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Hausbesitzer schützen sich immer besser

Immer mehr Einbrecher scheitern an sicheren Häusern. Polizeiberater informieren gern und vor allem firmenneutral.
Immer mehr Einbrecher scheitern an sicheren Häusern. Polizeiberater informieren gern und vor allem firmenneutral. FOTO: Fotolia
Senftenberg. Auf der Suche nach Bargeld und leichter Beute zum Versilbern für den nächsten Schuss gehen Süchtige auf Einbruchstour. Aber auch Auftragsdiebe, die bandenmäßig organisiert sind, sind unterwegs. Die Polizeiberater Peter Schmidt und Jens Nobis machen die Bürger vor dem Schaden schlau. Kathleen Weser

Aufmerksame Nachbarn sind der beste Schutz gegen ungebetene Gäste, die sich am Eigentum vergreifen. Der gewöhnliche Lausitzer Einbrecher ist Grobmotoriker, weniger Spezialist - und geht mit roher Gewalt ans verbrecherische Handwerk. Zum mechanischen Schutz von Haus, Gewerbebetrieb und Wohnung beraten die Sicherheitsexperten der Polizeiinspektion Oberspreewald-Lausitz das ganze Jahr. Mit steigender Tendenz und zunehmendem Erfolg.

Denn immer mehr Einbruchsversuche scheitern an sicheren Türen und Fenstern. "Sachschäden sind zwar sehr oft trotzdem zu beklagen", bestätigt Polizeiberater Jens Nobis. Aber den Betroffenen bleibe wenigstens der Streit um die Höhe der Schadensregulierung erspart.

Peter Schmidt hat seine Polizeilaufbahn in der Kriminaltechnik und damit mit dem Sichern von Spuren an Tatorten begonnen. Der Berater pirscht sich selbst zunächst an das Objekt seiner Arbeit heran. Und er freut sich, wenn es schnell hinter der Gardine wackelt, weil er aufmerksam beäugt wird - wie von einem Ehepaar, das an einem Ortsrand mit Blick auf den Wald recht einsam wohnt. Die Senftenberger haben ihr hübsches Häuschen vor etwa 15 Jahren bezogen, nachdem sie es ausgebaut und gemütlich hergerichtet hatten. "Wir haben vorher zur Miete gewohnt und uns selbst mit der Einbruchssicherheit nicht beschäftigt", bestätigt die Hausherrin. Nach ungebetenem Besuch in der Abgeschiedenheit und angesichts vieler Fremder, die auf den Radwegen in der Spur sind, hat sich das Paar daheim von Peter Schmidt beraten lassen. Und die Senftenberger waren überrascht über die kaum offensichtlichen Sicherheitslücken, die sich Einbrecher schnell zunutze machen können. Am gestrigen "Tag der Einbruchsicherheit" hat sich das Paar in der Polizeiwache dann nochmals weiterführend schlaugemacht. "Die ersten Informationen mussten wir auch erst einmal gründlich sacken lassen", bestätigt der Hausherr. Dann hat die Familie Angebote eingeholt, um die Fenster am Haus nachrüsten zu lassen.

Auch bei der Wahl der Dienstleister ist guter Rat bei der Polizei nicht teuer. Denn hier sind die zertifizierten Unternehmen bekannt. Gute Verkäufer und Scharlatane beackern ebenfalls das Feld, warnen die Berater. Und wichtige praktische Tipps sind auch gratis. Beispielsweise ist der Kunde nur auf der sicheren Seite, wenn er schriftlich von der Firma, die Fenster und Türen nachrüstet, ausdrücklich eine Montage nach Herstellervorschrift verlangt. "Die Beratung lohnt", resümiert der Senftenberger Hausbesitzer, der mit der Frau noch in der Meinungsfindung zum Schutz des Hauses ist. Die Investitionen in die Sicherheit sind anzuraten, aber auch wohl zu überlegen, bestätigt Peter Schmidt. Denn der Aufwand ist vor allem beim Nachrüsten erheblich. Bauwillige sind deshalb gut beraten, sich rechtzeitig vor dem Baustart an neutraler Stelle zu informieren. Polizeiberater wollen ihnen nichts verkaufen, sondern den bestmöglichen Schutz fördern.

Kontakt: Telefon 880

oder www.internetwache.brandenburg.de