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Heimatliebe in Gold und Silber

Goldschmied Frank Forberger legt den Damen den Senftenberger See als filigranen Kettenanhänger an den Hals. In der Silber-Ausführung ist der See dann ganze 2,35 Gramm schwer. Mit dem Wassersport eng verbunden, hatte der Wahl-Senftenberger die Idee für das maritime Motiv schnell im Kopf.
Goldschmied Frank Forberger legt den Damen den Senftenberger See als filigranen Kettenanhänger an den Hals. In der Silber-Ausführung ist der See dann ganze 2,35 Gramm schwer. Mit dem Wassersport eng verbunden, hatte der Wahl-Senftenberger die Idee für das maritime Motiv schnell im Kopf. FOTO: Steffen Rasche/str1
Senftenberg. Senftenberger Goldschmiede haben den Senftenberger See bis nach Kanada und Neuseeland gebracht. Ihre Eigenkreation in Silber und Gold wandert als Kettenanhänger um den Globus. Andrea Budich

Der See als Schmuckstück mit mattierter Insel und hochpolierter Seefläche kommt aus der Goldschmiedewerkstatt von Kathrin und Frank Forberger. Die Idee dazu reifte vor einem runden See-Jubiläum. Mit Kreativität und Handwerkskunst bringen die beiden Wahl-Senftenberger damit ihre Heimatverbundenheit zum Ausdruck. "Wir haben ganz einfach das Beste, was die Region zu bieten hat, vergoldet und versilbert", erklärt Kathrin Forberger (54) die Geschichte des besonderen Kettenanhängers.

Mit der ausgefallenen Eigenkreation bringt sie mit ihrem Mann sozusagen den Senftenberger See an den Hals schöner Frauen. Das Schmuckstück wird inzwischen in Kanada und Neuseeland getragen. Ihren ersten See in Gold haben sie gleich nach Kanada verkauft. "Wir waren noch beim Dekorieren des Schaufensters mit dem eben erst entworfenen Schmuckstück", erinnert sich Kathrin Forberger. Die Dame war damals zu Besuch in der Lausitz. Den See in Miniature hat sie vom Fleck weg gekauft und als Urlaubs-Mitbringsel mit nach Kanada genommen. Gern getragen wird der Halsschmuck auch von jungen Leuten, die für Studium und Lehre in die Welt ziehen und mit dem See ein Stück Heimat bei sich tragen. Ein Auswanderer hat den See aus Edelmetall sogar bis nach Neuseeland eingeschifft.

Idee, Entwurf und Herstellung der Schmuck-Kollektion ist bei Forbergers familäre Teamarbeit, wenngleich Frank Forberger dem Wassersport besonders verbunden ist. Als Elbe-Ruderer in seiner sächsischen Heimatstadt Dresden vorgeprägt, hat er im Jahr 2000 den Senftenberger Ruderverein zu neuem Leben erweckt.

Bevor die beiden Goldschmiede den See an die Kette legen, muss der vorgefertigte Gußrohling geschliffen und poliert werden. Die See-Orte Senftenberg, Kleinkoschen, Großkoschen und Niemtsch liegen dabei als Punkte auf einer verbindenden Linie, die in der Anhängerschlaufe endet. Der Inselbereich ist mattiert, die Seefläche auf Hochglanz poliert. Auf der Rückseite prangt das Stadtwappen von Senftenberg.

Dabei ist die See-Draufsicht meist erst auf den zweiten Blick zu erkennen. Für die Forbergers macht das gerade den Reiz ihrer ausgefallenen Kollektion aus. "Was ist das?", werden die zwei Goldschmiede immer wieder beim Blick in die Vitrine gefragt. Für die Wahl-Senftenberger keine Frage: das Herzstück des entstehenden Lausitzer Seenlandes.

Dass das Paar ins Brandenburgische wechselt, hatte Frank Forberger (58) ganz und gar nicht auf dem Plan. Er kann sich noch gut erinnern, wie er als Junge seine Tante in Senftenberg besuchte. "Aus Dresden kommend dem Trabi entstiegen, atmete ich erst einmal einen tiefen Zug Kohlestaub ein", weiß er noch genau. Viele Jahre später hat es sich dann so ergeben, dass aus den Dresdenern Wahl-Senftenberger wurden. Kathrin und Frank Forberger eröffneten am 2. Dezember 1995 in der Kreuzstraße ihre Goldschmiedewerkstatt - und setzen damit eine Familientradition fort. Genau in diesem Haus hatte Walter Lehmann, ein Cousin des Vaters, bis ins Jahr 1979 eine Uhrmacherwerkstatt betrieben. Wie gut es beiden in Senftenberg gefällt, zeigt ihre Schmuck-Kollektion, die vom Senftenberger See inspiriert ist.