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Heißes Wochenende in Schipkau

Der Lausitzring in Klettwitz verwandelt sich am Wochenende wieder zur Kunstflug-Arena.
Der Lausitzring in Klettwitz verwandelt sich am Wochenende wieder zur Kunstflug-Arena. FOTO: Daniel Grund / Red Bull
Schipkau/Schwarzheide. Für das Red Bull Air Race auf dem Lausitzring am Wochenende werden Flugfans aus ganz Deutschland erwartet – beliebt bei ihnen ist der Landeplatz Schwarzheide/Schipkau. Jan Augustin

Wenn am Wochenende wieder Tausende Menschen zum Flugspektakel auf den Lausitzring pilgern, wird auch Olaf Redlich unter ihnen sein. Noch aber sitzt der Chef des Flugplatzes Schwarzheide/Schipkau in seinem Büro und wälzt Anmeldelisten. Nein, Michael Schmidt "Smudo" wird dieses Mal nicht wie im Vorjahr den kleinen Flugplatz unweit des Lausitzringes ansteuern, um werbewirksam durch die Lüfte zu donnern. Einen prominenten Besuch kann der Geschäftsführer der Flugplatzbetreibergesellschaft aber dennoch vermelden. Denn mit Nicolas Ivanoff hat einer der Star-Piloten des Red Bull Air Race höchstpersönlich sein Kommen zugesagt. Am Montag nach der Flugshow gibt der Korse mit russischen und griechischen Wurzeln gewissermaßen einen Nachschlag in Schwarzheide. Der 50-Jährige dreht für den Uhrenhersteller Hamilton mit auserwählten Gästen seines Hauptsponsors ein paar Ehrenrunden über dem Flugplatz.

Gastgeber ist der Aero-Club Schwarzheide am Wochenende aber auch für die normale Flieger-Familie. 33 Flugzeuge haben sich bisher angemeldet. Olaf Redlich, selbst Segelflugpilot, rechnet mit etwa 120 Flugbegeisterten aus ganz Deutschland, der Schweiz und Tschechien. "Da sind irgendwie alle gleich. Jeder spricht sich hier mit Du an", beschreibt der 44-Jährige die Mentalität der Piloten. Die meisten kommen in den umliegenden Hotels unter. Einige schlafen aber auch in Zelten auf dem Flugplatzgelände. Der Verein hat nicht nur einen Shuttle-Service zum Lausitzring organisiert. Er hat extra auch noch einmal die 850 Meter lange Start- und Landebahn präpariert. Zu tun ist trotzdem noch einiges. Die Frühstücksversorgung für die Gäste muss organisiert und Treibstoff für die angemeldeten Maschinen besorgt werden. Das erledigt Aero-Club-Urgestein Bernd Wonneberger. Der 60-Jährige ist der Bruder des Vereinsvorsitzenden Klaus Wonneberger. Der etwa 100 Mitglieder starke Verein wurde 1990 gegründet. Im Angebot stehen Modellflug, Segelflug, Motorflug und Fallschirmspringen.

Auf Hochtouren laufen die Vorbereitungen für das kommende Wochenende auch in der Schipkauer Gemeindeverwaltung. Denn Schipkau ist die federführende Kommune. Doch die Mitarbeiter haben viel Erfahrung mit Großveranstaltungen auf dem Lausitzring und gehen dem großen Event spürbar gelassen entgegen. Dennoch: "Für Sicherheit und Ordnung sollte nie Routine einkehren", betont die Sachgebietsleiterin für Recht und Ordnung, Katja List. Immerhin entscheidet die Gemeinde, ob das Red Bull Air Race stattfinden darf oder nicht. Und es darf.

Bürgermeister Klaus Prietzel (CDU) hat dafür jetzt grünes Licht gegeben. Mit den Planungen rund um das Flugspektakel ist die Verwaltung seit Wochen beschäftigt. Ein großes Thema dabei ist zum Beispiel das Verkehrskonzept. "Die Leute müssen so gut wie möglich ankommen, dort parken und dann auch wieder abreisen können", erläutert Katja List. Für den Finaltag - den "Race Day" am Sonntag - rechnet die Gemeinde mit einer starken Anreisewelle und dem höchsten Verkehrsaufkommen. Umleitungen soll es aber keine geben, kleinere Straßen in den umliegenden Kommunen sind aber teilweise gesperrt, bestätigt Katja List. Nicht erreichbar bleibt am Samstag und Sonntag auch der Aussichtsturm in Hörlitz. Aus Sicherheitsgründen wird dieser an den beiden Tagen gesperrt. Zu den Aufgaben der Gemeinde zählen auch Vor-Ort-Kontrollen der Flucht- und Rettungswege oder des ordnungsgemäßen Einlasses am Lausitzring. Vor Ort ist auch die Feuerwehr der Gemeinde und: Flugplatzchef Olaf Redlich. "Das ist schon ein Highlight", sagt er in Vorfreude.

Zum Thema:
Nicolas Ivanoff ist Korse mit russisch-griechischen Wurzeln. Nachdem er die meiste Zeit seines Erwachsenenlebens als Fluglehrer auf Korsikas berühmter Flugschule "Corse Voltige" zugebracht hatte, wurde Ivanoff 1990 Kunstflugpilot. Sieben Jahre später trat er dem französischen Kunstflug-Team bei und war auch Mitglied des französischen Teams, das die Weltmeisterschaft 2000 in Toulouse gewann. Bei den französischen Kunstflugmeisterschaften 2004 erreichte er den zweiten Platz. 2014 stand Ivanoff gleich zwei Mal ganz oben auf dem Air-Race-Siegerpodest und verpasste als Vierter nur denkbar knapp das Podium im WM-Gesamtranking. Der 50-Jährige fliegt mit einer Edge 540 V2. Am Montag nach dem Rennen steuert er den Flugplatz Schwarzheide an, um von dort aus eine Zugabe für seinen Hauptsponsor Hamilton zu geben.

Flugplatzchef Olaf Redlich (l.) und Bernd Wonneberger vom Aero-Club Schwarzheide stecken in den letzten Vorbereitungen. Die Freude auf das große Event am Wochenende ist groß.
Flugplatzchef Olaf Redlich (l.) und Bernd Wonneberger vom Aero-Club Schwarzheide stecken in den letzten Vorbereitungen. Die Freude auf das große Event am Wochenende ist groß. FOTO: Jan Augustin