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| 21:32 Uhr

Gesund und heilsam
Für jedes Wehwehchen ist ein Kraut gewachsen

 Karde bekämpft Borrelien, die durch Zecken übertragen werden.
Karde bekämpft Borrelien, die durch Zecken übertragen werden. FOTO: LR / Torsten Richter-Zippack
Schipkau. Die Natur bietet zahlreiche Kräuter und Heilmittel. Selbst vermeintliche Unkräuter schmecken und halten gesund. Bei manchen Arten ist jedoch Vorsicht geboten. Von Torsten Richter-Zippack

Vogelmiere dürfte wohl jeder Hobbygärtner kennen. Diese Pflanze, auch als Vogel-Sternmiere oder als Hühnerdarm bezeichnet, wächst in den heimischen Beeten und Rabatten sehr häufig. Selbst nach mehrmaligem Herausreißen erscheinen immer wieder neue Triebe. Ein richtiges Unkraut? Einerseits ja, andererseits nein. Sagt zumindest Fritz Stopfkuchen. Der 84-jährige Schipkauer befasst sich bereits seit Kindesbeinen mit verschiedensten Kräutern und ihren Wirkungen auf den menschlichen Körper.

„Ich esse jeden Morgen ein Büschel Vogelmiere“, berichtet Stopfkuchen. Der Geschmack ähnele dem junger Maiskolben. „Trotz meines hohen Alters beklage ich mich nicht über quietschende Gelenke.“ Grund seien diverse Inhaltsstoffe der Vogelmiere. Diese würden antirheumatisch wirken. Tatsächlich findet in der Naturheilkunde der Extrakt junger Pflanzen als Anti-Rheuma-Mittel und Anti-Gelenkschmerz-Substrat Verwendung.

 Waldmeister empfiehlt sich nicht nur für Bowle, sondern ebenso als entzündungshemmendes Mittel.
Waldmeister empfiehlt sich nicht nur für Bowle, sondern ebenso als entzündungshemmendes Mittel. FOTO: LR / Torsten Richter-Zippack

Ebenfalls sehr gesund ist laut Fritz Stopfkuchen Bärlauch. Diese Pflanze kommt vor allem in Auenwäldern entlang von Flüssen vor. In der Niederlausitz wächst Bärlauch eher selten. In Brandenburg gilt die Art laut der Roten Liste sogar vom Aussterben bedroht. Doch in Sachsen und in Süddeutschland ist Bärlauch weitaus häufiger zu finden. „Er hat die gleiche Wirkung wie Knoblauch, zieht aber nicht die typische Fahne nach sich“, weiß Stopfkuchen. Das Problem: Bärlauch ist leicht mit den giftigen Maiglöckchen zu verwechseln. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal bilden die Blätter, die sich beim Bärlauch zart, beim Maiglöckchen fest präsentieren.

Sehr häufig in der Lausitz wächst hingegen das gelbblühende Johanneskraut. Damit soll bereits Johannes der Täufer, Prophet und Wegbegleiter Jesu Christi, Menschen geheilt haben. Johanneskraut beginnt in der Regel um den Johannestag (24. Juni) zu blühen. Charakteristisch sind die von winzigen Punkten durchzogenen Blätter. Angeblich, so berichtet der Volksmund, habe der Teufel aus Wut über die bei den Menschen gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe die Löcher hineingestochen. Tatsächlich handelt es sich dabei aber um Zellen mit ätherischen Ölen. Die Pflanze dient hauptsächlich als Grundlage für Antidepressiva und als Beruhigungsmittel.

 Schöllkraut soll gegen Warzen helfen.
Schöllkraut soll gegen Warzen helfen. FOTO: LR / Torsten Richter-Zippack

Wer sich im Garten über Wühlmäuse ärgert, sollte, so empfiehlt Fritz Stopfkuchen, nicht zur chemischen Keule greifen. Stattdessen helfe Wolfsmilch (Euphorbia). Frisst eine Maus deren Wurzeln an, sei sie Minuten später tot. Maulwürfe, die mit Wühlmäusen in Symbiose leben, würden anschließend die Fläche verlassen. „Ich hatte einst in Bückgen (Großräschen-Süd) einen Garten am Wald. Nachdem ich dort einen Streifen aus Euphorbia angebaut hatte, gab es mit Wühlmäusen keine Probleme mehr“, berichtet Fritz Stopfkuchen.

 Kerbel gilt als vorzügliches Gewürz.
Kerbel gilt als vorzügliches Gewürz. FOTO: LR / Torsten Richter-Zippack

Nach Angaben des Schipkauers existieren fast keine Pflanzen ohne Nutzen für den Menschen. Egal, ob Brunnenkresse zum Würzen, Wermut als Magen-Darm-Mittel oder Gundermann zur Wundversorgung: Pflanzen helfen. Selbst gegen die von Zecken übertragenen Borrelien gebe es geeignete Mittel. Beispielsweise Karde, ein distelähnliches Gewächs. „Dessen Wurzeln zerkleinern, an der Luft trocknen, dann einen Esslöffel in eine große Tasse Wasser geben, drei Tassen pro Tag sechs Wochen lang trinken, und die Borrelien sind verschwunden“, erklärt Stopfkuchen. Zumindest bei ihm habe dieses Gewächs die gewünschte Wirkung erzielt.

Selbst Krebs könnten diverse Pflanzen heilen, ist Fritz Stopfkuchen überzeugt. Als Beispiel nennt der Experte Murdannia, ein aus Thailand stammendes Gewächs. Ein Kilo Tee solle fast 300 Euro kosten. Tatsächlich ist ein Krebspatient im Jahr 1984 nach der Einnahme des frischen Pflanzensaftes wieder gesundet. Warum solche Pflanzen in der Medizin dennoch bislang ein Schattendasein führen, weiß Fritz Stopfkuchen nicht. Allerdings hat er eine Vermutung: „Dann würden wahrscheinlich die Pharma-Konzerne ihre chemischen Medikamente nicht mehr so gut verkaufen können. Denen geht es nur ums Geld.“ Anders der Lausitzer: „Ich will mit meinen Pflanzen und Methoden tatsächlich bedürftigen Menschen helfen.“

 Beinwell hilft bei Knochenbrüchen.
Beinwell hilft bei Knochenbrüchen. FOTO: LR / Torsten Richter-Zippack