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| 17:25 Uhr

Helfer zurück vom Spüleinsatz

Marko Höhne aus Finsterwalde (45), Mitarbeiter beim heimischen Wasserdienstleister WAL-Betrieb, unterstützt mit seinem Spezialfahrzeug die Helfer, die nach dem Hochwasser in Goslar im Harz aufräumen.
Marko Höhne aus Finsterwalde (45), Mitarbeiter beim heimischen Wasserdienstleister WAL-Betrieb, unterstützt mit seinem Spezialfahrzeug die Helfer, die nach dem Hochwasser in Goslar im Harz aufräumen. FOTO: Steffen Rasche/str1
Senftenberg/Goslar. Ein Lausitzer schreitet zur Tat: Marko Höhne (45). Im vom Hochwasser durch starken Dauerregen geplagten Goslar im Harz muss aufgeräumt werden. Kathleen Weser

Am Freitagabend stellt Marko Höhne (45) aus Finsterwalde, der Spezialist an der Saug- und Spültechnik der Betriebsgesellschaft des Wasserverbandes Lausitz (WAL-Betrieb) in Senftenberg, seine fahrende Arbeitsmaschine auf dem Betriebshof am Klärwerk Brieske ab. Das freie Wochenende hatte sich der kollegiale Helfer redlich verdient.

In Goslar ist der Lausitzer im Einsatz gewesen. Denn das Wettertief "Alfred" hat der Stadt im Harz eine dramatische Hochwasserlage und enorme Schäden beschert. Braune Wassermassen sind durch die Straßen geströmt. Die Region in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt traf der heftige, über Tage andauernde starke Regen besonders schwer. "Eine solch dramatische Hochwasserlage hat die Stadt Goslar seit 70, 80 Jahren nicht erlebt", wird Goslars Oberbürgermeister Oliver Junk allseits zitiert. Die Lausitz, die allgemein trockene Wettersandbüchse, bleibt indes verschont.

Feuerwehr und Helfer des Technischen Hilfswerkes (THW) sind im Katastrophengebiet nach wie vor im Dauereinsatz. "Alles, was wir an Einsatzkräften zur Verfügung haben, ist auch im Einsatz", bekräftigt das Stadtoberhaupt von Goslar weiter. Aber die Leute reichen nicht aus. Und deshalb macht sich auch Marko Höhne auf den Weg zum großen Aufräumen auf dem Marktplatz der mit Schmutz überschwemmten Stadt. Dort hat er bis Freitag hart gegen den klebenden Schlamm angekämpft - nachdem die dem heimischen Wasserdienstleister unternehmerisch verbundene und dort aktive Firma Eurowasser in Senftenberg um Unterstützung gebeten hatte. Geschäftsführer Stefan Voß zögerte - ebenso wie die Rostocker Kollegen der Remondis Aqua-Gruppe - keine Sekunde. Er schickte Mann und Gerät los.

Für Marko Höhne ist der Einsatz alles andere als eine große Sache.

Die Arbeitsmaschine, eine Kombination von Wasserhochdrucktechnik und Höchstleistungsfahrzeug, ist in der Lage, Rohre, Kanäle und verschmutzte Behälter mit Wasser zu reinigen und gleichzeitig flüssige bis schlammige Medien abzusaugen. 10 000 Liter Frischwasser werden im zweigeteilten Kessel mitgeführt. Vier dieser Spülfahrzeuge greifen den erdigen Dreck, den das stinkende Wasser hinterlassen hat, auf dem Altstadtpflaster an. Das wird kräftig befeuchtet und wieder abgesaugt. Im Bauch der modernen Arbeitsmaschine wird das aufgenommene Schmutzwasser, durch ein starkes Sieb gereinigt und aufbereitet, immer wieder zum Einsatz gebracht. "Das ist einfach mein Job - hier freilich unter besonderen Bedingungen", sagt Marko Höhne schlicht und ergreifend. Über viele Stunden arbeiten die vier Kollegen am Steuer pausenlos.

Und das Chaos tobt vor Ort im Katastrophengebiet auch, bestätigt der Lausitzer. Menschen beklagen verlorenes Hab und Gut. Die Geschäftsleute stehen vor den vernässten und völlig verdreckten Läden - und damit vor der nachvollziehbaren Angst um die Existenz. Und auch der Katastrophen-Tourismus hat schnell eingesetzt.

In Goslar geht es nun daran, auch die verstopften Regenwasser- und Abwasserkanäle zu reinigen.