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| 16:56 Uhr

Heimvorteil für Handwerk bei Investitionen

Auch die Planung für die neue Kindertagesstätte Musikus, die in einem Wettbewerb vergeben wurde, und viele Bauleistungen sind in Senftenberg geblieben.
Auch die Planung für die neue Kindertagesstätte Musikus, die in einem Wettbewerb vergeben wurde, und viele Bauleistungen sind in Senftenberg geblieben. FOTO: Rasche/str1
Senftenberg. In der Lausitz ist Senftenberg die Fördermittel-Hauptstadt. Die Stadt will in diesem Jahr erneut etwa 9,5 Millionen Euro für Wirtschaftsstandorte, Verkehrswege, Schulhäuser und Kindereinrichtungen, Feuerwehren und ein attraktives Lebensumfeld einsetzen. Kathleen Weser

Mit gut 30 Prozent bleibt die Investitionsquote von Senftenberg damit traumhaft. Das Investitionspaket der Stadt Senftenberg ist seit fünf Jahren so stattlich. 2009 waren noch etwa sechs Millionen Euro eingesetzt worden. Seitdem kratzt die Kommune an der Zehn-Millionen-Euro-Marke.

Um die kommunalen Eigenanteile zu sichern, stärkt die Stadt mit öffentlichen Aufträgen gezielt den regionalen Wirtschaftskreislauf. Ein Baustein: Die Handwerker und Gewerbetreibenden werden zum Jahresstart über die städtischen Bauleistungen und alle Ausschreibungsdaten in Kenntnis gesetzt. Über 66 Aufträge aus den Bereichen Tiefbau, Gebäudemanagement und Stadtplanung mit einem Gesamtvolumen von etwa sechs Millionen Euro wurde während des nunmehr siebten Handwerkerforums informiert. 180 Unternehmer sind eingeladen worden, 36 erschienen. Der Ausschreibungskatalog der Stadt Senftenberg ist inzwischen um ein Vielfaches mehr angefordert worden.

Seit sechs Jahren haben die Mitarbeiter der Fachämter stets zuerst im Blick, die Baulose und Leistungsvergaben innerhalb der Wertgrenzen auf den Weg zu bringen, die den Unternehmen vor Ort den ersten Zugriff leichter machen. "Aus einem Bauprojekt, der Schule Hosena mit einem Investitionsvolumen von etwa 2,3 Millionen Euro, sind allein 87 beschränkte Ausschreibungen und freihändige Vergaben gemacht worden", nennt Wirtschaftsförderer Frank Neubert ein Beispiel. Angebote holt die Stadt Senftenberg zuerst von den Firmen innerhalb der Stadtgrenzen ein. Dann folgen die Unternehmen aus dem Regionalen Wachstumskern Westlausitz, der die Nachbarn Lauchhammer, Schwarzheide, Großräschen und Finsterwalde einschließt. Für Spezialleistungen, die hier nicht realistisch sind, wird die Ausschreibung auf Südbrandenburg erweitert. Erst darüber hinaus wird bundes- und europaweit gesucht.

Und das vor Ort gelenkte Investitionsgeld kommt zurück. Der gezielte Einfluss im Rahmen absolut korrekten vergaberechtlichen Handelns zahlt sich für die Stadt Senftenberg im Steuersäckl wieder mit aus. Seit 2006 sind die Gewerbesteuereinnahmen von 3,6 auf 6,3 Millionen Euro (Stand 2012) gewachsen.

Der Anteil an der Einkommenssteuer ist in diesem Zeitraum von 2,5 auf 4,8 Millionen Euro gestiegen. Dies sind finanzielle Deckungsquellen, aus denen kommunale Eigenanteile zu Fördermitteln geschultert werden können.

Zum Thema:
Tiefbauarbeiten: Sanierung der Brücke Pieckstraße (öffentliche Ausschreibung 1,7 Millionen Euro), Ausbau Straße der Jugend Brieske (400 000 Euro), Sanierung des Regenwasser-Hauptsammlers Steigerstraße/Schollstraße (600 000 Euro); Straßenbeleuchtungen (freihändige Vergaben je 100 000 Euro) Gebäude: Schulhäuser Senftenberg und Hosena (freihändige Vergaben, Baulose je 100 000 Euro); Kindertagesstätten (zwölf Baulose je 100 000 Euro); Ärztehaus (vier Baulose je 100 000 Euro); Innovationszentrum (sieben Baulose je 100 000 Euro) Stadtplanungsamt: Grünpflege (zehn Lose je 100 000 Euro), Spielplätze, Begrünung, Ehrenfriedhof