Jens Forberg stellt klar: „Wir sind eine Gemeinschaft, mit drei Vorstandsmitgliedern, mit rührigen Vereinsmitgliedern und couragierten Betreuerinnen.“ Dabei legt Forberg das Augenmerk auf zielführende Zusammenarbeit. „Ohne das Miteinander innerhalb des eingetragenen Vereins sowie mit der Stadt Senftenberg, dem Landkreis und dem Land würde das nicht funktionieren“, so der Vorsitzende des Kinder- und Freizeitvereins „Sternenclub“.
Ein gemeinnütziger Verein mit offenem Freizeitkonzept, den es in dieser Form nur selten gibt. „Zehn Jahre lang waren wir die einzige Einrichtung dieser Art, die außerhalb von Senftenberg und seinen Ortsteilen kaum bekannt ist“, räumt Jens Forberg ein. Doch was zeichnet den Kinder- und Freizeitverein aus und wo hebt er sich von einem klassischen Hort ab?

Attraktives Freizeitangebot für Mädchen und Jungen

Im Kern geht es darum, Mädchen und Jungen der Klassenstufe 1 bis 4 im Wohnort eine attraktive Freizeitgestaltung anzubieten. „Lokal ist optimal“, sagt der Vereinschef mit einem Augenzwinkern. Auch wenn zur Umsetzung viel Fleißarbeit notwendig war und noch immer ist. Erst nach einem selbst ausgearbeiteten und sattelfesten Betreuungskonzept gab das zuständige Jugendamt 2005 grünes Licht für die freie Trägerschaft.

Kinder aus Klein- und Großkoschen sind Nutznießer der Einrichtung

Im ersten Jahr stand die Großkoschener Einrichtung noch unter städtischer Regie. „Nutznießer sind unsere Kinder aus Klein- und Großkoschen, die unser Haus werktags von 12 bis 16 Uhr und in den Ferien von 6 bis 16 Uhr besuchen können“, teilt Jens Forberg mit. „Seit einiger Zeit bieten wir Sprösslingen, deren Eltern früh zur Arbeit müssen, die bewährte Frühbetreuung von 6 bis 8 Uhr an“, ergänzt Ivonne Zurek.

Betonung liegt auf dem Wort Betreuung

Neben Gritt Schmidtke ist sie eine der vier „Chefbetreuerin“. Die Betonung liegt auf Betreuung. „Für die Erziehung sind nun mal die Eltern zuständig“, sagt Jens Forberg, ohne jedoch einen Hehl daraus zu machen, dass sich die Knirpse bei ihren Aufenthalten in der Begegnungsstäte an Spielregeln zu halten hätten. Auch bezüglich der Vereinsphilosophie, in der zweifellos die Worte von Astrid Lindgren mitschwingen: „Man kann in Kinder nichts hineinprügeln, aber vieles herausstreicheln.“
„Harmonie ist uns wichtig und sie ist notwendig, sonst könnten wir nicht so viele gemeinsame Wanderungen und Ausflüge unternehmen“, fasst Gritt Schmidtke zusammen. Wanderungen auf den heimischen Koschenberg, Strandbesuche, Schiffsausflüge oder Museumsbesuche zählt sie auf und könnte ihre Ausführung beliebig fortsetzen. Höhepunkte bilden die jährlichen 3-Tagesfahrten, bei denen Spaß, Entdeckung und ein Hauch Abenteuerlust hoch im Kurs stehen.

Kinder nehmen die Angebote gerne an

„Es ist erstaunlich, wie gerne Kinder Angebote annehmen, sich gegenseitig verständigen oder beschäftigen. Und dabei selbst in Erfahrung bringen, dass es auch ohne Smartphones, Tabletts, Fernseher oder Computerspiele geht“, skizziert Ivonne Zurek den Alltag im Sternenclub. „Wir leisten einen guten Beitrag für unsere Kinder. Das bekommen wir auch von außerhalb bestätigt“, konstatiert Jens Forberg. Seit 1995 lebt der selbstständige Bauleiter im Ort und sieht es auch als eine Bürgerpflicht an, sich in diesem einzubringen.

Auch Mitglied im Ortsbeirat

Um seinen Beitrag noch mehr Gewicht zu verleihen, bringt er sich seit dieser Legislaturperiode auch als Mitglied des Ortsbeirates ein. „Wir leben in einem Dorf, in dem andere Urlaub machen und das auch als Wohnort gefragt ist. Der Zusammenhalt unserer Einwohner wird stark über die ansässigen Vereine geprägt. Wie kann das besser gelingen, als über Kinder“, umreißt er den Stellenwert des Sternenclubs. Ein Haus, vis-á-vis der Kindertagesstätte, in dem das Dorfleben gestärkt wird und rund 25 bis 30 Kinder eine temporäre Heimat finden – seit über 15 Jahren.

Helfer mit Herz


In Klein- und Großkoschen besteht die Möglichkeit, in 17 Vereinen mitzuwirken. „Wir profitieren auch von der touristischen Infrastruktur und der ansässigen Gastronomie. Nicht selten kommt es dort zu zufälligen Begegnungen, die gelegentlich in Gesprächen münden, wie wir unsere beiden Dörfer noch attraktiver gestalten können“, berichtet Jens Forberg. So haben es sich die Kinder und Betreuerinnen vom Sternenclub zur Aufgabe gemacht, die Blumenrabatte vor der Kirche zu bepflanzen und zu pflegen. Mittels floristischer Handschrift wird dabei das Alter nach der ersten urkundlichen Erwähnung von Großkoschen dargestellt. In diesem Jahr sind die Blumen in Form einer 612 angeordnet.