Von Rudolf Kupfer

Im 23 Hektar großen Lindenauer Landschaftspark werden die Besucher seit einigen Jahren mit dem Hinweis „Betreten auf eigene Gefahr“ begrüßt. Dessen ungeachtet sind hier ständig Gäste aus Brandenburg, Sachsen und anderen Bundesländern unterwegs, um sich an der reizvollen Natur zu erfreuen und zu verfolgen, was aus dem schönen, seit dem Jahr 1996 ungenutzten Schloss wird. Der seit Jahren andauernde Rechtsstreit ist für viele Lindenauer nicht nachvollziehbar und eine Geduldsprobe, auf die sie gern verzichten würden.

In dem zurückliegenden, extrem heißen Sommer hat – wie in anderen Parks der Region auch – der wertvolle Baumbestand im Lindenauer Park Schaden genommen. So sind über 100 Jahre alte Fichten vom Borkenkäfer befallen und vertrocknet. Erlen, Buchen, Stieleichen, Linden und andere Laubbäume sind mit und ohne Sturm umgeknickt.

Trotzdem ist auch in diesem Herbst die Laubfärbung ein faszinierendes Naturschauspiel und lockt viele Besucher an. Enorme Mengen von Blättern waren schon immer für die Parkgärtner eine besondere Herausforderung. Vor 60 Jahren hatte der bekannte Parkgärtner Otto Eule sein Refugium in Parzellen eingeteilt, in dem die Landwirte aus dem Ort Laub als Einstreu für ihre Rinder holten oder als Frostschutz in ihren Kartoffel- und Rübenmieten einsetzten. Den Aufwuchs des Grünfutters nutzten Kleintierzüchter damals als willkommene Futterquelle. Diesen Bedarf gibt es heute nicht mehr.

Dennoch sind an den Wochenenden einige Lindenauer aktiv, um Freiflächen und Wege von diesen Laubbergen frei und damit wieder begehbar zu machen. Sie und die anderen Lindenauer hoffen, nach jahrelangem Rechtsstreit auf Verhältnisse, in denen die Pflege und Nutzung des schönen Lindenauer Parks und Schlosses dauerhaft geregelt wird.