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| 14:00 Uhr

Gesundheit
„Man ist so alt wie seine Gefäße“ - Tipps für die Gefäßgesundheit in Senftenberg

 Die Vibrationsplatte hilft dabei, die Gefäßmuskeln zu stärken. Das hat eine Studie bestätigt. Martin Felgentreu vom Klinikum Niederlausitz stellt das Gerät für Jutta Stahn aus Senftenberg ein.
Die Vibrationsplatte hilft dabei, die Gefäßmuskeln zu stärken. Das hat eine Studie bestätigt. Martin Felgentreu vom Klinikum Niederlausitz stellt das Gerät für Jutta Stahn aus Senftenberg ein. FOTO: Aswendt Peter / PETER ASWENDT
Senftenberg. Am 12. Oktober wird bundesweit der sogenannte Gefäßtag begangen. Das Klinikum Niederlausitz informierte dazu am vergangenen Mittwoch bereits zum achten Mal im Rahmen eines Informationstages über Gefäßgesundheit und Möglichkeiten der Behandlung. Von Peter Aswendt

Zielstrebig gehen viele Menschen in den Seiteneingang der Sparkasse Niederlausitz. Ein Hinweisschild deutet auf ein interessantes Thema in der dritten Etage hin. Der Gefäß- und Herztag des Klinikums Niederlausitz lockte zahlreiche, überwiegend ältere Menschen nach Senftenberg. Circa 250 gesundheitsbewusste Menschen, so die Schätzung des Veranstalters, informierten sich über die Behandlungsmöglichkeiten oder ließen sich gleich mal per Messung oder Ultraschall in die Transportwege ihres Blutes schauen. „Es ist schön, dass man sich gerade im Alter über die Möglichkeiten der Herz- und Gefäßmedizin informieren kann“, freut sich Karin Marciniak (78). Ihr Mann Kurt Marciniak (83) hat auch gleich einige Angebote genutzt: „Man musste zwar lange anstehen, aber man bekam mal einen Ultraschallcheck, der sonst nicht ohne Weiteres möglich wäre“, bestätigt er.

Zum ersten Mal dabei: die sogenannte Vibrationsplatte. Physiotherapeut Martin Felgetreu demonstriert das Gerät, das in einer anderthalb jährigen Studie am Klinikum bewies, dass die Gefäßwände gestärkt aus dem Training mit der Rüttelplatte hervorgehen. Bei der Studie mit dabei war Jutta Stahn (75) aus Senftenberg: „Ich hatte immer Schwindelgefühle, wenn ich mich hingelegt habe“, beschreibt sie ihre Symptome. „Über meinen Hausarzt bin ich in die Studie zur Stärkung der Gefäß­muskeln auf der Vibrationsplatte gekommen und es geht mir wesentlich besser“, strahlt die Rentnerin. Das Therapiegerät steht in Klettwitz im Familiencampus und kann über den Hausarzt per Überweisung genutzt werden.

Gerade dem Testalter entwachsen, zeigt sich das computergestützte Reha-System. Mittels Kamera und fast 80 programmierten Übungen, kann die Reha-Zeit zuhause verbracht werden. Dabei zeigen rote oder grüne Markierungen die optimale Ausführung der Übungen an. Mit einer Lasertherapie bei einer venösen Insuffizienz, also Krampfadern, können schonend die lästigen sichtbaren Adern beseitigt werden, weiß Gefäßassistent Christoph Meißner: „Wir sind im näheren Umkreis das einzige Klinikum, das diese Technik anbietet.“

 Oberarzt Dr. Waldemar Dinges untersucht die Halsschlagader von Christa Schmatloch aus Senftenberg. Sie kann sich über beste Ergebnisse freuen.
Oberarzt Dr. Waldemar Dinges untersucht die Halsschlagader von Christa Schmatloch aus Senftenberg. Sie kann sich über beste Ergebnisse freuen. FOTO: Aswendt Peter / PETER ASWENDT

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), auch Schaufensterkrankheit genannt, kann große Schmerzen verursachen. „Weil man nicht lange laufen kann und dann üblicherweise nicht auffallen will, bleibt man vor Schaufenstern stehen“, beschreibt Dr. Tom Hammermüller, Chefarzt des Gefäß­zentrums Niederlausitz, den Ursprung des Namens. Er selbst hält einige Vorträge an dem Nachmittag und wird in den Pausen ständig von den Besuchern mit allerlei Fragen bombardiert. Eine einfache Methode zur Früherkennung ist der Knöchel-Arm-Index. Mit der ABI-Messung, einer Blutdruckmessung an Armen und Beinen, lässt sich eine Differenz errechnen, die eine Früherkennung der Schaufensterkrankheit zulässt. Dementsprechend hat Gefäßassistentin Mandy Buder allerhand zu tun, um den nicht abreißenden Strom der Untersuchungswilligen unter Kontrolle zu bringen. „Diese Untersuchung bieten auch die Hausärzte an“, weiß die Klinikum-Mitarbeiterin. „Das hilft uns bei der Früherkennung von pAVK sehr“, fügt die Gefäßassistentin hinzu.

Um die Hals- und Bauchgefäße ging es ein paar Türen weiter mit den entsprechenden Ultraschallverfahren. Beim Carotis-Screening, der Ultraschallmessung der Halsschlagader, kann frühzeitig eine Verstopfung erkannt und dem Schlaganfall vorgebeugt werden. Das nutzt auch Christa Schmatloch (81) aus Senftenberg. Mit besten Ergebnissen, wie Oberarzt Dr. Waldemar Dinges bestätigt. „Ich freue mich natürlich, dass alles in Ordnung ist“, so die Rentnerin. „Man ist so alt wie seine Gefäße“, bestätigt Oberarzt Dr. Michal Kryscak und verabschiedet die Senftenbergerin mit einem Lächeln. Eine Tür weiter kümmert sich Dr. Igor Grobel um das Durchleuchten der Bauchschlagader. „Man bekommt zwar keinen Schlaganfall, wenn die Bauchschlagader verstopft ist, aber ein Aneurysma, das sich ausdehnt, kann lebensbedrohlich werden“, so der Oberarzt.

Viele Besucher waren beeindruckt von den Möglichkeiten des Klinikums und gingen etwas beruhigter mit den Ergebnissen der kurzen Untersuchungen nach Hause: „Das war richtig spannend“, zeigten sich Edda und Fitz Seibelt aus Senftenberg beeindruckt. „Jetzt können wir auch unserem Hausarzt etwas erzählen“, sagen sie lachend.

Am 27. November lädt das Klinikum Niederlausitz nach Senftenberg zum Herztag nach Senftenberg ein. Hier wird auch wieder das begehbare Herz zu erleben sein, das schon beim Tag der offenen Tür in Lauchhammer ein Besuchermagnet war.