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| 01:00 Uhr

Heute aus der Rathaus-Apotheke Senftenberg

Gicht zählt zu den so genannten Wohlstandserkrankungen. Als Folge von Übergewicht, erhöhtem Blutdruck und Cholesterinspiegel sowie Altersdiabetes tritt sie meist ab dem 40. Lebensjahr wie aus dem Nichts auf. Vor allem Männer sind betroffen. Steffen Rasche


Wo liegt die Ursache„
Die Ursache liegt in der Harnsäure: Eigentlich ist sie ein natürliches Abbauprodukt der Purine. Das sind Eiweiß-Bausteine, die durch die fortlaufende Zellerneuerung und den Nahrungsabbau anfallen. Harnsäure wird beim Gesunden über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden. Durch Stoffwechselstörungen oder durch Krankheiten kann es aber geschehen, dass die Nieren diese Ausscheidung nicht mehr bewältigten. Dann führt ein dauerhafter Überschuss im Blut (Hyperurikämie) dazu, dass die Harnsäure im Gewebe auskristallisiert. Schließlich treten typische Gichtsymptome auf.
Wie kann ich Gicht erkennen“ Bei einem Gichtanfall entzündet sich durch abgelagerte Harnsäurekristalle urplötzlich und aus voller Gesundheit heraus ein einzelnes Gelenk. Prädestiniert ist das Großzehengelenk. Es wird heiß, schwillt unter Rötung an, zusätzlich kann auch Fieber auftreten. Nach einigen Tagen bis Wochen klingt der Gichtanfall spontan ab, und das Gelenk ist wieder voll belastbar. Es muss aber nicht immer der Zeh sein. Das Daumengrundgelenk oder eines der Sprung-, Knie-, Hand- und Fingergelenke können ebenfalls Alarm schlagen.
Gicht äußert sich manchmal auch in Form einer Nierenkolik. Die Harnsäurekristalle haben dann Steine in den ableitenden Harnwegen gebildet, die zu starken Schmerzen führen. Die Kristalle können sich außerdem in der Haut ablagern. Diese weiß lich-gelben, schmerzlosen Knötchen im Bindegewebe, werden als Hauttophi bezeichnet. Eine spezielle Knötchenbildung an der Ohrmuschel wird Gichtperle genannt.
Wie sich die Gichtgefahr ankündigt:
Wie bei vielen Krankheiten ist es das Blut, das die Gichtgefahr schon lange vorher ankündigt: Vor den ersten Beschwerden ist die Harnsäurekonzentration meist jahrelang erhöht. Bei bereits vorliegender Gicht steigen dann zusätzlich auch die Entzündungsparameter des Blutes, z.B. die Zahl weißer Blutkörperchen, an.
Das sollten Sie vermeiden : Wenn Sie von einem hohen Harnsäurespiegel oder von Gicht betroffen sind, sollten Sie besonders auf Ihre Lebensführung achten: Vermeiden Sie Übergewicht, üppige Mahlzeiten mit starkem Alkoholgenuss genauso wie strenges Fasten. Ernähren Sie sich purinarm (insbesondere Verzicht auf Innereien) und trinken Sie reichlich. In der Apotheke erhalten Sie Medikamente zur Behandlung eines akuten Gichtanfalls sowie Dauerpräparate zur Vorbeugung.