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Unfallgefahr steigt
Herbst macht die Straßen um Senftenberg unsicherer

Am Abzweig Bärhaus hat ein polnischer Audi-Fahrer im Drogenrausch am Dienstagabend auf der Bundesstraße einen vorfahrtsberechtigter Opel übersehen. Die Fahrzeuge kollidierten und landeten in der Leitplanke. Zwei Verletzte kamen ins Krankenhaus.
Am Abzweig Bärhaus hat ein polnischer Audi-Fahrer im Drogenrausch am Dienstagabend auf der Bundesstraße einen vorfahrtsberechtigter Opel übersehen. Die Fahrzeuge kollidierten und landeten in der Leitplanke. Zwei Verletzte kamen ins Krankenhaus. FOTO: Mirko Sattler
Senftenberg. Die Zahl der Wildunfälle steigt mit jedem Tag. Rausch-Fahrer zerlegt zwei Wagen auf der Bundesstraße 169 bei Bärhaus. Von Kathleen Weser

Der Herbst bringt zusätzliche Gefahren auf die  Straßen. Die Zahl der Wildunfälle steigt derzeit täglich. Auch Nässe und die frühe Dunkelheit fordern die Autofahrer  stärker.

 Dienstagabend, 19 Uhr, Bärhaus: An der viel befahrenen Bundesstraße 169 bei Lauchhammer kollidiert ein Audi mit polnischen Kennzeichen mit einem Opel aus dem Oberspreewald-Lausitz-Kreis. Die beiden Insassen des Fahrzeuges, das den Unfall verursachte, werden verletzt ins Krankenhaus gebracht. „Bei dem 34-jährigen Fahrer hat ein Drogenvortest positiv auf Amphetamine reagiert“, bestätigt Polizeisprecher Torsten Wendt. Um Beweise für die Rauschfahrt zu sichern, wird eine Blutprobe veranlasst. Beide Fahrzeuge sind Schrott. Der Schaden wird auf 10 000 Euro geschätzt.

Wild kommt in dieser Jahreszeit noch öfter unter die Räder. Der Herbst fordert die Autofahrer stärker.
Wild kommt in dieser Jahreszeit noch öfter unter die Räder. Der Herbst fordert die Autofahrer stärker. FOTO: gbk

Mittwochmorgen, 5.45 Uhr, Lausitzring: Auf der Landesstraße an der Rennstrecke quert eine ganze Rotte Wildschweine die Fahrbahn. Der Fahrer eines BMW tritt auf die Bremsklötzer, kann die Kollision aber nicht verhindern. Er erwischt zwei der Schwarzkittel, die ihr Leben an der Unfallstelle aushauchen. Die Fahrt ist vorbei, der Schaden am Auto mit etwa 8000 Euro erheblich, der Tag gelaufen. Lauchhammer, Senftenberg, Hohenbocka und der ländliche Raum um Woschkow tauchen dieser Tage in der Wildunfall-Statistik auffallend häufig auf.

„Wildunfälle können sich jederzeit ereignen. Am größten aber ist die Gefahr morgens und abends in der Dämmerung, wenn die Tiere ihre Futterplätze aufsuchen“, sagt Markus Egelhaaf, Unfallforscher der Prüfgesellschaft Dekra. Mit dem Wechsel von der Sommer- auf die Winterzeit steige das Risiko noch zusätzlich, weil dann der Berufsverkehr in der Abenddämmerung häufiger auf kreuzende Rehe, Hirsche und Wildschweine treffe. „Erhöhte Vorsicht ist für Autofahrer vor allem in Waldgebieten, an Waldrändern, an Feldern und dicht bewachsenen Flächen geboten“, so der Experte weiter. Hier gelte: mit angepasster Geschwindigkeit fahren und die angrenzenden Bereiche im Blick behalten. „Vor allem in der Dämmerung sollte man in diesen Gebieten immer bremsbereit sein. Das dient auch der eigenen Sicherheit. Denn mit steigender Aufprallgeschwindigkeit steigt auch das Risiko, selbst verletzt zu werden“, sagt Engelhaaf.

Tauche ein Tier am Straßenrand auf, „sofort runter mit dem Tempo, abblenden und hupen“, rät er. Zudem sei auch immer mit nachfolgenden Tieren zu rechnen. Die frisch dezimierte Rotte am Lausitzring ist ein Beispiel dafür. Springt ein Wildtier auf die Fahrbahn, empfiehlt der Unfall-Experte: „Das Lenkrad gut festhalten und voll bremsen. Denn Ausweichmanöver enden nicht selten mit einer folgenschweren Kollision mit dem Gegenverkehr oder an einem Baum. Deshalb ist Geradeaus häufig die bessere Alternative.“

Die Hauptjagdzeit auf Rehe, Hirsche und Wildschweine ist zudem in vollem Gange. Im Kreisgebiet  wird besonders stark auf die Schwarzkittel angelegt, die nach der abgeschlossenen Ernte auf den Feldern über stadtnahe Wälder massiv in die Siedlungen vordringen. Bei der jüngsten Stadtjagd in Lauchhammer sind in den kleinen Waldstücken um die Ortsteile sieben Sauen gestreckt worden. Hier muss wegen der Nähe zur Wohnbebauung und vieler Spaziergängern mit besonders ruhiger Hand angelegt und geschossen werden. „Die Sicherheit geht vor“, bekräftigt Frank Dietz, ein sehr erfahrener Weidmann, der auch auf die echten Stadtschweine im befriedeten Bereich anlegen darf. Besonders ärgerlich für die Jäger: Die Schilder, die zur Jagd nur temporär die Autofahrer bremsen sollen, werden ständig dreist geklaut.