. Auf diesem Foto sind es "nur" drei Teams, da die E3-Junioren ein Spiel vom Wochenende auf einen Trainingstag verlegten. Auch so werden Trainingskapazitäten geschaffen.
Teilweise tummeln sich bis zu sechs Mannschaften auf dem Trainingsplatz des FSV „Glückauf“ Brieske/Senftenberg. Auf diesem Foto sind es "nur" drei Teams, da die E3-Junioren ein Spiel vom Wochenende auf einen Trainingstag verlegten. Auch so werden Trainingskapazitäten geschaffen. FOTO: des FSV „Glückauf“ Brieske/Senft / Marco Kloss
Senftenberg. Senftenbergs größter Fußballverein hat in einem offenen Brief auf seine prekäre Situation aufmerksam gemacht. Das Schreiben zeigt Wirkung. Von Jan Augustin

Mit einem ungewöhnlichen Hilferuf hat der größte Fußballverein in Senftenberg und Umgebung jetzt aufhorchen lassen. In einem offenen Brief machen Eltern von fußballspielenden Kindern auf die prekäre Situation des FSV „Glück­auf“ Brieske/Senftenberg aufmerksam. Die Unterzeichner schauen mit einem weinenden und einem lachenden Auge auf das große Jubiläum im kommenden Jahr, wenn der Klub seinen Hundertsten feiert.

Der Verein erfreut sich wachsender Mitgliederzahlen im Kinder- und Jugendbereich. Etwa 250 Fußballer kicken derzeit bei den „Knappen“. Was einerseits ein stolzes Ergebnis ist, offenbart an anderer Stelle Probleme: Es fehlt schlichtweg an Fläche, damit der Nachwuchs vernünftig trainieren kann. Teilweise tummeln sich bis zu sechs Mannschaften auf dem Trainingsplatz. Das bestätigt FSV-Geschäftsführer Marco Kloss. Um das Chaos auf dem Rasen so gering wie möglich zu halten, setzt der Verein bisher auf pragmatische Lösungen: Die zweite B-Juniorenmannschaft trainiert in Hosena. Und die C-Junioren sind seit vielen Jahren beim Senftenberger FC im Michael-Bautz-Sportpark beheimatet. Bei den ganz Kleinen wird schon mal das auswärtige Ligaspiel in die Woche verlegt, damit am Trainingstag ein Team weniger auf dem Platz steht.

Die Unterzeichner blicken mit „großer Sorge“ auf die Sportanlage in Brieske. „Sie können sich vorstellen, dass die Qualität des Trainings für eine leistungsorientierte Mannschaft nicht förderlich ist und das Aushängeschild damit in Gefahr ist“, heißt es in der Flugschrift, die an alle regionalen Medien verteilt worden ist. Die Unterzeichner wünschen sich, die Aufmerksamkeit auf das Jubiläum gerichtet zu haben, um die Hoffnungen auf einen neuen spielfähigen Kunstrasen mit Licht, ein komplettes Vereinsheim und die Wiederherstellung der Elsterkampfbahn für einen vollständigen Trainings- und Spielbetrieb anzuregen, heißt es weiter. „Die ausgegliederten Mannschaften des FSV müssen und sollen in Brieske spielen. Dort ist die Heimat des Vereins, dort sollen Spieler und Eltern ihre Heimat haben und nicht als Gast bei fremden Vereinen.“

Auch bei Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD) ist die Petition im Postfach gelandet. Den Initiatoren macht er Hoffnung: Der 100. Geburtstag zeige, wie fest die Tradition des Fußballs in Brieske verankert sei. „Deshalb bin ich auch der Auffassung, dass am Standort Brieske ein dritter Platz mit den entsprechenden Sanitärgebäuden erforderlich ist“, teilt er mit. In den vergangenen Jahren habe die Stadt zwar im sechsstelligen Bereich am Standort investiert, sie müsse aber in punkto Platzverfügbarkeit Weiteres tun. Fredrich will das Vorhaben nun in den Entwurf der Fortschreibung der Sportstättenentwicklungskonzeption integrieren. Es liege dann an der Stadtverordnetenversammlung, das Vorhaben mit einem Beschluss im Frühjahr 2019 auf den Weg zu bringen. „Ich bin zuversichtlich, dass uns dies gelingen wird“, so Fredrich. Der Brief der Eltern zeige, mit welchem Engagement die ehrenamtlichen Macher im Verein gemeinsam mit den vielen Muttis,
Vatis, Omas und Opas bei der Sache seien, um den Mädchen und Jungen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung anbieten zu können. Fredrich betont: „Der FSV macht eine super Nachwuchsarbeit.“

Marco Kloss ist geschmeichelt angesichts dieser Wertschätzung. Mit der Stadt führe der Verein bisher immer offene Gespräche. Freimütig gibt der Geschäftsführer auch zu, dass der Verein jetzt auf ein großzügiges Geburtstagsgeschenk hofft: einen Kunstrasenplatz samt Licht und Vereinsheim.